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Region Hann. Münden: Zuckerrübenernte fällt schlechter aus als in den Vorjahren

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Von: Michael Caspar

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Die Zuckerfabrik in Wabern.
Die Zuckerfabrik in Wabern in Nordhessen in der Nähe von Homberg (Efze). Ein Teil der Zuckerrüben aus der Region werden dort verarbeitet. © Peter Zerhau

Die Zuckerrübenernte in der Region um Hann. Münden fällt schlechter aus als in den Vorjahren. Dafür sind die Rüben ungewöhnlich süß. „Die Erntemengen sind allerdings extrem unterschiedlich“, heißt es.

Hann. Münden – Deutlich kleiner als in den Vorjahren, aber dafür ungewöhnlich süß sind die Zuckerrüben, deren Ernte im Altkreis Münden angelaufen ist.

Region Hann. Münden: Weniger Zuckerrüben als im Jahr 2021

„Mit voraussichtlich 65 Tonnen Rüben pro Hektar fällt die Ernte in diesem Jahr schlechter aus als in den Vorjahren, als wir auf 75 bis 80 Tonnen pro Hektar kamen“, sagt Jan Hampe, der beim Maschinenring Göttingen die Geschäfte führt. Sein Unternehmen rodet die Rüben im Auftrag der Landwirte.

„Die Erntemengen sind allerdings extrem unterschiedlich“, betont der Geschäftsführer. Auf guten Böden, etwa in Hedemünden, Lippoldshausen oder an der Weser, können es, wenn ausreichend Regen fiel, 90 Tonnen Rüben pro Hektar sein. Auf schlechten Böden, die wenig Regen abbekamen, fallen dagegen nur 30 Tonnen pro Hektar an.

„Mittlerweile hat fast jedes Dorf sein eigenes Wetter“

„Mittlerweile hat fast jedes Dorf sein eigenes Wetter“, kommentiert das Rüdiger Nagel vom Verband der Zuckerrübenanbauer Kassel. Er betreut auch den Altkreis Münden. Die Rübe, so Nagel, profitiert in Nordhessen und Südniedersachsen vom früheren Wachstumsbeginn im Frühjahr. So haben sich im Zuge des Klimawandels die Erträge in der Region in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert. „Zuckerrüben kommen mit höheren Temperaturen und längeren Trockenphasen vergleichsweise gut zurecht“, ergänzt Hampe vom Maschinenring. Wird es zu heiß oder zu trocken, stoppt das Wachstum bis zum nächsten Regen. Getreide dagegen reift unter solchen Bedingungen vor der Zeit – mit deutlich schlechteren Erträgen.

„Aufgrund der Trockenheit ist der Zuckergehalt der Rüben derzeit deutlich höher“, beobachtet der Maschinenring-Geschäftsführer. Liegt er in der Region sonst bei 17 Prozent der Biomasse, sind es in diesem Jahr 20 Prozent. Nach Regenfällen sinkt er wieder. Die Ernte läuft noch bis Mitte November. Der Maschinenring liefert die Rüben an die Zuckerfabriken in Wabern, Nordstemmen und Schladen. Dort läuft die Produktion bis Januar. Bis dahin lagern Rüben am Feldrand. Ein Vlies schützt sie vor Frost und Feuchtigkeit. (Michael Caspar)

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