Verletzung des persönlichen Lebensbereichs

Private Pornos verschickt -  Urteil gegen einen 30-Jährigen gefallen

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Wegen Körperverletzung, Verbreitung pornografischer Schriften und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs hat das Amtsgericht Hann. Münden jüngst einen 30-Jährigen verurteilt.

Weil er Bilder einer Bekannten mit pornografischem Inhalt verschickt hat, verurteilte das Amtsgericht Hann. Münden jüngst einen 30-Jährigen aus der Drei-Flüsse-Stadt. 

Wegen Körperverletzung, Verbreitung pornografischer Schriften und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs einer Person durch Bildaufnahmen hat das Amtsgericht Hann. Münden einen 30-jährigen Mann aus Hann. Münden zu einer Gesamtstrafe von 55 Tagessätzen zu je 15 (825 Euro) verurteilt. Zudem muss er die Kosten des Verfahrens tragen.

Die dem Angeklagten vorgeworfenen Taten, so das Gericht, geschahen in einer „Szene“ von Personen, die sich untereinander kannten. Die Tatzeit war im Sommer 2018. 

Vor Gericht war der Angeklagte geständig. Er räumte über eine Erklärung seines Verteidigers ein, einen Mann aus der Szene im angetrunken Zustand mit der flachen Hand so stark geschlagen zu haben, dass er in ein „Kinderplanschbecken“ fiel.

Aufnahmen sollen vom Computer abfotografiert worden seien

Auch gab er zu, vier Bilder mit pornografischem Inhalt, die eine Frau aus dem Kreis zeigen, an eine weitere Bekannte aus dieser Szene per Handy verschickt zu haben. 

Die Aufnahmen soll ihm der Lebensgefährte der Frau auf seinem Computer gezeigt haben, von dem der Angeklagte sie abfotografiert und anschließend verschickt haben soll. 

Die genauen Hintergründe der Taten blieben vor Gericht unklar, da es vor dem Hintergrund des Geständnisses zu keiner umfangreichen Beweisaufnahme kam und das Gericht auch darauf verzichtete, Zeugen zu hören.

Gesamtstrafe setzt sich aus zwei Einzelstrafen zusammen

Die Gesamtstrafe setzt sich aus zwei Einzelstrafen zusammen, bei denen das Gericht von 40 Tagessätzen für die Verbreitung pornografischer Schriften und die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs eines Menschen ausgegangen ist und von 30 Tagessätzen im Fall der Körperverletzung.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Gesamtstrafe von 70 Tagessätzen zu je 15 Euro (1050 Euro) gefordert.

Mit Blick auf die pornografischen Fotos wies das Gericht den Angeklagten darauf hin, dass derartige Fotos nicht verschickt werden dürfen, weil sie die Rechte der dargestellten Person verletzen, aber auch die desjenigen, dem sie unaufgefordert zugesandt werden.

Angeklagter lebt in "engen finanziellen Verhältnissen" 

Dafür könne auch eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr verhängt werden.

Strafmildernd wertet das Gericht unter anderem, dass der Angeklagte nicht vorbestraft ist und vor Gericht geständig war. 

Bei der Bemessung der Geldstrafe berücksichtigte es, dass der 30-Jährige, der derzeit berufsunfähig ist, in „engen finanziellen Verhältnissen lebe“. Deswegen räumte es dem Angeklagten auch eine Ratenzahlung von 25 Euro im Monat ein.

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