Grenzübergreifende Polizeiarbeit

Polizeiakademie Hann. Münden veranstaltet internationale Studienwoche erstmals online

Henning Dreyer (Leiter der Stabsstelle Internationales) begrüßt die internationalen Polizeistudenten in der Videokonferenz.
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Henning Dreyer (Leiter der Stabsstelle Internationales) begrüßt die internationalen Polizeistudenten in der Videokonferenz.

Der internationale Studienkurs der Polizeiakademie Niedersachsen fand jüngst zum ersten Mal digital statt. Vergangene Woche trafen sich die Polizeistudenten aus 17 europäischen Ländern online. Das Thema: grenzüberschreitende Polizeiarbeit.

Hann. Münden – Unter normalen Umständen wären die Studenten nach Hann. Münden in die Polizeiakademie gekommen, sagt Polizei Niedersachsen-Sprecher Michael Täger. Bereits seit 2013 findet der Studienkurs in Hann. Münden statt.

Die coronabedingte Online-Veranstaltung hatte jedoch einen Vorteil: „Mit 44 Teilnehmenden aus 17 europäischen Staaten konnten deutlich mehr Studenten teilnehmen, als dies bei einer Präsenzveranstaltung möglich gewesen wäre“, sagt Carsten Rose, Leiter der Polizeiakademie Hann. Münden. Die sonst kleinere Teilnehmerzahl liegt laut Täger daran, dass für einige Studenten die Fahrt- und Unterkunftskosten leider nicht zu finanzieren seien.

Passend zu dieser über Ländergrenzen hinausgehenden Veranstaltung war auch das Thema grenzüberschreitende Polizeiarbeit: „Mit der digitalen Vernetzung der Welt ist auch vermehrt staatsübergreifende Polizeiarbeit gefragt“, sagt Täger. „Ziel des digitalen Studienkurses war es, ein Bewusstsein über die unterschiedlichen Arbeitsweisen der Polizei in anderen Ländern zu schaffen.“

Polizeiarbeit in Europa ist sehr unterschiedlich

Die Polizei Niedersachsen stellte ihren Aufbau vor und die internationalen Teilnehmer wurden gebeten, die Polizei ihres Heimatlandes ebenfalls vorzustellen. „Dabei lernten die Studenten, dass die Polizei in europäischen Ländern sehr unterschiedlich strukturiert ist“, so Täger weiter.

In Frankreich, Spanien und Italien gebe es zum Beispiel unterschiedliche Polizeistrukturen für die ländlichen Gebiete und die städtischen Räume. „An der Abgrenzung zwischen der Gendarmerie und der Police nationale in Frankreich wird das deutlich.“

Wichtig sei auch der Kurs zur Dokumentenprüfung gewesen, da das Identifizieren gefälschter Pässe und Führerscheine zum Polizeialltag dazugehöre. Die Studenten behandelten außerdem Themen wie Amokläufe, verdeckte Ermittlungen, Cyberkriminalität und den Umgang mit ungelösten Kriminalfällen, sogenannten Cold Cases.

Fitnessvideos für die Pausen

Laut Täger kamen die Studienkurse bei den Teilnehmern sehr gut an. Neben den inhaltlichen Kursen gab es für die Studenten auch ein virtuelles Rätsel-Spiel und ein Online-Quiz, um sich untereinander kennenzulernen. Für die Pausen hatte die Polizeiakademie Videos mit Fitnessübungen vorbereitet, um zwischen den Kursen vor dem Computer zu sportlichem Ausgleich zu motivieren.

„Mit unserem Angebot zeigen wir, dass wir eine moderne, weltoffene polizeiliche Bildungseinrichtung sind und uns auch technisch auf der Höhe der Zeit bewegen“, fasst Carsten Rose die Veranstaltung zusammen. (William Abu El-Qumssan)

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