Ferien-Ende

Positive Bilanz zum Schulstart: Lehrer begrüßen Festhalten am Präsenz-Unterricht

Auch am Grotefend-Gymnasium sind alle Schüler getestet zum Unterricht erschienen.
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Auch am Grotefend-Gymnasium sind alle Schüler getestet zum Unterricht erschienen.

Nach zweieinhalb Wochen Ferien ging der Schulbetrieb in Niedersachsen am Montag wieder los. Wir haben uns bei den Schulen umgehört und gefragt, wie die ersten Schultage gelaufen sind.

Altkreis Münden – Dass der Unterricht trotz steigender Inzidenz erst mal in Präsenz stattfindet, stößt in den befragten Schulen im Altkreis auf positive Resonanz. „Distanzunterricht ist für die Schüler nicht gut“, betont Dr. Frank Müller-Baete, Schulleiter der Werra-Realschule in Münden. „Gerade unser sechster Jahrgang hat sehr darunter gelitten.

Diese Schüler kamen im vergangenen Jahr auf unsere Schule und haben durch das Homeschooling viel versäumt“, sagt er. Außerdem seien Schulen sowieso nicht der Infektionstreiber der Pandemie.

Um das Infektionsrisiko so niedrig wie möglich zu halten, müssen sich die niedersächsischen Schüler in der ersten Woche nach den Weihnachtsferien jeden Tag testen, bevor sie zur Schule gehen. Die Eltern müssen unterschreiben, dass ihre Kinder getestet sind. Dieses System basiert auf Vertrauensbasis. „Das hat gut geklappt.

Positive Bilanz: Fast alle Schüler kamen getestet zur Schule

Fast alle Schüler kamen getestet in die Schule. Bei einigen wenigen mussten wir nachtesten“, sagt Schulleiter Müller-Baete. Neu ist zudem, dass während des Unterrichts nur noch medizinische Masken oder FFP2-Masken getragen werden dürfen. Stephanie Bachmann, Schulleiterin der Carl-Friedrich-Gauss-Grundschule in Dransfeld, zieht ebenfalls eine gute Bilanz zum Schulstart. „Alle Kinder kamen am Montag getestet in den Unterricht“, sagt sie.

Zuvor habe man an die Eltern appelliert, ehrlich zu sein und den Schnelltest jeden Tag zu machen. „Dass der Präsenzunterricht stattfindet, zeigt ja, dass es funktioniert“, findet die Schulleiterin. „Man verliert die Schüler einfach, wenn man sie auf Distanz unterrichtet.“

Auch Kilian Schröder, Rektor der Grundschule in Landwehrhagen, findet es „absolut richtig“, dass die Schule weiterhin mit Präsenzunterricht stattfindet. „Kinder lernen von Kindern“, sagt Schröder und das gehe nur vor Ort. Gerade in der Grundschule sei soziales Lernen wichtig. „Wir brauchen die Kinder in der Schule“, betont er.

Auch er sieht keine Probleme mit den Tests zuhause. Hier setze die Schule auf die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern. „Das läuft gut“. Die Versorgung der Schule mit Tests für die Schüler sei ausreichend.

Ferien-Ende: Steigende Inzidenzzahlen machen es Schulen schwer

Er sprach sich gegenüber unserer Zeitung dafür aus, die täglichen Tests auch über die erste Woche hinaus beizubehalten. Als besorgniserregend und belastend empfinde er zugleich die steigenden Inzidenzzahlen. Das mache das Leben als Schulleiter derzeit schwierig. Als zusätzlich Schutzmaßnahme setze die Schule momentan auf Klassenlehrerunterricht. Alle Fächer würden damit von einer Lehrerin beziehungsweise Lehrer unterrichtet.

Im Mündener Grotefend-Gymnasium gab es bisher auch keine Probleme. Die stellvertretende Schulleiterin Dr. Anne Brenner berichtet, dass die Schüler auch hier alle getestet in der Schule erschienen sind.

„Wir haben die fünf Tests für die Sicherheitswoche schon vor den Ferien ausgegeben“, sagt sie. An das Tragen der Masken im Unterricht hätten sich sowohl Schüler als auch Lehrer mittlerweile gewöhnt, beobachtet sie. (Clara Pinto und Ekkehard Maass)

„Es wird sich wieder einspielen“

Aus Sicht der Eltern sei es positiv, dass erst einmal versucht werde, den Präsenzunterricht aufrecht zu erhalten. Das teilt Holger Sparbier Stadt- und Kreiselternrat aus Münden mit. Ein Problem sei allerdings, dass die Testungen in der ersten Schulwoche nicht richtig anlaufen. „Bei etwa 80 bis 90 Prozent der Schulen funktioniert es“, sagt er. Bei manchen wären nicht genug Selbsttests für die Schüler vorhanden. Zudem sei das „hin und her“ der Coronaregeln für viele der Schulen belastend, dauernd ändere sich etwas. Aber Sparbier ist sich sicher: „Es wird sich wieder einspielen.“ Gut angenommen von Schülern werden die Impfangebot, die es im Landkreis für Kinder ab fünf Jahren gibt. Wobei er noch bedarf an Aufklärungsarbeit an den Schulen sieht. Im Bereich Luftfilteranlegen sieht er vor allem Handlungsbedarf seitens der Stadtverwaltung. Der Landkreis kümmere sich um „seine“ Schulen. Das müsse auch die die Stadt machen, „Ein Problem ist der Haushalt .“ Sparbier, auch Ratsherr für die SPD-Fraktion, hofft auf den neun Bürgermeister und auf die Verwaltung. „Gerade für die Grundschulen sind die Anlagen wichtig.“ (Jens Döll)

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