Jugendarbeit

Projekt „Stay Dorfkind“ schafft Treffpunkt für Jugendliche in Scheden

Betreuen das Projekt: Rochus Winkler (Kinder- und Jugendreferent der Samtgemeinde Dransfeld), Andreas Scheibe (Gemeindebüro Scheden) und Moritz Keppler (Kinder- und Jugendarbeit Landkreis Göttingen).
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Betreuen das Projekt: Rochus Winkler (Kinder- und Jugendreferent der Samtgemeinde Dransfeld), Andreas Scheibe (Gemeindebüro Scheden) und Moritz Keppler (Kinder- und Jugendarbeit Landkreis Göttingen).

Der Jugendraum in Scheden nimmt dank des Modellprojekts „Stay Dorfkind“ immer mehr Gestalt an.

Scheden – Das kleine Gebäude liegt zentral im Ort, angrenzend am Gelände der Johann-Joachim-Quantz Schule. Mittlerweile haben Rochus Winkler (Kinder- und Jugendreferent der Samtgemeinde Dransfeld) und Andreas Scheibe (Gemeindebüro Scheden) eine kleine Küche in den Raum eingebaut.

Finanziert wurde diese aus dem Budget des Kinder- und Jugendbüros. In vielen Einzelteilen war diese Küchenzeile, die online bestellt und angeliefert wurde, von den beiden zusammengebaut worden. Auch die Ausschnitte in der Arbeitsplatte fehlten und mussten noch gesägt werden. Jetzt steht sie mit zwei kleinen Kochplatten, einer Spüle und einem Kühlschrank bereit. „Kleinteile wie Besteck und Tassen haben wir bei der Brockensammlung gekauft, um das Projekt zu unterstützen“, sagt Moritz Keppler (Kinder- und Jugendarbeit Landkreis Göttingen). Er betreut das Projekt „Stay Dorfkind“ an drei Standorten im Landkreis.

Betreuer und Jugendliche bauten Bank und Tisch für den Jugendraum

Ein stabiler Fußballkicker wurde bereits für den Raum gespendet. Zurzeit ist Keppler mit einer Gruppe von acht bis neun Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren dabei, den Jugendraum mit Mobiliar auszustatten. Pallettenbänke und einen Tisch haben sie bereits als Gruppe gebaut und gestrichen. Diese sollen dann im Außenbereich als Sitzmöglichkeiten dienen.

Im Verlauf des Jahres wurden auch bereits zwei Graffiti-Aktionen angeboten, die gut angenommen wurden. Dabei ist Zusammenarbeit das A und O, denn das Ziel des „Stay Dorfkind“ Projekts ist es, den Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren, den Jugendraum in demokratischer Eigenverwaltung zu übergeben, wenn das Projekt 2024 auslaufen wird. Zwei Jugendliche werden hierfür die Fortbildung zum ehrenamtlichen Jugendleiter (Juleica) machen, die an drei Wochenenden innerhalb des Projekts angeboten wird. Deeskalieren, Aufsichtspflichten, rechtliche Grundlagen sowie die Richtlinien des Jugendschutzgesetzes werden bei der Fortbildung vermittelt.

Mit bestandenem Juleicaschein werden die Jugendleiter als Vertrauensperson, Schlüsselfigur und Ansprechpartner zwischen den Jugendgruppen und der Gemeinde fungieren. Auch wenn die Ausstattung des Jugendraumes noch nicht komplett ist, so hat sich doch einiges getan. „Seit ich den Raum hier kenne, hat die Gemeinde auch schon viel gemacht. Dach, Fenster und Treppenaufgang wurden erneuert“, so Winkler. Auch der Basketballkorb, der ungenutzt auf dem Bauhof lag, ist aufgestellt worden und findet bereits regen Zuspruch.

„Man sieht jetzt hier Gruppen, von denen man es nicht gedacht hätte. Dass der Platz so angenommen wird, freut uns natürlich“, erzählt Scheibe. Bis der Jugendraum regelmäßig geöffnet werden kann, müssten allerdings noch Strukturen aufgebaut werden. Vor allem demokratische Strukturen, deren Aufbau eine wertvolle Erfahrung für die Jugendlichen sein soll, die aber sozialpädagogisch begleitet werden müssten. Dafür sei dieses Projekt geeignet. Das Ziel ist, dass die Verwaltung durch Jugendliche sich bis zum Auslaufen des Projektes soweit verselbstständigt hat und von den „Älteren“ an die „Jüngeren“ weitergegeben wird, so Keppler. Denn Vertrauensbildung und Selbstverwaltung seien der Kern des Projekts. (Margitta Hild)

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