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Polizist aus der Region Hann. Münden blickt auf bewegtes Leben zurück

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Von: Hannah Köllen

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Ein gutes Team: Dr. Rolf Alexander Morié und seine Frau Karin. Der ehemalige Polizei-Inspekteur wird morgen 85 Jahre alt.
Ein gutes Team: Dr. Rolf Alexander Morié und seine Frau Karin. Der ehemalige Polizei-Inspekteur wird morgen 85 Jahre alt. © HANNAH KÖLLEN

Einstiger Polizei-Inspekteur Dr. Rolf Alexander Morié feiert morgen seinen 85. Geburtstag

Reinhardshagen – Vom Kriegskind zum Leiter der Bereitschaftspolizeien der Länder: Diesen Lebensweg hat Dr. Rolf Alexander Morié, einstiger Inspekteur der Bereitschaftspolizeien der Länder, zurückgelegt. Er wird morgen 85 Jahre alt.

In seiner Funktion als Inspekteur war es seine Aufgabe, die Funktionalität der Bereitschaftspolizei sicherzustellen. „Dabei ging es um die Ausstattung der Polizisten und um ihre Ausbildung – alles sollte möglichst gleich gehalten werden in den verschiedenen Bundesländern“, sagt Morié.

Außerdem reiste Morié alle vier Wochen als Leiter der deutschen Delegation der polizeilichen Kooperation in Europa nach Brüssel. „Ich war am Impuls für eine Leitkultur der Polizei in Europa beteiligt“, sagt Morié.

Am 14. August 1937 in Essen geboren, später mitsamt Familie nach Holzminden evakuiert, wächst Morié in ärmlichen Verhältnissen auf. Das Geld reicht nur für den Besuch der Mittelschule, danach beginnt er auf Anraten seiner Mutter eine Ausbildung bei der Polizei, „sie sagte, ein Job bei der Polizei sei sicher“, erinnert sich Morié heute. Später, im Alter von 33 Jahren, beginnt er damit, sein Abitur in Göttingen nachzuholen, schließt ein Jura-Studium ab und promoviert anschließend. All das neben seiner Arbeit als Polizist.

Im Jahr 1988 wird Morié zum Leiter der Landespolizeischule in Hann. Münden ernannt, ehe er 1991 das Amt des Inspekteurs der Bereitschaftspolizei der Länder übernimmt. Im Alter von 60 Jahren ging Morié in Rente, das war damals Vorschrift für den Beamten. „Aber ich war noch nicht bereit, aufzuhören. Auch mein Sohn hat damals zu mir gesagt, ich müsse mein Wissen weitergeben.“ Also machte er weiter: Gemeinsam mit dem Präsidenten der Hochschulen der Polizei reiste Morié als deutsche Delegation nach Polen und Ungarn. Im Auftrag des UN-Flüchtlingskommissariats schrieb Morié ein Gutachten zum Umgang bulgarischer Polizisten mit ausländischen Flüchtlingen. Zusätzlich engagiert sich Morié in einem Modellprojekt in Baden-Württemberg, in dem jugendliche Straftäter im offenen Vollzug auf die Rückkehr ins gesellschaftliche Leben vorbereitet werden. Anders als im Gefängnis, steht für die Straftäter im Seehaus Leonberg ein striktes Tagesprogramm an, angefangen mit gemeinsamem Frühsport und anschließender Arbeit oder dem Besuch der Schule.

Die Zahlen sprechen für sich: Die Rückfallquote der Projektteilnehmer läge bei 38 Prozent, gegenüber den sonst üblichen mehr als 80 Prozent. Mittlerweile wird das Konzept auch in einer Einrichtung in Sachsen angewandt. „Unser Ziel ist es, dass die Jugendlichen ein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln“, sagt Morié.

Heute blickt Morié auf ein aufregendes und abwechslungsreiches Leben zurück. Geschafft habe er all das nur mit der Unterstützung seiner Ehefrau Karin. „Sie war und ist der große Rückhalt für unsere Familie“, sagt Morié.

Das Ehepaar, das im kommenden Dezember seine Diamantene Hochzeit feiert, hat zwei Kinder und sechs Enkel. Seinen 85. Geburtstag am morgigen Sonntag wird Morié im Freundeskreis begehen. (Hannah Köllen)

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