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Rotbuchen prägen die Wälder rund um Münden

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Revierförsterin Marie Spletter (links) und Sabine Steinhoff, Leiterin des Forstamtes Münden, sorgen dafür, dass die abgebrochene Buche im Dransfelder Stadtwald nicht zu Brennholz verarbeitet wird. Dieser Teil des Waldes wird nicht bewirtschaftet und gehört zum FFH-Schutzgebiet Ossenberg-Fehrenbusch.
Revierförsterin Marie Spletter (links) und Sabine Steinhoff, Leiterin des Forstamtes Münden, sorgen dafür, dass die abgebrochene Buche im Dransfelder Stadtwald nicht zu Brennholz verarbeitet wird. Dieser Teil des Waldes wird nicht bewirtschaftet und gehört zum FFH-Schutzgebiet Ossenberg-Fehrenbusch. © Niedersächsische Landesforsten

In den Wäldern der Region spielt die Rotbuche, der Baum des Jahres, eine immer stärkere Rolle.

Altkreis Münden – Zum Tag des Baumes rückt in diesem Jahr der Baum des Jahres, die Rotbuche, in den Fokus. Nach dem Fichtensterben in den vergangenen Jahren ist sie in den Wäldern rund um Hann. Münden inzwischen die Hauptbaumart.

55 Prozent der Bäume im 2700 Hektar großen Mündener Stadtwald sind Rotbuchen. Und die Tendenz sei steigend in Richtung 70 Prozent, sagt Försterin Susanne Gohde, Leiterin des Betriebs Stadtwald, mit Blick auf die jüngsten Anpflanzungen. Auch wirtschaftlich habe diese Baumart die Fichte abgelöst. In den Genossenschaftswäldern in der Region sei die Rotbuche inzwischen ebenfalls klar dominierend. Nach Gohdes Angaben liegt ihr Anteil dort zwischen 70 und 80 Prozent.

In den Wäldern des Forstamtes Münden der Niedersächsischen Landesforsten kommt die Rotbuche auf 51 Prozent. Und auch dort wird sie nach Angaben der Niedersächsischen Landesforsten künftig eine größere Rolle spielen. „Der hohe Buchenanteil in unseren Mischwäldern liegt einerseits in ihrer Eigenschaft als ‚Mutter des Waldes‘ begründet – alte Buchen sorgen mit ihren Eckern für reichlich Nachwuchs. Die Buche war und ist aber auch immer die Baumart, an der für unseren Waldumbau kein Weg vorbeiführt“, so Försterin Sabine Steinhoff, Leiterin des Forstamtes Münden.

Nach Angaben der Landesforsten werden in ihren Wäldern jährlich – je nach Verfügbarkeit entsprechenden Pflanzgutes – über eine Million Buchen gepflanzt. Schwerpunkte lägen hierbei in der Anreicherung bisher wenig gemischter Fichten- und Kiefernwälder zwischen Harz und Heide.

„Mit der Kür zum ‚Baum des Jahres‘ geht auch immer eine besondere Aufmerksamkeit einher, die der großen Bedeutung der Buche gerecht wird, die sie gerade jetzt im Klimawandel erlangt,“ zitieren die Landesforsten in ihrer Mitteilung Sabine Steinhoff „mit Blick auf großflächige Schäden in den Fichtenwäldern nach mehreren aufeinanderfolgenden Dürrejahren.“ Die Buche kann laut Landesforsten bis zu 45 Meter hoch wachsen und werde in Deutschland selten älter als 300 bis 350 Jahre. Alte Buchen blieben auch im Wirtschaftswald stehen, so die Landesforsten, und verweisen auf ein Exemplar im Dransfelder Stadtwald, einem abgestorbenen Baum mit morschem Stamm, aus dem die Krone herausgebrochen ist. Försterin Marie Spletter, sie leitet die Revierförsterei Dransfeld und betreut auch den benachbarten Stadtwald, sorge dafür, „dass daraus kein Brennholz gesägt wird, sondern die Buche als Biomasse und Lebensraum für Käfer und Pilze im Wald liegen bleibt“, so die Landesforsten.

Die rund 160 Jahre alte Buche sei ein Relikt aus der Zeit, als noch Schweine, Ziegen oder Rinder im Wald weideten und großkronige Eichen und Buchen für die Mast der Haustiere sorgten. Weil die Buche fast überall wachsen könne, gelte sie als „Mutter des Waldes“. In Europa sei sie weit verbreitet, wobei Deutschland als Kernland der Buche gelte. Lange Trockenphasen schadeten aber auch der Buche.

„Besonders viele alte Buchen sind in den Dürresommern und den Folgejahren an Wassermangel eingegangen oder zeigen Schäden durch Sonnenbrand“, so Sabine Steinhoff. In der Region sei dies im Brakenberg nördlich von Hedemünden besonders dramatisch. (Ekkehard Maass)

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