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Raum Hann. Münden: Goldene Zeiten für Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt

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Von: Jens Döll

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Symbolbild der DPA. Ein Mann trägt ein Bündel dünnes Bauholz auf der Schulter. Er trägt Arbeitsklamotten.
Material- und Fachkräftemangel beschäftigen das Handwerk. Auch im Arbeitsmarktbericht für April 2022 kristallisiert sich das heraus. (Symbolbild) © Rolf Vennenbernd/dpa

Die Agentur für Arbeit veröffentlicht Zahlen vom Arbeitsmarkt für April 2022. Der Markt stehe gut da, allerdings ist, wie auch in der vergangenen Zeit, der Fachkräftemangel ein Problem.

Altkreis Münden – Im April hat sich der Arbeitsmarkt weiter erholt. Das geht aus der Auswertung der Agentur für Arbeit in Göttingen hervor.

Im Geschäftsstellenbezirk Hann. Münden, der die Stadt Hann. Münden, die Samtgemeinde Dransfeld und die Gemeinde Staufenberg umfasst, gab es 977 Arbeitslose, was sechs weniger waren, als im März. Im April 2021 waren es noch 193 Arbeitslose mehr, so die Agentur für Arbeit. Die Arbeitslosenquote betrug im April 4,4 Prozent; vor einem Jahr belief sie sich auf 5,2 Prozent.

Raum Hann. Münden: Arbeitslosenquote bei 4,4 Prozent im April

Der Trend, dass vermehrt Stellen frei sind, zeigt sich auch im Altkreis Münden. Im April stieg der Bestand an Stellen um acht auf 476. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 115 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im April 72 neue Arbeitsstellen, 24 mehr als vor einem Jahr. Dem Thema Ausbildung komme eine immer größere Bedeutung zu, heißt es von Klaus Voelcker, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Göttingen.

Allerdings habe auch der Ausbildungsmarkt unter den Corona-Folgen zu leiden, da viele Jugendliche unentschlossen seien, ob und welche Ausbildung angestrebt werden solle. Voelcker appelliert daher an die Betriebe, kurzfristig Praktika anzubieten. Anfang Mai sind im Agenturbezirk 1768 der ursprünglich 2667 seit Oktober 2021 gemeldeten Berufsausbildungsstellen nicht abschließend vergeben. Demgegenüber warten noch 865 der insgesamt 1607 seit Oktober bei der Arbeitsagentur und den Jobcentern gemeldeten Ausbildungsinteressierten auf die Zusage eines Betriebes. In nahezu allen Branchen und Berufen seien weiterhin Ausbildungsstellen zu vergeben.

Berufsmessen in der Region

Die Agentur für Arbeit in Göttingen empfiehlt den Besuch von Ausbildungsmessen für junge Erwachsene, die sich noch orientieren wollen. Am 21. Mai soll so in Göttingen die Berufsbildungsmesse GöBit in der Lokhalle stattfinden. In Northeim findet laut Agentur der Berufs Info Markt (BIM) am 24. und 25. Juni statt. Zudem bildet die Berufsberatung der Agentur einen weiteren Ansprechpartner. Infos: 05 51/52 08 00 oder goettingen.berufsberatung@arbeitsagentur.de 

„Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit unterstützt gerne bei der Berufswahl oder der Ausbildungsplatzsuche“, heißt es in dem monatlichen Bericht. Es wird auch zu Umschulungen beraten.

Im Altkreis Münden meldeten sich im April 199 Menschen neu oder erneut arbeitslos, 47 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 208 Menschen ihre Arbeitslosigkeit. Das entspricht einem minus von 13 im Jahresvergleich.

Südniedersachsen: Arbeitsmarkt gut aufgestellt

In der Region Südniedersachsen herrscht weiter eine hohe Nachfrage nach Arbeitskräften. Das teilt die Agentur für Arbeit in Göttingen in ihrem Arbeitsmarktbericht für den Monat April mit.

Im April meldeten Wirtschaft und Verwaltung 1035 neue Arbeitsangebote bei der Arbeitsagentur. Das waren annähernd so viele wie im zurückliegenden Monat (-6/-0,6 Prozent) und 48 (4,9 Prozent) mehr als vor Jahresfrist. Mit 6381 Stellen ist der Bestand an offenen Arbeitsplätzen nach wie vor sehr hoch. Im Vergleich zum Vormonat wuchs das Angebot um 69 Stellen (1,1 Prozent), gegenüber April 2021 stehen aktuell 1803 Arbeitsofferten mehr zu Buche (39,4 Prozent).

Dies gilt für die Landkreise Northeim und Göttingen, die den Arbeitsagenturbezirk Göttingen bilden. „Trotz vielfältiger Herausforderungen – Corona-Pandemie, Ukrainekrieg, Energiewende, Klimaschutz und Transformation – ist der Arbeitsmarkt in der Region weiterhin in guter Verfassung. Die Chancen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, einen neuen Arbeitsplatz zu finden, sind gut.
Das zeigt nicht zuletzt die anhaltend hohe Nachfrage der Betriebe in nahezu allen Bereichen“, wird Klaus Voelcker, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Göttingen, zum Thema freie Stellen zitiert.

Haann. Münden: Qualifikation ist alles auf dem Arbeitsmarkt

„Und dort, wo die Arbeitsaufnahme beispielsweise aufgrund einer fehlenden Qualifikation hakt, können wir meist mit Weiterbildungsangeboten helfen“, fügt er hinzu und verweist darauf, dass vor allem gut qualifizierte Kräfte sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.

Arbeitsmarkt in Zahlen

Deutschland: April 2022: 2,309 Millionen Arbeitslose, minus 53 000 gegenüber März 2022. Quoten: 5,0 Prozent gegenüber 5,1 Prozent im März 2022 und gegenüber 5,5 Prozent im April 2021.

Hessen: April 2022: 156 245 Arbeitslose, minus 2510 gegenüber März 2022. Quoten: 4,5 % gegenüber 4,6 % im März 2022 und gegenüber 5,5 % im April 2022.

Niedersachsen: April 2022: 218 422 Arbeitslose, minus 4535 gegenüber März 2022. Quoten: 5,0 % gegenüber 5,1 % im März 2022 und gegenüber 5,9 % im April 2021.

In den Landkreisen Northeim und Göttingen beläuft sich die Quote der Arbeitslosen auf 5 Prozent, im März waren es 5,9 Prozent. In absoluten Zahlen heißt das, dass 11 976 Menschen keine Arbeit haben. Im Landkreis Göttingen einzeln betrachtet lag die Quote im April bei 5 Prozent, es waren 8577 Personen arbeitslos gemeldet. Im Landkreis Northeim waren es 3399 (4,8 Prozent). Diese Daten entsprechen, so die Agentur, dem gewöhnlichen saisonalen Verlauf auf dem Arbeitsmarkt.

Landkreis Göttingen: Arbeitslosenquote für April bei 5 Prozent

Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Menschen, die nicht als arbeitslos gelten, die aber zum Beispiel im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden. Die Unterbeschäftigung betrug nach vorläufigen Angaben im April 16 180. Damit sank der Wert um 2 316 oder prozentual um 12,5 Prozent im Vergleich zum April 2021. (Jens Döll)

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