Operation im Oktober 2014

Prostata-Krebs besiegt - Jetzt läuft er Marathon fürs Krankenhaus

Dankbar für die gute Betreuung: Peter Hecker wurde nach seiner Prostatakrebserkrankung in Hann. Münden operiert. Als Dank trägt er nun die Aufschrift „Ich laufe für das NZN Station 1 gegen Krebs“ auf seinem Sportshirt. Foto:  privat/nh

Hann. Münden. Peter Hecker (52) aus Ahnatal hatte Prostatakrebs. Nach gelungener Operation im NZN in Münden läuft der Marathonläufer nun bei Wettkämpfen für das Krankenhaus.

„Man läuft nur durch Nebel und denkt, das Leben sei zu Ende.“ Mit diesem Satz beschreibt Peter Hecker die Momente und Stunden nach seiner Diagnose Prostatakrebs.

Im September des vergangenen Jahres wurde bei einer Routineuntersuchung ein erhöhter PSA-Wert (Prostataspezifisches Antigen) bei dem 52-Jährigen festgestellt, was ein Indikator für die Krebserkrankung sein kann. Nach einem MRT-Check im Klinikum Kassel, teilte ihm der zuständige Arzt auf dem Flur des Krankenhauses mit, dass sich die schlimme Vermutung bewahrheitet - und verabschiedete sich ohne ein weiteres Wort.

„Das war hart“, erzählt Hecker, „ich habe mich wie bewusstlos gefühlt.“ Seine Frau sei im Gegensatz zu ihm mit der Situation besser umgegangen und habe sich direkt nach Kliniken umgesehen. In Hamburg und Hann. Münden wurde man fündig - nach der Erfahrung in Kassel wollte Hecker aber in eine ruhigere Umgebung, in der weniger los ist.

Und das hat er nicht bereut: „Die Schwestern, Pfleger und Ärzte am Nephrologischen Zentrum Niedersachsen (NZN) sind alle top. Gleich am ersten Tag nach der Operation habe ich psychologische Betreuung bekommen. Auch die Nachbehandlung ist gut und man kann jederzeit anrufen und Fragen stellen“, ist der 52-Jährige aus Ahnatal über seine damalige Entscheidung froh.

Operiert wurde Hecker im Oktober 2014. „Man hat mir gesagt, dass das in den nächsten drei Monate nach der Diagnose gemacht werden muss. Ich hatte aber noch zwei Wettkämpfe, die ich unbedingt machen wollte“, berichtet Hecker. Mit Wettkämpfen meint er unter anderem Marathon, Triathlon und sogenannte „Tough Mudder“, eine Art von Hindernislauf, bei dem sich die Teilnehmer alleine oder in Teams durch Schlamm und über Stacheldrahtzaun oder andere Hürden kämpfen. Sport ist und war immer Heckers Leidenschaft.

Deswegen verschob Hecker die Operation in den Oktober. Und acht Wochen nach dem erfolgreichen Eingriff sei er schon wieder auf der Piste gewesen - dieses Mal aber mit einem neuen Outfit. „Ich habe zu einer Schwester vor der Operation gesagt, dass ich, sollte ich die Operation überleben, in Zukunft für die Klinik laufen werde“, erklärt der Justizvollzugsbeamte.

Und Hecker hielt Wort: Bei seinen Wettkämpfen trägt er seitdem ein Oberteil mit der Aufschrift „Ich laufe für das NZN Station 1 gegen Krebs“. Der Sport ist für Hecker, neben den Gesprächen mit seiner Frau und Freunden, die Rettung: „Der Sport hilft mir unheimlich viel. Wenn ich abends nach Hause komme gibt es Phasen, in denen man einfach schreien oder etwas kaputt machen möchte. Beim Sport wird alles weggeschoben und ich entspanne.“

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