Mit PS-Giganten bei der Mais- und Rübenernte

Blick unter den Rübenroder: Karsten Windel (links) erläutert Eckhard Seute aus Gimte die Funktion des Rodevorgangs. Foto: Hübner

Rosdorf/Hann. Münden. Gewinner des HNA-Glückstelefons aus Gimte erlebten hautnah die Mais- und Rübenernte auf PS-Giganten mit.

Für Eckhard Seute (56) sowie für Nils (14) und seinen Opa Heinz Koch (64) hat sich ein Traum erfüllt: Sie durften den Endspurt der diesjährigen Ernte auf PS-starken Schleppern, einem Maishäcksler und einem Rübenroder erleben. Möglich wurde dies durch eine Initiative des Landvolk-Verbandes Göttingen und der HNA-Mündener Allgemeine. „Wir wollen mit dieser Aktion Verständnis für die mit der Ernte verbundenen Transporte auf den Straßen wecken“, sagte der Geschäftsführer der Kreisbauern, Achim Hübner (48).

Start- und Zielpunkt war die Biogasanlage in Rosdorf, auf der es bis zum Ende des vergangenen Wochenendes zuging wie in einem Bienenstock. Fast im Sekundentakt rollten die Schlepper mit ihren bis zur Kante vollgeladenen Anhängern an, um den frisch gehäckselten Mais abzuliefern. Wiegen, kurze Probeentnahme, um den Feuchtegehalt der Lieferung zu bestimmen, und Verbuchung der Anlieferung und schon ging’s zum Abladen auf die gigantischen Lagerstätten, aus denen die Biogasanlagen kontinuierlich zur Erzeugung von Biogas und Wärme gefüttert wird.

„Wir ernten jährlich zwischen 35 000 und 40 000 Tonnen. Was zählt, ist die Trockensubstanz“, berichtete Achim Hübner.

Um die Ernte zu bewältigen, muss die Organisation stimmen. Ein Rädchen fast ins andere. „In diesem Jahr sind wir 14 Tage früher dran als gewöhnlich“.

Stress pur

Für Landwirte und Lohnunternehmer bedeutet die Ernte Stress pur und für die Dörfer, durch die der Ernteverkehr rollt, eine zusätzliche, aber unvermeidliche Belastung. Rücksichtnahme und Verständnis ist von allen Seiten gefragt, um die kostbare Fracht von den rund 700 Hektar, bis zur Weser reichenden Anbauflächen sicher und ohne Unfälle in die Biogasanlage zu bringen.

Panaroma-Rundumblick

Als Schlepperfahrer Christian Glahe aus Hilkerode stoppte, kletterte Eckhard Seute zu ihm in den Fahrerstand mit dem Panaroma-Rundumblick. „Mich fasziniert die Technik der Landmaschinen“, sagte der 56-Jährige aus Gimte mit sichtlicher Vorfreude.

Und schon setzte Christian Glahe seinen Deutz 7210 TTV mit über 200 PS in Bewegung.

Präzisionsarbeit

Auf dem Acker stieg Eckhard Seute sofort in den Maishäcksler um - für die Fahrer Routine, für Eckhard Seute eine Premiere. Und das in einem Claas Jaguar 940 mit über 550 PS. „Maschinen der Firma Claas interessieren mich besonders“, sagte Eckhard Seute. Die Maisernte bedeutet für die Männer an den Lenkrädern Präzisionsarbeit: Denn der Häckselfahrer muss nicht nur alle Pflanzen erwischen, sondern die Masse muss zielgenau im parallel fahrenden Hänger landen.

Das heißt, dass beide Fahrer, die mit einander in Funkverbindung stehen, ihre Fahrzeuge synchron steuern müssen. „Faszinierend“ fand das Eckhard Seute, zumal die Erntefahrer immer wieder mit Problemen, wie beispielsweise flach- oder schrägliegenden Pflanzen zu kämpfen haben. Wenn alles glatt läuft, dauert ein Beladevorgang nur vier bis fünf Minuten und schon sind rund zehn bis zwölf Tonnen Mais abgeerntet, dann folgt der nächste Schleppverband.

Beim Rübenroden ist ebenso Präzisionsarbeit gefragt. Der Holmer Terra Dos T3 mit seinen 480 PS läuft dabei wie ein Uhrwerk über die Äcker, um die süße Fracht aus der Erde zu holen.

Beeindruckend diese Kolosse, finden nicht nur Nils Koch aus Fürstenhagen und sein Großvater Heinz Koch aus Hemeln, sondern auch viele andere, die sich an dieser Technik begeistern. (zhp)

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.