Klar Schiff an der Schleuse

Tore und Mauern der Schleuse an der Werra werden saniert

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Alexander Kolm (oben) und Stefan Zamponi vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Hann. Münden bei Inspektions-, Reinigungs- und Reparaturarbeiten in der etwa fünf Meter tiefen Kammer der Werraschleuse in Hann. Münden.

An der Werra in der Mündener Altstadt laufen derzeit nicht nur die Sanierungs- und Umbauarbeiten an der Wanfrieder Schlagd.

Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Hann. Münden nutzt die aufgestaute Werra und saniert die gegenüberliegende Schleuse. Dafür wurde das Bauwerk trockengelegt.

Das sei aber sowieso für dieses Jahr geplant gewesen, erläutert Michael Rabbe, Sachbereichsleiter beim WSA. Alle sechs Jahre finde eine größere Bauwerksüberprüfung statt. Schwerwiegende Schäden seien an der Schleuse nicht festgestellt worden. Sie sei noch in einem ganz guten Zustand. 

Bei der Überprüfung vor sechs Jahren habe sie auf einer Skala von 1 bis 4 die Gesamtnote 3 erhalten. Das Bauwerk ist immerhin weit über 100 Jahre alt. Erbaut wurde es in den Jahren 1877 bis 1881.

Sanierung der Tore und Mauern der Werra-Schleuse

Bei den laufenden Arbeiten erhalten die Tore einen neuen Korrosionsschutz, werden Dichtungen erneuert sowie Schäden am Mauerwerk ausgebessert. Zudem finden Betonarbeiten am Boden der Schleuse statt, dort wo die Stahltore anschlagen. Erledigt werden die Reparaturen von eigenen Mitarbeitern des WSA, es fallen nur Materialkosten an. 

Etwa drei Wochen seien veranschlagt. Aber es gebe auch zeitlich keinen Druck. Die Werra ist wegen der Sanierungsarbeiten an der Wanfrieder Schlagd an dieser Stelle fast trockengelegt und damit für Boote und Schiffe in den nächsten Monaten sowieso nicht befahrbar. 

Angaben darüber, wie häufig die Selbstbedienungsschleuse noch genutzt wird, kann das WSA nicht machen, das werde nicht erfasst. Sie werde aber von Wassersportlern auf Fulda, Werra und Weser noch rege angefahren. 

Dabei muss mittels der Schleuse ein Höhenunterschied von 1,72 Meter bewältigt werden, auf diese Höhe ist die Werra durch ein Nadelwehr normalerweise für den Schiffsverkehr dort aufgestaut. Die Kammer hat eine Länge von 49,30 Metern und eine Breite von 7,30 Metern.

Werraschleuse vor über 100 Jahren erbaut

1881 wurde die Werraschleuse stromabwärts unterhalb der historischen Werrabrücke von Hann. Münden eingeweiht. Die preußische Landesregierung ließ sie für den Frachtschiffsverkehr zwischen Werra und Weser bauen. 

Grund war ein Felsabsatz in der Werra in Höhe des heutigen Nadelwehrs, den Schiffe mit größerem Tiefgang nur bei günstigem Wasserstand passieren konnten. Ansonsten mussten Teile der Ladung ab- und wieder aufgeladen werden.

Einen seltenen Blick in die Schleuse haben wir vor einigen Jahren gefilmt. Auch über die Arbeiten, die für den Sommerbetrieb anstehen, haben wir berichtet.

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