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Altkreis Münden: Hunde-Urin lässt Masten umfallen

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Von: Kira Müller

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Hunde-Urin ist auch im Altkreis Münden ein Problem: Die Standsicherheit von Laternen- und Verkehrszeichen-Masten kann dadurch gefährdet werden. SYMBOLBILD: DPA/BILDFUNK
Hunde-Urin ist auch im Altkreis Münden ein Problem: Die Standsicherheit von Laternen- und Verkehrszeichen-Masten kann dadurch gefährdet werden. © Ole Spata/DPA-Bildfunk

Das Problem mit dem Hundeurin betrifft neben Straßenlaternen auch Verkehrszeichen im Altkreis Münden. Bundesweit Schlagzeilen machte das Problem im Kreis Viersen. Den Ordnungsämtern ist das Problem bekannt.

Altkreis Münden – Der Hund gilt als der beste Freund des Menschen. Aber manchmal machen die beliebten Haustiere Probleme, vor allem wenn es um deren Hinterlassenschaften geht: Dass Hunde-Urin auch in städtischen Bereichen oft ein Ärgernis darstellt, darauf wurde erst vor Kurzem in Nordrhein-Westfalen aufmerksam gemacht.

Altkreis Münden: Probleme mit Hundeurin an Laternen

Im Kreis Viersen müssen über hundert Laternen-Masten ausgetauscht werden, da dort Hunde ihr Geschäft hinterlassen hatten. Das Aluminium der Masten reagierte mit dem Urin der Hunde, Wasser und Salz. Das Ergebnis: Korrosion, die die Masten so schwächt, dass sie nicht mehr standsicher sind und jeden Augenblick umfallen könnten. Aufgefallen waren die maroden Masten nach einem Sturm. Doch wie sieht es im ländlichen Bereich in und um Hann. Münden aus?

Stefan Müller vom Gemeindeservice Staufenberg erklärt auf Nachfrage unserer Zeitung, dass das Hunde-Urin-Problem auch in der Gemeinde Staufenberg bekannt sei. Nicht nur an Straßenlaternen, sondern auch an anderen Masten, wie bei Verkehrszeichen, sind Spuren des Urins sichtbar.

Für Müller ist klar, dass es aber nicht an fehlenden Flächen für Hunde liegt: Denn, dass diese an solchen Masten ihre Geschäfte verrichten, hat nicht allein mit Stadt- oder Landgebiet und den dort zur Verfügung stehenden Grünflächen zu tun, sondern auch mit dem Verhalten der Besitzer, sagt Müller. „Selbst, wenn im Landgebiet ausreichend Flächen zur Verfügung stehen, müsste das Gassigehen auch dort stattfinden und dies erfordert auch im ländlichen Raum den Willen, dorthin zu gehen“, erklärt er.

Phänomen mit einzelnen Masten in Hann. Münden

Andererseits dienen Parkanlagen vor allem zur Erholung der Bewohner und nicht nur zum Gassigehen mit den Vierbeinern. Auch Pflanzen leiden je nach Dosis unter dem Urin von Tier und Mensch. „Demnach ist der Urin wohl ein Problem, mit dem man in gewisser Weise leben und umgehen muss. Aber sicherlich ist es in Ballungsgebieten und hoher Einwohnerdichte ein größeres Problem als auf dem Land“, erklärt Müller.

Auch Stefan Beer, Technischer Leiter bei den Versorgungsbetrieben Hann. Münden bestätigt, dass das Problem des Hundeurins an Straßenlaternen in Hann. Münden bekannt ist. Wie in Viersen treten im Bereich des Übergangs zum Erdreich Korrosion auf. Es gebe aber keine Schwerpunkte in der Stadt, sondern das Phänomen trete nur an einzelnen Lampenmasten auf, erklärt Julia Bytom von der Stadt Hann. Münden.

Im gesamten Bereich der Hann. Mündener Straßenbeleuchtung wird jedes Jahr eine sogenannte Standsicherheitsprüfung der Masten durch eine externe Firma vorgenommen, um genau diese sichtbaren Probleme sowie die nicht sichtbaren Probleme zu finden. Die nicht mehr standfesten Masten werden ausgetauscht. (Kira Müller)

Neue Laternenmasten mit Kunststoffmanschetten

Seit etwa 20 Jahren werden beim Neubau von Straßenbeleuchtungsmasten nur noch Masten mit Kunststoffmanschetten genutzt, wie Stefan Müller vom Gemeindeservice Staufenberg erklärt. Die Gemeinde Staufenberg verfügt über rund 1100 Lichtpunkte an etwa 1000 Maststandorten (Alu und Stahl) mit einem Durchschnittsalter von rund 40 Jahren.

An älteren Masten könne man manchmal solche Korrosionsspuren sehen, allerdings führt das nicht automatisch zu einem Austausch. Der Mast muss nachweislich in seiner Trageigenschaft gestört sein. Weiterhin werden alle Masten alle sechs bis sieben Jahre durch Fachfirmen auf ihre Standsicherheit geprüft und bei Auffälligkeiten ausgetauscht. In den vergangenen 20 Jahren wurden aufgrund dieser Prüfungen rund 50 Laternenmasten in der Gemeinde ausgetauscht, davon seien etwa 15 Stück Opfer von Urin geworden, schätzt Müller. Ganz genau könne man die Ursache aber nicht nennen. 

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