"Fragwürdige Rituale"

Grüne kritisieren Puppenverbrennung: Grenzüberschreitung

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Kritisierte die Puppenverbrennung: Der südniedersächsische Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin (Grüne).

Hann. Münden. „Das Vorgehen von K+S und die Rolle der hessischen Umweltministerin stehen zu Recht in der Kritik." Das erklären die Bündnisgrünen in Hann. Münden.

„Auch wir Mündener Grünen sehen die Rolle von Priska Hinz mehr als kritisch. Aber wir setzen uns argumentativ mit der Sache auseinander und greifen nicht zu fragwürdigen Ritualen“, erklärt Hartmut Teichmann, Vorstandsmitglied der Mündener Grünen.

Dass eine grün gefärbte Puppe unter Anwesenheit des niedersächsischen SPD-Landtagsabgeordneten Ronald Schminke in Hann. Münden verbrannt werde, sei ein Skandal. Man sehe darin eine nicht hinnehmbare Grenzüberschreitung, so Teichmann.

Symbolische Verbrennungen hätten eine unrühmliche Tradition. Ein Abgeordneter des Landes Niedersachsen, der solch eine „öffentliche Pseudo-Hinrichtung unterstützt, überschreitet definitiv eine rote Linie“, heißt es weiter.

Vorstandsmitglied Teichmann: „Die Form einer zivilisierten Auseinandersetzung muss das Argument und dessen Überzeugungskraft sein, nicht das Verbrennen von Strohpuppen, die offensichtlich den politischen Gegner symbolisieren. Wir fordern daher eine öffentliche Entschuldigung Schminkes. Anderenfalls wäre sein Rücktritt unumgänglich.“

Bürgerinitiativen hatten am Tag des Weser-Marathons gegen die Salzfracht im Fluss protestiert, dabei war eine grüne Puppe verbrannt worden.

Auch der südniedersächsische Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin (Grüne) hat sich zu diesem Thema zu Wort gemeldet. „Eine Protestaktion mit dem Verbrennen grüner Puppen ist vollkommen inakzeptabel. Es ist nicht nur ein Tabubruch, sondern geschichtsvergessen und menschenfeindlich.“ Der SPD-Landtagsabgeordnete Ronald Schminke müsse sich davon deutlich distanzieren. Man könne als demokratischer Abgeordneter „solche menschenverachtende Aktionsformen nicht unterstützen.“ 

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