Hohe Nachfrage nach Lebensmitteln von lokalen Erzeugern

Raum Hann. Münden: Regionale Lebensmittel liegen im Trend

Der Wochenmarkt in Hann. Münden: Er findet mittwochs und samstags vor dem Rathaus statt. Auch dort werden viele Lebensmittel aus der Region angeboten.
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Der Wochenmarkt in Hann. Münden: Er findet mittwochs und samstags vor dem Rathaus statt. Auch dort werden viele Lebensmittel aus der Region angeboten.

Während der Corona-Pandemie hat sich die Nachfrage nach regionalen Lebensmitteln erhöht. Das berichten Landwirte aus der Region.

Landkreis Göttingen – Die Nachfrage nach regionalen Lebensmitteln ist während der Coronapandemie laut Öko-Barometer 2020 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft um 20 Prozent gestiegen. Das spiegelt sich auch in der Region wieder, wie Marie-Luise Kisters vom Erzeugerverband Südniedersachsen berichtet.

„Grundsätzlich hat sich der Absatz während der Pandemie erhöht“, sagt Kisters. Das liege vermutlich daran, dass mehr Leute zu Hause waren, mehr Zeit zum Kochen und mehr Geld zum Einkaufen als vor der Pandemie hatten. Bei Spaziergängen und Ausflügen in der Region seien Wochenmärkte und Hofläden neu entdeckt worden. „Die Landwirte gehen davon aus, dass sich das Hoch abflacht, aber der Umsatz höher bleibt als vor der Pandemie“, so ihr Fazit nach Gesprächen mit Bauern im Landkreis Göttingen. Zugleich hätten Produzenten auch Einbußen gehabt, weil sie ihre Produkte zeitweise nicht mehr an die Gastronomie verkaufen konnten. Sorge bereite derzeit die Inflation in Folge der Pandemie: „Regionale Lebensmittel sind grundsätzlich teurer. Wenn alles teurer wird, muss man sehen, wie viel sie den Leuten wert sind.“

Die Landwirte seien in ihrer Vermarktung sehr kreativ geworden, neben Hofläden und Selbstbedienungsautomaten gebe es auch vermehrt Online-Shops und Lieferdienste. Nur vereinzelt berichteten Landwirte davon, dass die Selbstbedienung auf Vertrauensbasis ausgenutzt und Geld oder Produkte gestohlen werden.

Im Einzelhandel, wo die Marke „Kostbares Südniedersachsen“ des Erzeugerverbandes verkauft wird, seien besonders Eier, Kartoffeln und Molkereiprodukte nachgefragt.

Die neue Generation Landwirte setze auch auf Spezialkulturen, wie Quinoa, Kichererbsen, Linsen, Mohn und Hanf. „Ziel unseres Verbands ist es, die regionale Wertschöpfung zu erhöhen“, sagt Kisters.

Neben der Produktvielfalt gehöre auch die Veredelung dazu. Deshalb freue sie sich über die Eröffnung eines neuen Nudelwerks, von Ölmühlen und Käsereien in Südniedersachsen.

Landwirtschaftliche Erzeuger, Veredelungsbetriebe, Gastronomen und regionale Dienstleister haben sich 2016 in Südniedersachsen zusammengeschlossen. Aktuell tragen 102 Produzenten die Marke „Kostbares Südniedersachsen“, davon befinden sich laut Erzeugerverband 17 im Raum Göttingen/Hann. Münden. Die Mitglieder haben sich zum Ziel gesetzt, den Kunden regionale und qualitativ hochwertige Produkte anzubieten. 

Von Kim Henneking

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