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Waldbrandgefahr im Altkreis Münden hoch - Angst vor Brandstiftern geht um

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Von: Jens Döll, Ekkehard Maass

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Waldbrand: In Bühren in der Samtgemeinde Dransfeld brannte am Mittwoch ein Holzstapel. Die Flammen griffen auch auf den Wald über. Die Polizei vermutet Brandstiftung.
Waldbrand: In Bühren in der Samtgemeinde Dransfeld brannte am Mittwoch ein Holzstapel. Die Flammen griffen auch auf den Wald über. Die Polizei vermutet Brandstiftung. © Feuerwehr Dransfeld

Die Feuerwehren im Altkreis bereiten sich auf Waldbrände vor. Man sehe sich gerüstet, heißt es. Gleichzeitig kommt es vermehrt zu Bränden von Holzstapeln. Die Polizei ermittelt.

Altkreis Münden – Der Wald im Altkreis ist trocken, die Waldbrandgefahr somit hoch. Die Feuerwehren im Altkreis sehen sich auf die Lage vorbereitet. „In der Samtgemeinde haben wir mehrere Landwirte, die uns im Notfall mit ihren Tankwagen und Güllefässern unterstützen“, berichtet Matthias Freter, Pressewart der Feuerwehr in der Samtgemeinde Dransfeld.

Altkreis Münden: Waldbrandgefahr hoch

So könnten Zehntausende Liter Wasser an die entlegenen Brandstellen transportiert werden. Seit etwa 2018 mache die Frühjahrstrockenheit den Feuerwehren zu schaffen, so Freter weiter.

Der Wald ist im Frühjahr noch nicht belaubt, daher trockne die Hitze auch den Boden aus. Zudem liegen noch viel Laub und Bruchholz herum, was die Flammen im Falle eines Brandes weiter anheizen kann. Die Wehr, so Freter, ist mit Wasserrucksäcken ausgestattet, die mit Sprühdüsen ausgerüstet sind. Diese wurden von den Einsatzkräften aus der Samtgemeinde bei einem Einsatz in Sichelnstein eingesetzt. Solche Rucksäcke will nun auch die Wehr in Staufenberg beschaffen, berichtet deren Pressewart, Philipp Vogeley. Auch in der südlichsten Gemeinde Niedersachsens sei die Waldbrandgefahr hoch. Man arbeite eng mit der Forstgenossenschaft zusammen, so Vogeley weiter.

Tipps für den Umgang mit Waldbränden

Wer einen Waldbrand bemerkt, soll sofort die 112 wählen, sagt Stadtbrandmeister Dieter Röthig aus Hann. Münden. Wichtig, so der Feuerwehrmann, ist auch, dass man, nach Informieren der Brandschützer, vor Ort verbleibt und die Einsatzkräfte einweist. Das sei bei schmalen und unwegsamen Waldwegen besonders wichtig. Der Waldbrandgefahrenindex kann auf der Seite des Deutschen Wetterdienstes (DWD) eingesehen werden.

Hoffnung auf Regen in der Region Hann. Münden

„Wir hoffen auf Regen“, sagt Hann. Mündens Stadtbrandmeister Dieter Röthig. Bei den Feuerwehren der Stadt habe man mittlerweile Erfahrung, Wald- und Flächenbrände zu löschen.

„Die Wälder sind schon genug geschädigt“, beschreibt er die allgemeine Lage in den angrenzenden Waldgebieten. Trockenheit, Borkenkäfer und Stürme haben ihre Spuren hinterlassen. Mit Tanklöschfahrzeugen seien die Wehren der Dreiflüssestadt gut ausgerüstet. Zudem beschaffe man gerade vom Landkreis Göttingen einen Wassercontainer.

Neben der anhaltenden Trockenheit machen Röthig auch Brandstifter in der Region Sorgen. Nach ersten Ermittlungen geht die Polizei inzwischen davon aus, dass der Brand eines Holzstapels bei Bühren am Mittwoch gelegt wurde und möglicherweise auch zwei weitere.

Altkreis Münden: Brandstifter am Werk?

Im Altkreis Münden ist vermutlich ein Brandstifter unterwegs, der an Holzstapeln im Wald Feuer legt. Dreimal mussten Feuerwehren deswegen zu größeren Einsätzen ausrücken, zuletzt am Mittwochnachmittag (11.05.2022) in einem Forst bei Bühren. 37 Feuerwehrleute aus mehreren Orten waren zwischen 14 und 16.30 Uhr im Einsatz, um das Feuer zu löschen, wir berichteten.

Nach ersten Ermittlungen geht die Polizei inzwischen davon aus, dass jemand den Brand gelegt hat und schließt auch einen Zusammenhang mit früheren Holzstapelbränden in einem Waldstück an der Kreisstraße 222 zwischen Lutterberg und Sichelnstein in der Gemeinde Staufenberg und in der Nähe des Hann. Mündener Ortsteils Bonaforth nicht aus.

Brand in Staufenberg Mitte März

Gelagerte Holzstämme sind in einem Waldstück bei Sichelnstein in Brand geraten. Von dort hat sich das Feuer auf ein rund 4000 Quadratmeter großes Waldstück ausgebreitet. Luftbild: Thomas Meder
Gelagerte Holzstämme sind in einem Waldstück bei Sichelnstein in Brand geraten. Von dort hat sich das Feuer auf ein rund 4000 Quadratmeter großes Waldstück ausgebreitet. © Thomas Meder

Bereits nach dem Brand in Staufenberg waren die Ermittler davon ausgegangen, dass jemand das Feuer vorsätzlich gelegt hatte. Dort standen am Nachmittag des 13. März, einem Sonntag, mehrere Holzstapel an einem Waldweg in Flammen, von denen sich das Feuer durch Funkenflug auf eine rund 5000 Quadratmeter große Fläche mit viel Totholz und Windwurf ausgebreitet hatte. Die Löscharbeiten dauerten bis in die Abendstunden. Rund 120 Feuerwehrleute waren zum Schluss im Einsatz gewesen, darunter die gesamte Staufenberger Feuerwehr. Hinzu kamen Kräfte aus Hann. Münden, Dransfeld und Adelebsen. Die Berufsfeuerwehr Kassel hatte ein Tanklöschfahrzeug zur Unterstützung geschickt. Auch das Technische Hilfswerk aus Hann. Münden, das mit zehn Helfern und zwei Fahrzeugen vor Ort war, half beim Löschwassertransport und war später dafür zuständig, das Gelände auszuleuchten.

Holzstapel bei Bonaforth brannte

Das Feuer an einem Holzstapel in der Nähe von Bonaforth am Nachmittag des 1. Mai, ebenfalls einem Sonntag, ist früh genug entdeckt worden, sodass die Feuerwehr eine Ausbreitung auf den ganzen Polter und die angrenzenden Waldflächen verhindern konnte. 35 Feuerleute aus mehreren Ortsteilen waren am Hoher-Spieß-Weg nahe der Bundesstraße 496 auf Höhe von Bonaforth im Einsatz gewesen. (Jens Döll/Ekkehard Maaß)

Zeugen für Brand bei Bühren gesucht

Für den Brand am vergangenen Mittwoch bei Bühren sucht die Polizei nun Zeugen, die Hinweise zu verdächtigen Personen oder Fahrzeugen geben können. Hinweise an:  Göttinger Polizei unter Telefon 0551/491-2115

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