Fläche für Windenergie

Windenergie an der A 7 in der Region Hann. Münden: Orte stehen Projekt offen gegenüber

Eine Vorrangfläche für Windenergie liegt laut RROP-Entwurf des Landkreises Göttingen zwischen Hedemünden und Lippoldshausen. Im Hintergrund ist das Gewerbegebiet Hedemünden zu erkennen, links die A7 und rechts die B80.
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Eine Vorrangfläche für Windenergie liegt laut RROP-Entwurf des Landkreises Göttingen zwischen Hedemünden und Lippoldshausen. Im Hintergrund ist das Gewerbegebiet Hedemünden zu erkennen, links die A7 und rechts die B80.

Windkraft ist eines der Themen in den kommenden Jahren. Demnächst liegt der Entwurf für das neue Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) des Landkreises Göttingen zur Einsicht aus. Unter anderem werden darin Vorrangflächen für Windenergie aufgeführt. Neben fünf Flächen in der Samtgemeinde Dransfeld, gibt es auch eine Fläche im Raum Hann. Münden.

Hann. Münden – Demnächst liegt der Entwurf für das neue Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) des Landkreises Göttingen zur Einsicht aus. Unter anderem werden darin Vorrangflächen für Windenergie aufgeführt. Neben fünf Flächen in der Samtgemeinde Dransfeld, deren Planung die Mitgliedsgemeinden kritisieren, gibt es auch eine Fläche im Raum Hann. Münden.

Den Unterlagen zur vergangenen Kreistagssitzung lag der RROP-Entwurf bei. Demnach ist die Fläche „Hann. Münden 01“ 34 Hektar groß. Sie befindet sich auf einer Ackerfläche zwischen den Orten Hedemünden, Oberode und Lippoldshausen.

Im Landkreis Göttingen 2 197 Hektar, die sich auf 29 Vorranggebiete verteilen.

Vorranggebiete für Windenergie bezeichnen Flächen im Landkreis, die sich für den Bau von Windkraftanlagen eignen. Zugleich werden andere Flächen für solche Projekte damit ausgeschlossen. Die Vorranggebiete werden in vier Arbeitsschritten bestimmt. Danach verbleiben im Landkreis 2 197 Hektar, die sich auf 29 Vorranggebiete verteilen.

Da die Landschaft zwischen den drei Mündener Ortsteilen bereits von der Autobahn 7 und Stromtrassen durchkreuzt wird und ein Gewerbegebiet vorhanden ist, führe die Errichtung von Windenergieanlagen zu einer geringen Neubelastung des Landschaftsraumes, so die Beurteilung.

Bürgermeister Hann. Münden: Verantwortung für die Energiewende

Harald Wegener, Bürgermeister der Stadt Hann. Münden, teilt auf Nachfrage mit, dass der Stadt aktuell kein Entwurf des RROPs vorliege. „Bürgermeister Eilers hat sich auf die Beschlussunterlagen des Kreistages bezogen, die sich aufgrund von Anträgen/Änderungswünschen jedoch noch mal geringfügig ändern können“, schreibt Wegener. Es sei zu erwarten, dass die Vorrangfläche bei Lippoldshausen im Entwurf erhalten bleibt. Wenn dieser vorliegt, werde er in den Ausschüssen diskutiert. „Wenn die Frage am Ende auch politisch zu entscheiden ist, sehe ich uns in der Verantwortung, die Energiewende gemeinsam zu erreichen. Dazu gehört auch die Suche nach geeigneten Standorten für Windkraftanlagen.“

Im RROP-Entwurf sind keine Vorrangflächen in der Gemeinde Staufenberg verzeichnet. Bürgermeister Bernd Grebenstein informiert auf Nachfrage, dass es „politisch aktuell kein vorrangiges Interesse oder Pläne für Windenergie“ gebe.

Die Karte zeigt den möglichen Standort von Windkraftanlagen in der Region Hann. Münden.

Das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) für den Landkreis Göttingen muss aufgrund der Fusion mit dem Altkreis Osterode aktualisiert werden.

