Coronazeit nutzen

Sanierung des Hauses Hoher Hagen in Dransfeld ist abgeschlossen

Komplett erneuert wurde während der Coronazeit der Speisesaal im Erdgeschoss, berichtet Sprecher Reinhardt Kalbow.
+
Komplett erneuert wurde während der Coronazeit der Speisesaal im Erdgeschoss, berichtet Sprecher Reinhardt Kalbow.

Die lange Zwangspause wegen Corona haben die Trägervereine des Hauses Hoher Hagen in Dransfeld genutzt, um die zahlreichen Renovierungsarbeiten voranzutreiben.

Dransfeld – Für umfangreiche Renovierungsarbeiten hat das Haus Hoher Hagen die 15 Monate lange Corona-Zwangspause genutzt. „So gehen Schullandheim und Bildungsstätte gestärkt aus der Pandemie hervor, die wir ohne die Hilfen von Bund und Land nicht überlebt hätten“, sagt Sprecher Reinhardt Kalbow.

„Am 16. März 2020 mussten wir unser Haus auf Anordnung des Kultusministeriums schließen“, erinnert sich der pensionierte Lehrer. Damit brachen der Einrichtung, die seit 1982 von dem Göttinger Verein Pro-Gesamtschule, dem Schulförderverein Otto-Hahn-Gymnasium sowie dem Verein für außerschulische Bildung getragen wird, die Einnahmen weg. Der einzige Festangestellte, Hausmeister Philippe Paludetto, ging in Kurzarbeit. „Die Coronahilfen wurden uns zum Glück rasch bewilligt“, sagt Kalbow.

So stand das Schullandheim vor der Frage, wie es die Zeit der Schließung sinnvoll nutzt. Bereits 2019 hatte das Landesjugendamt der Einrichtung 10 000 Euro für die Erneuerung des Speiseraums im Erdgeschoss bewilligt. Handwerker statteten den Raum nun mit neuen, rot gepolsterten Sitznischen aus und verlegten Linoleumboden.

Über eine neue Rettungstreppe können Gäste bei einem Brand das Gebäude rasch verlassen.

Im Kaminraum nebenan verbrachte das achtköpfige Helferteam um Kalbow Tage auf Knien, um den Parkettfußboden abzuschleifen und neu zu lackieren. Der Gesamtschul-Förderverein spendierte der Küche eine neue Spülmaschine für 6000 Euro.

Handwerker sanierten die Toilette im ersten Stock für 10 000 Euro. In einem der Schlafräume war ein Riss in der Wand auszubessern. Die Türen im Haus erhielten neue Klinken. Sechs Türen wurden generalüberholt. Zehn Räume statteten die Helfer mit LED-Leuchten aus. Sie besorgten ein Dutzend Zehn-Liter-Farbeimer und strichen das ganze Haus.

Dachrinnen und Regenfallrohre waren zu reinigen, damit wieder ausreichend Wasser in den Feuerlöschteich neben dem Gebäude floss.

Am Haus Hoher Hagen gibt es immer noch einiges zu tun

Bereits 2019 hatte das Schullandheim auf Anweisung des Landkreises einen zweiten Rettungsweg bauen müssen. Über eine Stahltreppe können Bewohner das Gebäude nun aus allen drei Stockwerken rasch und sicher verlassen. Die Treppe ist breit genug für Rettungskräfte, die Verletzte heruntertragen müssen. „Das hat uns 85 000 Euro gekostet, womit unsere gesamten Rücklagen aufgebraucht waren“, sagt Kalbow. Insgesamt hat das Schullandheim in den vergangenen Jahren 160 000 Euro in den Brandschutz des 1921 als Ausflugslokal eröffneten Gebäudes investiert.

„Es bleibt noch einiges zu tun“, betont Kalbow. So benötigt der Wintergarten im ersten Stock neue Fenster. Denn die alten Fenster werden blind und sind zum Teil gesprungen. Die Ostwand des Gebäudes soll im kommenden Frühjahr neu verputzt werden. Eine Töpferwerkstatt ist geplant.

Seit Juli dieses Jahres nutzen wieder Gruppen das Haus. Seit September läuft das Heim im Vollbetrieb. „Die Auslastung ist sehr gut. Das Bedürfnis nach Klassenfahrten ist groß“, freut sich Reinhardt Kalbow. (Michael Caspar)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.