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Renate Tebbel liest in Hann. Münden aus ihrem Roman „Die grüne Schatulle“

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Von: Harald Schmidt

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Dr. Renate Tebbel liest aus ihrem Roman „Die grüne Schatulle“ vor.
Dr. Renate Tebbel stellte in der Reformierten Kirche ihren Roman „Die grüne Schatulle“ vor. © Harad Schmidt

Vor etwa 30 gespannt zuhörenden Besuchern stellte Autorin Dr. Renate Tebbel ihren Familienroman „Die grüne Schatulle“ in der Reformierten Kirche in Hann. Münden vor.

Hann. Münden – Die Journalistin, Autorin und Übersetzerin schildert im Roman das wechselvolle Schicksal einer Mündener Familie von 1890 bis Ende der 60er Jahre. Tebbel webt hier ihre eigenen detailreichen Erinnerungen mit ein.

„Es gibt grundsätzliche Dinge im Leben, die sich wiederholen“, erklärte Tebbel ihre Beweggründe für den Roman. Sie schildert 70 Jahre einer Familie über vier Generationen, in dem sich Todesfälle, Taufen und Geburten ereigneten. Viele lebendige Erinnerungen verdankt sie „Mutter Klärchen“, der sie auch den Roman gewidmet hat. Frauen waren zu dieser Zeit von den Unbilden des politischen Lebens ausgeschlossen. Ihnen war das Wahre, Schöne und Gute vorbehalten. Ziel war es ein friedvolles Zuhause zu schaffen.

Schwierige berufliche und politische Veränderungen prägten das Leben der fiktiven Familie Heinrich Siebert. Siebert, der der Reformierten Kirche angehörte, gründete in der Mühlenstraße 4 eine Pferdespedition.

Auch wegen der Religion galt die Familie als Außenseiter. So wurde Heinrich „Schlaske Siebert´“ genannt. Schicksalhaft war der Tod von zwei Ehefrauen und neue Heirat mit einer schweigsamen Cousine zweiten Grades.

Der Roman spielt zur Zeit der Inflation und des Nationalsozialismus in Kassel

Es wird das Leben und die Leiden der Tochter Klärchen erzählt, die mit ihrem Mann zur Zeit der Inflation und dem Nationalsozialismus in Kassel lebt. Amüsant sind die Schilderungen der knausrigen Verwandtschaft, an die die Kinder zeitweilig abgegeben wurden.

Dann folgten Auszüge aus der Kriegszeit mit Ferntrauungen. Aus den 50er-Jahren Erlebnisse, als es bitterkalt war und das Wasser vom Marktplatz geholt wurde. Da Tebbel die Namen der Protagonisten verändert hatte, war es für die kundigen Zuhörer spannend zu sehen, wer der geschilderten Charaktere ihnen bekannt ist.

So erkannte die Vorsitzende des Kulturrings Brunhilde Ulbricht einige Lehrer und Schüler aus früherer Zeit wieder. Dr. Renate Tebbel betonte, dass sie sich darüber freut, dass das frühere Wohnhaus erhalten bleibt und unter Denkmalschutz steht. Ein neuer Roman über Erika Mann ist in Arbeit. Zum Abschluss signierte Renate Tebbel Exemplare ihrer Leser. (Harald Schmidt)

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