Bücher aus der Region

Roman über Freundschaft: Y.S. Paare kündigt neues Buch an

Yvonne Stöckemann-Paare am Computer ihres Arbeitszimmers
+
Yvonne Stöckemann-Paare am Computer ihres Arbeitszimmers

In der Serie „Bücher aus der Region“ stellen wir Autoren und ihre Werke vor, die einen Bezug zu Südniedersachsen haben. Im Interview: Yvonne Stöckemann-Paare.

Die Northeimer Autorin Yvonne Stöckemann-Paare hat mehrere Kinder- und Erwachsenenbücher geschrieben. Ihr aktueller Thriller „Das zweite Urteil“ ist an den Roman „Rike – Das Versteck in der Stadtmauer“ angelehnt. „Rike“ erzählt die realhistorische Geschichte der Mündener Magd Friederike Lotze, die im Göttingen des 19. Jahrhunderts zum Tode verurteilt wurde. „Das zweite Urteil“ erzählt von einer Mordserie in Südniedersachsen. Die Opfer sind verurteilte Verbrecher, die ihre Strafe bereits gebüßt haben. Nun kündigt die Autorin einen neuen Roman an.

Unter dem Pseudonym Y. S. Paare schreiben Sie Erwachsenenbücher als Yvonne Stöckemann-Paare Kinderbücher. Kommen die beiden sich manchmal in die Quere?

Die kommen sich ganz oft in die Quere. Im Roman „Rike“ ist das Kindliche ansatzweise durch die beiden Jugendlichen, die das Tagebuch der Friederike Lotze finden, noch vorhanden. Das Schreiben von „Das zweite Urteil“ fand wesentlich erwachsener statt. Die düsteren Gedanken waren sehr spannend für mich, da ich im normalen Leben eher ein sehr bunter und fröhlicher Mensch bin.

Sie haben Ihre erste Geschichte mit dem Gedanken an etwas geschrieben, das Ihnen Ihr Deutschlehrer mal gesagt hat ...

Ich war in Deutsch nie so schlecht wie bei diesem Lehrer. Der hat immer gesagt, dass mein Geschreibsel niemals druckreif werden würde. Tja, nun liegen ein paar gedruckte Bücher von mir in Buchhandlungen und lassen sich sogar verkaufen – so schlecht kann es nicht sein. Ich habe mich mit dem Schreiben nach dem Abitur nie beschäftigt. Nach der Schule absolvierte ich eine Ausbildung zur Zahntechnikerin. Dann, vor neun Jahren gab es eine Ausschreibung in der HNA von einem Northeimer Verlag, der Kriminalkurzgeschichten gesucht hat. Und da hab ich beim Zeitungslesen beim Frühstück zu meinem Mann gesagt: „Da mache ich mit!“ Diese Ausschreibung hat mein Leben komplett verändert, denn meine eingesandte Geschichte wurde in dem Buch veröffentlicht und seitdem habe ich weiter geschrieben.

Wie ist „Das zweite Urteil“ entstanden?

Ich setze mich nicht hin und fange einfach an zu schreiben. Es gibt Monate in denen ich nicht am Schreibprogramm sitze. In diesen Monaten lebe ich mich kreativ anders aus. Ich stricke, nähe, fotografiere, mache Musik. Während ich dann „handwerklich“ tätig bin, entstehen die Geschichten für meine Bücher ganz nebenbei im Kopf. Es fiel mir schwer von „Rike“ einen Abschluss zu finden. Als ich diesen Roman fertig geschrieben hatte, fiel ich in ein Loch.   Die Figuren aus der Geschichte haben mich eine ganze Zeit intensiv begleitet und jetzt sollte es einfach zu Ende sein? Da habe ich gedacht, jetzt könnte ich in einem weiteren Buch an die Figur des Scharfrichters anknüpfen. Grundsätzlich gibt es ja viele Fakten, an die ich mich halten musste, weil er ja tatsächlich gelebt hat, aber was er im Thriller „Das zweite Urteil“ erlebt, ist fiktiv. Mein Verleger Tobias Janus aus Northeim hat vorgeschlagen, das mit einer Geschichte eines Serienmörders zu verbinden. Und so ist dann der zweite, historische Zeitstrang dazu gekommen.

Wie wirkt sich die Coronazeit auf ihre Arbeit aus?

In meinem Leben hat sich durch die Pandemie eigentlich nicht viel geändert, außer den fehlenden Lesungen und das fehlende Treffen mit Familie und Freunden. Das fehlt mir. Weil ich mich allerdings jederzeit sehr gut beschäftigen kann, habe ich eigentlich nie Langeweile. Meine Kreativität blüht in dieser merkwürdigen Zeit regelrecht auf.

Sie haben schon ein neues Buch angekündigt. Können Sie dazu etwas sagen?

Es wird auf jeden Fall noch dieses Jahr veröffentlicht. Es ist ein Freundschaftsroman, in dem es sehr „geistreich“ zugeht.   Vor 33 Jahren starb ein junger Mann, der fortan allein als Geist auf unerklärliche Weise in seinem Haus eingesperrt ist. Er hat keine Möglichkeit sich bemerkbar zu machen und somit keinerlei Kontakt zur Außenwelt. Dieses Haus bezieht nach diesen 33 Jahren ein pensionierter Professor. Durch eine sehr dramatische Situation kann dieser den Geist plötzlich hören, aber nicht sehen. Der Professor erklärt dem Geist die „neue Welt“ und die beiden befreunden sich. Überlegen Sie mal für sich, was sich in den letzten 33 Jahren alles so verändert hat! Da kommt selbst der Geist nicht aus dem Staunen heraus.   Zudem findet sich eine sehr lustige Möglichkeit, dass der Geist das Haus zusammen mit dem Professor verlassen und die neue Welt er-“leben“ kann. Drei Wünsche hat der Geist, die der Professor ihm erfüllen will, doch diese entpuppen sich als eine gefährliche Mission.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.