Die Reisen eines Weltenbummlers

Dr. Frank Vorpahl stellte Buch über  Georg Forster vor

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Über die Reisen eines Weltenbummlers: Frank Vorpahl liest aus seinem Buch vor.  

Es gibt wohl kaum etwas, das entspannender ist, als an einem verregneten Februarabend Schilderungen aus der Südsee zu folgen.

Auf Einladung des Mündener Kulturrings waren am Samstag Interessierte in die evangelisch reformierte Kirche gekommen, um etwas aus dem Buch von Dr. Frank Vorpahl „Der Welterkunder – Auf der Suche nach Georg Forster“, zu erfahren. Sie zeigten sich begeistert über die Präsentation. Dr. Vorpahl (55), promovierter Historiker, Redakteur von „aspekte“ beim ZDF, Journalist, Regisseur, Biograf von Georg Forster und Kurator der ersten gesamtdeutschen Georg-Forster-Dauerausstellung in der UNESCO-Welterbestätte Schloss Wörlitz (Sachsen-Anhalt), war nach Hann. Münden gekommen, um aus seinem im April 2018 erschienenen Buch zu lesen und zwischendurch sehr viel über Georg Forster zu erzählen. Schnell sprang der Funke zu den Besuchern über, was wohl auch an dem bescheidenden Auftritt des Autors lag.

„Es ist eine große Ehre für mich, an einem so schönen Ort lesen zu dürfen.“ Dem Gesagten folgte ein Loblied auf Münden und ein Versprechen, in der wärmeren Jahreszeit wieder zu kommen, um das Fachwerk, die Landschaft und die Idylle zu genießen. Der Autor wäre nie auf die Idee gekommen, im kleinen Hann. Münden zu lesen, hätte nicht der Mündener Rolf Simon für ihn die Lesung organisiert. Die beiden Männer sind Georg-Forster-Liebhaber und kennen sich von Begegnungen in der Georg-Forster-Gesellschaft, die 1989 in Kassel gegründet wurde. Simon organisiert alle Lesungen von Dr. Vorpahl.

Die Lesung glich einem spannenden Reisebericht und machte Lust, den Spuren Georg Forsters zu folgen. Forster begleitete drei Jahre lang die zweite Weltumsegelung von James Cooks und lieferte wichtige Beiträge zu vergleichenden Ländern. Zusammen mit seinem Vater Johann Forster hatte er die Tier- und Pflanzenwelt beobachtet, gezeichnet und klassifiziert. Der Autor erzählte, dass er seit seiner frühen Kindheit von Georg Forster fasziniert gewesen sei, seit 20 Jahren habe sich die Faszination intensiviert. Seitdem besuchte er weltweit Archive und reiste systematisch an Orte, an denen Forster sich aufhielt.

Er schilderte die Ankunft Forsters in Tahiti so eindrucksvoll und lebendig, dass man den Morgen mit der aufgehenden Sonne regelrecht spürte. Einen breiten Raum seiner Erzählungen nahm die Brotfrucht ein, die ursprünglich aus Polynesien stammt, heute in Asien, Afrika, auf Hawaii, in Mittelamerika, Brasilien und in der Karibik als Nutzpflanze angebaut.

Dieser Baum aus der Gattung der Maulbeergewächse, trägt acht Monate lang so viele Früchte, dass eine vierköpfige Familie sich davon ernähren kann. Diese nährreiche Frucht ist in jedem Stadion essbar. So kam auch am Ende die Frage aus dem Publikum, wie die Frucht schmeckt und ob man sie hier nicht kultivieren könne. Sie würde im hiesigen Klima nicht wachsen. Der Geschmack der Brotfrüchte ist verschieden, einige ähnlich wie Kartoffeln, nur fruchtiger, andere schmecken nach Vanillepudding.

Service:Das 544-Seiten-Buch „Der Welterkunder – Auf der Suche nach Georg Forster“ ist für 32 Euro im örtlichen Buchhandel vorrätig.

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