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Rathaus Hann. Münden: Geld für Sanierung des nächsten Abschnitts freigegeben

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Von: Thomas Schlenz

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Der Haushaltsplan der Stadt Hann. Münden (hier das historische Rathaus) weist ein Defizit auf. Archiv
Das Historische Rathaus der Stadt Hann. Münden in der Altstadt. © Jens Döll

Die Sanierung des Historischen Rathauses in Hann. Münden geht in die nächste Etappe. Der Verwaltungsausschuss hat entschieden, die Arbeiten fortzusetzen.

Hann. Münden – Die Sanierung des Historischen Rathauses in der Dreiflüssestadt geht in die nächste Etappe. Damit der bereits sanierte Teil mit unter anderem der neuen barrierefreien Toilettenanlage genutzt werden könne, habe er mit dem Verwaltungsausschuss entschieden, die Sanierungsarbeiten fortzusetzen, sagt Mündens Bürgermeister Tobias Dannenberg.

Bürgermeister Tobias Dannenberg und Jürgen Stieler vom Fachdienst Hochbau im bereits sanierten Teil des Historischen Rathauses in Hann. Münden.
Bürgermeister Tobias Dannenberg und Jürgen Stieler vom Fachdienst Hochbau im bereits sanierten Teil des Historischen Rathauses in Hann. Münden. © Thomas Schlenz

Hann. Münden: Rathaus wird in mehreren Abschnitten saniert

Wegen der Komplexität der Arbeiten und der zu erwartenden Kosten, habe sich der Rat einst für eine Sanierung in mehreren Abschnitten entschlossen. Von den Planern sei aber davon ausgegangen worden, dass sich die einzelnen Bauabschnitte jeweils anschlössen.

Ein Stopp der weiteren Sanierungen hätte Anpassungsarbeiten und damit zusätzliche Kosten verursacht, da diese im Falle eines eventuell späteren Weiterbaus wieder hätten zurückgebaut werden müssen, so Dannenberg.

„Aus planerischer und wirtschaftlicher Sicht sollten daher jetzt die Vorbereitungen für die Umsetzung vom 2. Bauabschnitt erfolgen“, erklärt der Bürgermeister. Laut Jürgen Stieler vom Fachdienst Hochbau der Stadt stünden nun zunächst sogenannte vorgezogene Rückbauarbeiten mit Wand- und Deckenöffnungen an. Dabei gehe es darum, die alte Bausubstanz zu erkunden, um nachher keine Überraschungen bei der Ausschreibung zu erleben. Ziel sei es kosten- und zeitintensive Umplanungen zu vermeiden.

Touristinformation und das Standesamt müssen umziehen

Für den Weiterbau müssen nun die bisherige Rathauswache an ihren neuen Standort sowie die Touristinformation und das Standesamt umziehen. „Der nächste Bauabschnitt soll dann nach hoffentlich positiver Entscheidung des Ende 2021 gestellten Antrags im Förderprogramm Nationale Projekte des Städtebaus angegangen werden“, erklärt Bürgermeister Dannenberg. Die Stadt Hann. Münden hatte sich für genau diese Förderung in den vergangenen Jahren allerdings bereits mehrfach erfolglos beworben und bisher keine Fördermittel aus dem Topf erhalten.

Bürgermeister Dannenberg und sein Hochbauleiter Jürgen Stieler betonen, dass trotz der klammen Finanzsituation der Stadt die Vorbereitung des nächsten Bauabschnitts unumgänglich sei, die vorgezogenen Rückbauarbeiten sparten auch hohe Kosten für ansonsten notwendige Anpassungsarbeiten ein und trügen zu einer zügigen Sanierung bei. Stieler verwies in diesem Zusammenhang auf Elektro-Installationsleitungen und die marode Heizungsanlage.

Hann. Münden: Rathaus ist Aushängeschild der Stadt

Von der alten, etwas dunklen Rathauswache geht es rechts in den neuen Flur. „Hier sollen die Schließfächer hin“, sagt Jürger Stieler vom Fachdienst Hochbau der Stadt Hann. Münden und zeigt auf einen ersten Schrank, der noch auf dem Fußboden steht. „Leider hat der Hersteller momentan Lieferprobleme.“

Es geht weiter in das neue lichtdurchflutete Treppenhaus. Sofort fällt die in Teilen massive Eichenholztreppe ins Auge, die im Kontrast zu den alten, jetzt rötlich gestrichenen Deckenbalken steht. Für die Holztreppe habe er gekämpft.

Zunächst habe es geheißen, das sei aus Brandschutzgründen schwierig. „Zum Glück konnte ich aber mit meinen Argumenten überzeugen“, sagt Stieler. „Das Historische Rathaus ist ein Aushängeschild der Stadt“, sagt Mündens Bürgermeister Tobias Dannenberg. Der Weiterbau sei nun dringend nötig, um die bereits fertiggestellten Räume überhaupt nutzen zu können, erklärt er.

Bauarbeiter kennen die Macken des alten Gebäudes

Beim Gang durch das alte Gemäuer zeigt Jürgen Stieler auf den noch nicht sanierten, aber entkernten Übergangsbereich. Überall sind lose Kabel und Rohrleitungen zu sehen. „Wenn wir jetzt aufgehört hätten, weiterzubauen, hätten wir das provisorisch einschalen müssen“, sagt er. Außerdem wüssten die am jetzigen Bauabschnitt beteiligten Handwerker genau, welches Kabel, welche Rohrleitung wofür gut sei. „Das wird schwieriger, wenn es erst in ein paar Jahren weiter gegangen wäre“, betont Stieler. Zudem seien die Handwerker jetzt ein eingespieltes Team und mit der Arbeit in dem alten Haus vertraut, die immer wieder auch Überraschungen birgt. Auch die Erneuerung der alten Heizung sei Teil des nächsten Bauabschnitts.

Dass ein Provisorium auch langfristig zum Dauerzustand werden kann, wird beim Blick in den Eingangsbereich vor der alten Rathauswache deutlich: Holzstützen bilden dort eine Traghilfe für die Decke. „Nach dem Umzug der Rathauswache werden wir hier die Decke abnehmen, damit wir genauer wissen, mit welcher Substanz wir es zu tun haben. Das ist wichtig für eine präzise Ausschreibung und Auftragsvergabe“, sagt Stieler. (Thomas Schlenz)

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