Premiere des Mündener Drei-Flüsse-Theaters: Turbulent, kurios und witzig

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Entsetzen: Bestattungsunternehmer Gerd Speck (Michael Müller) stellt den vermeintlichen Tod von Udo Kemp (Lars Bücker) nach einem Sturz fest. Ehefrau Roswitha Kemp (Christa Siegel, links) und Geliebte Edeltraud (Anne Paddags) sind geschockt.

Hann. Münden. Das Drei-Flüsse-Theater Münden feierte am Freitag eine gelungene Premiere des Stück Chaos im Bestattungshaus.

Ich könnte mich wegschmeißen vor Lachen“, meinte eine Theaterbesucherin in der Pause der Premiere des Stückes „Chaos im Bestattungshaus“ von Winnie Abel. Und ähnlich äußerten sich auch andere begeisterte Zuschauer. Rund 100 Besucher waren am Freitagabend gekommen, um die Aufführung des Drei-Flüsse-Theaters zu sehen.

Doch woher die Fröhlichkeit, wenn es um ein so ernstes Thema wie Tod und Bestattung geht? Das lag an dem Toten, der gar nicht tot war, den vielen Kuriositäten, grotesken Elementen, dem schwarzem Humor und der Tatsache, dass nichts nach Plan lief. Konflikte und Verwicklungen waren programmiert - zur großen Freude der Zuschauer.

Die glänzend aufgelegten, hoch motivierten und die Perfektion liebenden Schauspieler brachten viel Spielwitz ein, die Charakterdarstellungen waren äußerst gelungen.

Die Geschichte: Wer sich tot stellt, hat mehr vom Leben. Das glaubt zumindest Udo Kemp (Lars Bücker), wohlhabender Leiter einer Lackfabrik. Neben seiner ungeliebten und reichen Ehefrau Roswitha (Christa Siegel) hinterlässt er zwei anstrengende Liebhaberinnen Rita und Edeltraud (Martina Schäfer und Anne Paddags). Sein Ableben inszeniert er, um seinem Leben eine radikale Wendung zu geben. Tatkräftig unterstützt wird er von seinem unterwürfigen Mitarbeiter Ludwig Heller (Eike Siegel) und dem kurz vor dem Konkurs stehenden Bestattungsunternehmer Gerd Speck (Michael Müller), dem der Gerichtsvollzieher Anton Stecklüde (Ralf Kullmann) bereits im Nacken sitzt.

Drei-Flüsse-Theater feiert Premiere des Stücks "Chaos"

Ahnungslos hingegen sind Gerd Specks lebenslustige Ehefrau Verona (Ruth Kues) und seine Tochter Paula (Line Hartmann). Sie und ihre Freundin Morgana (Sylvia Lotze) sind überzeugte Gothic-Anhänger (Gruftis).

In der überdrehten Verwechslungskomödie ging es turbulent zur Sache, der Verlauf nahm immer neue Wendungen und strotzte nur so vor Missverständnissen: Die Geliebten des vermeintlich Toten brachten ihre ganz eigenen Vorstellungen vom letzten Geleit mit. Wie gut, dass der „Untote“ für jede Lebenslage ein Witzchen parat hielt. Als dann noch Ludwig Heller mit Kemps Geliebter Rita durchbrennt und die lebende Leiche verschwindet, droht der unmoralische Plan vollends im Chaos zu versinken.

Nicht enden wollender Applaus belohnte die Akteure für monatelanges Engagement bei den Proben. Wer es gesehen hat, muss immer noch schmunzeln. Wer es verpasst hat, dem sei gesagt: „Schade“. (zpy) .

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