Kommunalpolitik in Hann. Münden

Ratsherr Manfred Albrecht verzichtet auf sein Mandat in Hann. Münden

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Aktenstudium: Dr. Manfred Albrecht von „Münden aktiv“ liest sich in Themen ein. 

Hann. Münden. Eine nicht unbedeutende kommunalpolitische Personalie wird unter Tagesordnungspunkt vier der nächsten Ratssitzung in Hann.Münden (Donnerstag, 21. Juni, 16 Uhr Welfenschloss) behandelt: Mandatsverzicht des Ratsherrn Dr. Manfred Albrecht.

Der Politiker, der in dieser Ratsperiode für „Münden aktiv“ in Fachausschüssen und im Rat sitzt, zieht sich aus der ersten Reihe zurück. Er legt sein Mandat nieder. Das hat nichts mit Frust und Enttäuschung zu tun, wie er im Gespräch betont, vielmehr liegen die Gründe „in rein privater Natur“. Außerdem sei die Rotation früh beschlossen worden. Der 68-Jährige bezeichnet sich selbst als Familienmensch und deshalb wolle er nicht zuletzt mehr Zeit mit seiner Frau und seinen drei Enkeln verbringen.

Ines Albrecht-Engel

Das Pikante an der Entscheidung: Für Manfred Albrecht rückt seine Frau Ines Albrecht-Engel (67), einst Fraktionschefin der Mündener SPD, als „Münden-aktiv-Mitglied“ in den Rat nach. Dass dieses seine privaten Pläne, mehr Freiräume für die Familie zu bekommen, konterkariert, ist dem Frauenarzt bewusst. „Das ist nicht gerade glücklich.“ Und es wird nicht der letzte Wechsel sein. Joachim Block soll als Nummer drei in dieser Periode auf Ines-Albrecht-Engel folgen.

Dem gebürtigen Eichsfelder – er stammt aus Arenshausen bei Heiligenstadt – ist die Dreiflüssestadt längst ans Herz gewachsen. Albrecht mischt sich auf angenehm-interessierte Art in Belange der Stadtentwicklung ein.

Er ist ein Tausendsassa, will junge Menschen für die Politik begeistern und fühlt sich dem Markenzeichen Hann. Mündens, dem Fachwerk, verpflichtet. Von der Burckhardtstraße in Neumünden sind die Albrechts in die Altstadt gezogen, haben ein Gebäude restauriert und wohnen nahe dem Kulturzentrum Ochsenkopf. „Damit haben wir uns einen Traum erfüllt“, sagt Albrecht und lobt das ehrenamtliche Engagement zahlreicher Mündener, die ihre Stadt voranbringen wollen.

Gleichwohl weiß er, dass damit manchmal Aufgaben, die eigentlich der Stadt obliegen, von Bürgern erledigt werden. Wie ehrenamtliche Beteiligung für die Öffentlichkeit aussehen kann, beweist Manfred Albrecht mit seinem Einsatz für die Tillyschanze. Das Wahrzeichen der Dreiflüssestadt hat in den vergangenen Jahren neuen Glanz erhalten, der viel Geld verschlungen hat. Die Schutz- und Fördergemeinschaft der Tillyschanze mit Manfred Albrecht an der Spitze setzt sich leidenschaftlich für die Schanze ein.

Mit dem 2003 gegründeten Spendenparlament bewegt sich Albrecht in einem weiteren Feld, das soziale Projekte unterstützt. Das soll auch künftig so sein. Selbstkritisch zieht Manfred Albrecht Bilanz seiner Ratsarbeit, die er in seiner dritten Periode beendet. „Das Hauptproblem ist, dass es während meiner Zeit nicht gelungen ist, die Haushaltssanierung wirksam voranzutreiben.“ Die Hoffnung, mit der kommunalen Selbstverwaltung der wachsenden Politikverdrossenheit entgegenzuwirken, gibt Albrecht nicht auf und sagt: „Wir müssen stolz sein auf die Stadt.“

Zur Person

Dr. Manfred Albrecht (68) ist derzeit in seiner dritten Legislaturperiode im Mündener Rat vertreten. Er war viele Jahre Ratsherr der SPD, aber nie Mitglied der Sozialdemokraten. 1952 ist er mit seiner Familie vom Eichsfeld nach Göttingen umgesiedelt. Er studierte in Köln Medizin und war später lange Jahre leitender Arzt der Frauenklinik am ehemaligen Vereinskrankenhaus. Albrecht ist Vater dreier erwachsener Kinder.

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