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Holzbau soll Vorfahrt haben: Stadt Hann. Münden soll Möglichkeiten für eigene Gebäude prüfen

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Von: Thomas Schlenz

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Blick auf die Stadt Hann. Münden mit der Fulda im Vordergrund.
Holzbau soll bei Bauvorhaben der Stadt Hann. Münden Vorrang haben. (Symbolbild) © Jens Döll

Die Stadt Hann. Münden soll laut Rat die Möglichkeiten für eigene Gebäude prüfen, ob diese in Holzbauweise gebaut werden können. Das sorgte nicht bei allen Fraktionen für Zustimmung. Ziel ist der Klimaschutz.

Hann. Münden – Die Stadt Hann. Münden soll bei öffentlichen Bau- und Sanierungsprojekten künftig prüfen, ob eine Konstruktion in Holzbauweise möglich ist und diese dann gegenüber einer Bauweise aus CO₂-intensiven Materialien, wie Beton oder Stahl, bevorzugen. Das hat der Mündener Rat mehrheitlich entschieden.

Hann. Münden: Rat für Priorisierung von Holzbau

Besonders kritisch zu dem Antrag von Grüne/MÜNA äußerte sich Markus Jerrentrup (CDU). Es sei unstrittig, dass bei der Herstellung von Zement CO₂ emittiert werde. Er halte den Antrag aber für „absolut schwach“.

Durch die Überschrift „Holzbau statt Beton und Stahl“ werde ein komplexes Thema ad absurdum geführt. Fundamente müssten beispielsweise aus Beton hergestellt werden. Es blieben dann die Wände und die Zwischendecken. „Was nicht passieren darf, ist, dass Beton verurteilt wird“, betonte Jerrentrup. Es sei wichtiger, sich um wirklich wichtige Aspekte für den Klimaschutz zu kümmern, wie zum Beispiel die Förderung von Fotovoltaik auf Gebäuden. Deswegen würde die CDU-Fraktion gemischt über den Antrag abstimmen. Als weiteres Problem nannte Jerrentrup eine zusätzliche Belastung der Verwaltung.

Hartmut Teichmann (Grüne) entgegnete, wenn man die Klimakrise überwinden wolle, müsse der Einsatz von Beton und Zement verringert werden.

Hann. Münden: Holz habe bessere Klimabilanz als Beton

Holz sei dagegen beständig, nachwachsend und setze kein CO₂ frei, sondern binde das Treibhausgas. „Wir brauchen Holz zum Erhalt des Klimas als Bauholz“, betonte Teichmann. Außerdem könne Holz zu einer Verkürzung der Bauzeit beitragen. Die Stadt baue immer noch konventionell und verpasse dadurch Chancen. Als Beispiel nannte Teichmann die Kita am Wittenborn. Jürgen Stieler habe recht, dass Holz nicht alles ersetzen könne. „Man kann aber Kindergärten sehr schnell in Holzbauweise erstellen“, so Teichmann weiter. Die Kommune müsse beim Klimaschutz eine Führungsrolle übernehmen.

Außerdem stimme man „nicht über die Überschrift des Antrags, sondern den Inhalt der Beschlussvorlage ab“, erklärte Teichmann. Markus Jerrentrup verwies darauf, dass in Holzbauten auch Gips für Faserplatten verwendet werde. Auch dieser sei ökologisch nicht unbedenklich. „Wollen Sie das alles verbieten?“, fragte er an die Antragssteller gerichtet. Teichmann entgegnete, er wolle gar nichts verbieten, sondern nur erreichen, dass die Stadt umweltgerecht baut.

Der SPD-Fraktionschef, Dr. Joachim Atzert, erklärte, der Antrag sei richtig, noch besser der Kompromissvorschlag, die Stadt solle Holz dort nutzen, wo dies möglich sei. Das Mehr an Verwaltungsarbeit sei „nicht schön“. Gleichwohl sei es gut, wenn der Holzbau Priorität bekomme, deswegen sei er dafür. (Thomas Schlenz)

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