Charakter der Region zu erhalten

Die Fläche „Hann. Münden 01“ liegt laut Entwurf vollständig innerhalb des Landschaftsschutzgebietes (LSG) Weserbergland-Kaufunger Wald. Ziel dieses Gebietes ist es, den Charakter der Region zu erhalten und Erholung in freier Landschaft zu ermöglichen. Der Schutzzweck werde beeinträchtigt, das Landschaftsbild aber nicht verunstaltet.

Zudem weise der Boden eine sehr hohe Fruchtbarkeit auf. Schall und Schattenwurf sei in einer Entfernung von 1000 bis 1500 Metern möglich. Hedemünden, Lippoldshausen und Oberode liegen etwa einen Kilometer entfernt. Während Schattenwurf nicht erwartet wird, könnten Schallimmissionen nicht ausgeschlossen werden.

Das artenschutzrechtliche Risiko wird als hoch eingestuft. Es seien Populationen von Rot- und Schwarzmilan bekannt sowie Jagdgebiete von Fledermäusen. Auch ältere Hinweise auf Uhus lägen vor. Das Risiko könne durch Abschalten der Anlagen zu bestimmten Tageszeiten minimiert werden. Außerdem überschneidet sich die Vorrangfläche mit dem Römerlager Hedemünden. Die wesentlichen Bereiche des Bodendenkmals befänden sich jedoch außerhalb der Fläche.

In Lippoldshausen werde das Interesse erst einmal zur Kenntnis genommen.

Gerd Hujahn, Ortsbürgermeister von Lippoldshausen, berichtet, dass er unabhängig vom RROP Anfragen für Flächen auf Lippoldshäuser Gebiet erhalten und Termine mit Interessenten gehabt habe. Das sei auch im Ortsrat besprochen worden, wo das Meinungsbild unterschiedlich ausgefallen sei. „Als Mitglied im Umweltausschuss des Landes bin ich der Überzeugung, dass wir nicht darum herum kommen, bei regenerativen Energien kräftig nachzulegen, um die Klimaziele zu erreichen“, sagt Hujahn. „Wenn es sozialverträglich ist und an Stellen, wo die Beeinträchtigung überschaubar ist, bin ich dafür.“ In Lippoldshausen werde das Interesse erst einmal zur Kenntnis genommen.

In Oberode sind die Entwürfe noch kein Thema im Ortsrat gewesen, berichtet Ortsbürgermeister Karl Heinz Held. „Aus meiner Sicht haben wir nichts dagegen. Wir wollen ja alternative Energien.“ Zudem sei das Dorf nicht direkt betroffen: „Wir gucken da ja nur drauf und die Windräder bei Berlepsch stören auch nicht.“

Bethke: „Da müsste eine Grabung zur Vorgabe gemacht werden“

In Hedemünden wurde der Entwurf in der vergangenen Sitzung vorgestellt, informiert Ortsbürgermeister Udo Bethke. Nun warte der Ortsrat die öffentliche Beteiligungsphase ab. Gemeinsam mit den Landeigentümern werde sich dann ein Urteil gebildet. Gegen die Windräder würde sprechen, dass die Vorrangfläche die letzte freie Fläche neben Autobahn, Gewerbegebiet und den hessischen Windkraftanlagen bei Berlepsch und Ziegenhagen sei. Ein Ausschlusskriterium wäre zudem, wenn das Römerlager von den Anlagen betroffen ist. „Da müsste eine Grabung zur Vorgabe gemacht werden“, sagt Bethke. (Kim Henneking) 

Regionales Raumordnungsprogramm

Ein Regionales Raumordnungsprogramm (RROP) legt die angestrebte räumliche und strukturelle Entwicklung einer Region fest, informiert das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Ein RROP muss alle zehn Jahre aktualisiert werden. Inhaltlich werden zum Beispiel Grundzentren, Wohn- und Gewerbeflächen sowie Nutzungsvorränge zur Sicherung intakter Lebens- und Wirtschaftsräume und Windenergie festgelegt.

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