„Praxen werden überfordert“

Hann. Münden: Arzt kritisiert Informationspolitik zu Kreuzimpfungen und mahnt: „Zweimal Impfen“

Biontech, Astrazeneca, Moderna – und in welcher Kombination?: Egal, sagt Dr. Achim Echtermeyer. Entscheidend sei aber, dass man sich zweimal impfen lasse, außer beim Impfstoff von Johnson & Johnson. Symbol
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Biontech, Astrazeneca, Moderna – und in welcher Kombination?: Egal, sagt Dr. Achim Echtermeyer. Entscheidend sei aber, dass man sich zweimal impfen lasse, außer beim Impfstoff von Johnson & Johnson.

Dr. Achim Echtermeyer betont die besondere Bedeutung der Zweitimpfung. Der politischen Kommunikation gibt er die Schulnote 6.

Altkreis Münden – „Außer bei dem Impfstoff von Johnson & Johnson, der derzeit nur einmal geimpft werden muss, sind bei den anderen Wirkstoffen zwei Impfungen erforderlich“. Es scheine derzeit so, dass für das sowohl die bisherigen als auch neuen Impfschemata tauglich seien: „Das heißt, sie schützen alle gut gegen die Covid-19-Infektion und vor allem gegen die schweren Krankheitsverläufe“, so Dr. Echtermeyer. „Niemand impft sich also falsch oder schlecht. Entscheidend ist die Wahrnehmung einer zweiten Impfung“, betont der Mediziner.

Die sogenannte Kreuzimpfung, also das Verwenden von zwei verschiedenen Impfstoffen zur Immunisierung sei von der Ständigen Impfkommission (Stiko) empfohlen worden.

„Dies wurde aber politisch und im Ablauf ungenügend (Schulnote 6) mit den Impfenden und zu Impfenden kommuniziert und führte so zu großer Verunsicherung“, kritisiert Dr. Echtermeyer.

Im Moment würden die Praxen mit diesbezüglichen Anfragen überfordert. „Wir können in einer Pandemie bei einer notwendigen Massenimpfung nicht jedem einzelnen die Impfpolitik erklären. Wir sind offen für die Impfwünsche und werden versuchen entsprechend den jeweiligen Impfstoff zu bestellen, das kann aber dauern“, so Dr. Echtermeyer weiter.

Deswegen bitte er darum, wenn nicht eine unmittelbare Notwendigkeit der Änderung des Impfstoffes bestehe, die verabredeten Impftermine auch einzuhalten.

„Diejenigen, die sich nun so überhaupt nicht mit mRNA-Impfstoffen oder der zweimaligen Impfung anfreunden können, bitten wir, sich mit dem Einmalimpfstoff (Johnson & Johnson, Anm. der Redaktion) zu beschäftigen. Ein „Piks“ und man hat sich und seinen Mitmenschen ein großes Stück Sicherheit erarbeitet“, sagt Dr. Echtermeyer. Derzeit befinde man sich einer Zeit mit niedrigen Infektionszahlen: „Wir sollten diese zum Impfen nutzen“, betont Dr. Echtermeyer.

Auch wenn viele die Infektion mit Covid-19 kraft ihrer eigenen Gesundheit gut überstünden, könnten sie durch die Verbreitung des Infekts viele andere Menschen in die Krankheit reißen, die dieser weniger entgegenzusetzen hätten. „Wir haben auch hier im Altkreis erleben müssen, dass viele Erkrankte lange Zeit Beschwerden mit sich tragen, und hatten auch den Tod von Menschen im mittleren Alter zu beklagen, die keiner Risikogruppe angehörten. Wenn nicht für sich, dann impfen Sie sich für Ihre Umgebung“, appelliert Dr. Echtermeyer. „Astra, Biontech, Moderna – egal. Hauptsache zweimal geimpft.“ (Thomas Schlenz)

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