„Steigende Tendenz“

Psychische Belastung steigt: Menschen im Landkreis Göttingen waren häufiger krank geschrieben

Die Universitätsmedizin: Mit Unterstützung aus Göttingen entsteht ein Campus in Wolfsburg.
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Auch für Menschen, die nach einer Covid-19-Infektion mit psychischen Beschwerden zu kämpfen haben, gibt es in der UMG eine Ambulanz.

Seit Jahren nimmt die Zahl der psychisch kranken Menschen zu. Die Pandemie belastet die Menschen zusätzlich. Das wirkt sich auch auf den Landkreis Göttingen aus.

Landkreis Göttingen – Seit Jahren nimmt die Zahl der psychisch kranken Menschen zu. Die Pandemie belastet die Menschen zusätzlich. Das zeigen auch die Auswertungen der Krankschreibungen wegen psychischer Beschwerden der AOK Niedersachsen: 2019 waren demnach 4366 Menschen im Kreis deshalb krankgeschrieben. 2020 waren es 107 mehr.

„Grundsätzlich eine steigende Tendenz von psychischen Erkrankungen“

Im November 2021 lag die Zahl bei 4524. Hochrechnungen der AOK zeigen, dass bis Ende 2021 noch etwa 400 Krankmeldungen hinzukommen könnten. Auch wenn diese Zahlen vorläufig seien, werde „grundsätzlich eine steigende Tendenz von psychischen Erkrankungen anhand der Datenlage ersichtlich“, teilte die AOK mit. In der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) steige in den Ambulanzen die Nachfrage an Behandlungen wegen psychischer Beschwerden von Jahr zu Jahr, sagt Dr. Claus Wolff-Menzler, stellvertretender Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Er sagt aber auch: „Inwieweit die Steigerung der Nachfrage ausschließlich mit Corona zu tun hat, lässt sich nur schwer abgrenzen.“

UMG: Ambulanz für Post-Covid-Patienten

Trotz steigender Nachfrage könne man die Psychiatrie derzeit nicht voll ausnutzen. Das habe vor allem mit den Hygiene-Regeln zu tun, die umgesetzt werden mussten. Auch für Menschen, die nach einer Covid-19-Infektion mit psychischen Beschwerden zu kämpfen haben, gibt es in der UMG eine Ambulanz. Doch die Anzahl an Patienten, die in einem klaren Zusammenhang mit einer Coronainfektion psychische Beschwerden bekommen haben, ist eher klein, so Wolff-Menzler.

Corona: Einschränkungen und Pandemie führt zu Problemen

Die meisten Menschen litten unter der Coronasituation allgemein. Carsten Schmidt, Psychotherapeut bei der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention bei der Diakonie in Hann. Münden und Göttingen, beobachtet, dass Menschen häufiger unter komorbiden Störung litten. Das bedeute, dass bereits psychisch Kranke an einer weiteren psychischen Störung erkrankten. So gebe es zum Beispiel depressive Menschen, die gleichzeitig ein Suchtproblem entwickeln. Insgesamt habe seit 2020 „die depressive Symptomatik gefühlt zugenommen“, sagt Schmidt. (Natascha Terjung)

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