Rettung für leerstehende Häuser

Hann. Münden und Duderstadt beteiligen sich an Projekten für Fachwerkhäuser

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Für den Erhalt von Fachwerkbauten machen sich Prof. Manfred Gerner, der Herborner Bürgermeister Hans Benner, die zukünftige Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Fachwerkstädte (ADF), Maren Sommer Frohms, und Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte stark (von links).

Duderstadt/Hann. Münden. Wie können leer stehende Fachwerkhäuser gerettet werden? Dieser Frage nimmt sich ein Forschungsvorhaben an – die Stadt Hann. Münden ist daran beteiligt.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung wird dabei den Weg der Bürgergenossenschaft Mündener Altstadt zur Rettung der wertvollen Fachwerksubstanz untersuchen. Das sagte Mündens Denkmalpfleger Burkhard Klapp in Duderstadt.

Zweiter Ansatz wird die Einrichtung eines deutschlandweiten Fonds sein. Daraus solle das bürgerschaftliche Engagement beim Kauf und bei der Sanierung eines Fachwerkhauses finanziell unterstützt werden, sagte der geschäftsführende Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Fachwerkstädte (ADF), Prof. Manfred Gerner (79), nach der zweitägigen Tagung in Duderstadt.

Bei dem Forschungsvorhaben sollen auch die hessischen Städte Felsberg und Homberg/Efze sowie die beiden thüringischen Städte Bleicherode und Treffurt mitwirken.

Gerner sagte weiter, mit dem Projekt „Kommunen innovativ – Bürgerfonds“ sollen die Möglichkeiten von Bürgergruppen zur Eigeninitiative mithilfe von Finanzierungsmodellen verbessert werden. Weitere Partner sind die Stiftung „trias“ und das Planungsbüro „StadtLand UG“ in Leipzig. Interessant könnte das Programm besonders für Städte mit vielen Leerständen sein.

Crowdfunding-Kampagne ist angedacht

Gedacht ist bei der Auffüllung des Fonds auch an eine Crowdfunding-Kampagne. Erste Ergebnisse sollen im Rahmen einer Tagung im September diskutiert werden.

Hann. Münden soll zudem ein Kompetenzzentrum für Klimaschutz in Fachwerkstädten bekommen. Dabei befindet sich die Drei-Flüsse-Stadt in Gesellschaft von Wolfhagen(Hessen), Schiltach (Baden-Württemberg) und Bleicherode (Thüringen). 

Bis spätestens Ende 2019 soll jeweils ein Energieberater in diesen Städten arbeiten, der sich auf die speziellen Eigenheiten eines Fachwerkhauses bei Wärmedämmung und effizientem Energieeinsatz spezialisiert hat und die Hauseigentümer berät. „Wir können unsere Fachwerkhäuser ja nicht hinter einer Dämmschicht verschwinden lassen“, sagte Gerner mit Blick auf die in den vergangenen Jahren gestiegenen Anforderungen der Energieeinsparverordnung beim Bauen und Sanieren.

Weiteres Projekt ist die Heranführung von Migranten an die Wohneigentumsbildung in Fachwerkhäusern durch bürgerschaftliches Engagement sowie die Qualifikation in fachwerknahen Bauberufen. Ein Workshop zum Thema soll am 7. Juni in Hann. Münden stattfinden.

Außer Hann. Münden sind Duderstadt, Eschwege, Spangenberg, Celle, Herborn, Ridelingen, Seligenstadt und Neumünster beteiligt. Interesse haben auch Schwalmstadt-Treysa, Salzwedel und Schladen. 

AG Deutscher Fachwerkstädte

Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Fachwerkstädte (ADF) wird von annähernd 140 Städten gebildet. Unter dem neuen Slogan „Lifestyle Fachwerk“ setzt sie sich für den Erhalt dieser Bauform ein, die seit über 1000 Jahren das Bild vieler Städte prägt. Der Bestand an Fachwerkbauten wird in Deutschland auf 1,4 Millionen geschätzt. Die Deutsche Fachwerkstraße als „große Tochter“ der ADF, die etwa 100 Städte verbindet, ist mit 3500 Kilometern die längste Kulturferienstraße Deutschlands. Geführt wird die ADF von Prof. Manfred Gerner als geschäftsführender Präsident, Vorsitzender des Vorstands ist der Herborner Bürgermeister Hans Benner. Ende des Jahres wird Maren Sommer-Frohms die Geschäftsführung der in Fulda ansässigen ADF übernehmen.

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