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Sanierungen am Rundturm der Bramburg nach 15 Jahren abgeschlossen

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Von: Kira Müller

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der Turm der Bramburg liegt im Wald versteckt
In drei Bauabschnitten ist der Turm der ehemaligen Burg saniert worden. Neben der Turmkrone, sind auch das Dach und einige Steine erneuert worden. © Kira Müller

In drei Bauabschnitten wurde der Rundturm der Bramburg-Ruine saniert – nun ist die Sanierung abgeschlossen. Den Eigentümern war dies aus verschiedenen Gründen besonders wichtig.

Hemeln – Ein bröckelndes Dach, aus der Mauer fallende Steine und Bäume, die die Turmwand durchbrechen – das ist Geschichte.

Die Sanierung der Ruine der Bramburg bei Hemeln, am Rande des Wesertals nördlich von Hann. Münden, ist nach 15 Jahren nun abgeschlossen. Der Rundturm der früheren Burg steht wieder fest und sicher.

22 Meter ist der Rundturm hoch, der in 15 Jahren vollständig saniert wurde. Auf dem Bild ist der ehemalige Eingang zum Turm zu sehen, wo einmal eine Hängebrücke hing.
22 Meter ist der Rundturm hoch, der in 15 Jahren vollständig saniert wurde. Auf dem Bild ist der ehemalige Eingang zum Turm zu sehen, wo einmal eine Hängebrücke hing. © Kira Müller

Bereits 2007 ist ein Dokumentations- und Erhaltungsprojekt entstanden, um die Bramburg fachgerecht zu sanieren. „Seit 200 Jahren wurde baulich an der Bramburg wahrscheinlich nichts mehr geändert und saniert“, sagt Günter Jung, ehemaliger Denkmalpfleger.

Somit wurden die ersten Schritte für die dauerhafte Sicherung und die Erhaltung des Turms eingeleitet, und noch im selben Jahr begannen die Vorarbeiten: Studierende der Leibniz-Universität Hannover vermaßen die Bramburg-Ruine, Mörtelproben wurden genommen und der Boden untersucht. Zusätzlich entstanden im März 2008 viele Fotos und genaue Beschreibungen.

„Im Vorfeld wurde viel untersucht, um noch mehr über die Burg zu erfahren“, erklärt Renate von Stockhausen, Inhaberin der Bramburg. Aufgestellt wurden die Dokumentationen hauptsächlich vom Institut für Bauforschung und Denkmalpflege.

„Die ausgiebigen Vorbereitungen haben das Ergebnis positiv beeinflusst“, ist sich von Stockhausen sicher. „Es war ein Herantasten an einen sichtbar guten Erfolg, sodass es sich hoffentlich lang nachhaltig hält.“

Bauabschnitte

Die Sanierung wurde in drei Bauabschnitte aufgeteilt: Beim ersten Bauabschnitt (2007-2014) wurde die Turmkrone saniert. Weil das Geld fehlte, wurde übergangsweise ein Notdach von einem Zimmerer aus Hemeln gebaut. „Wegen des grellen Grüns gab es viele, die sich beschwert haben“, sagt von Stockhausen, doch blieb dieses Dach nicht lange, sondern wurde durch ein weniger auffälliges ersetzt.

Das Foto rechts zeigt den weitreichenden Blick auf die Weser vom Turm aus. Es entstand während der Sanierungsarbeiten, als ein Holzdach auf dem Turm lag.
Das Foto zeigt den weitreichenden Blick auf die Weser vom Turm aus. Es entstand während der Sanierungsarbeiten, als ein Holzdach auf dem Turm lag. © Ernst von Stockhausen/privat

Der zweite Bauabschnitt (2014-2020) beschäftigte sich mit der Reparatur von zwei Dritteln der Außenfassade (Richtung Süden). Steine und Fugen wurden dabei ausgebessert.

Dem letzten Teil der Außenfassade widmete sich der dritte und somit letzte Bauabschnitt (2020-2021). Dabei wurde auch die Turmkrone vollständig restauriert und abgedichtet. „Wasser ist der natürliche Gegenspieler von Bauwerken“, heißt es vonseiten der Experten. Deswegen sei es besonders wichtig gewesen, das Dach auszubessern, damit möglichst wenig Feuchtigkeit von oben in die Steine der Mauer zieht.

Denkmal

Die Erhaltung des Turms war der Familie von Stockhausen besonders wichtig. Der Turm sei in der Gegend sehr bekannt und beliebt. Besonders Wanderungen von Schulklassen führten häufig zu der Ruine. „Es ist ein beliebter Anlaufpunkt“, so Renate von Stockhausen.

Ohne ihr Wirken wäre die Sanierung nicht möglich gewesen: Unser Bild (links) zeigt Experten im Bereich Denkmalschutz und -pflege und die Eigentümer: Renate von Stockhausen (dritte v.l.) und ihr Sohn Ernst von Stockhausen (vierter v.l.).
Ohne ihr Wirken wäre die Sanierung nicht möglich gewesen: Unser Bild (links) zeigt Experten im Bereich Denkmalschutz und -pflege und die Eigentümer: Renate von Stockhausen (dritte v.l.) und ihr Sohn Ernst von Stockhausen (vierter v.l.). © Kira Müller

Zusätzlich lockt der Standort Besucher in den Bramwald. Als Drei-Länder-Eck zwischen Niedersachsen, Hessen und Thüringen kommen auch Menschen von weiter her, um sich die Ruine anzuschauen. Eine Turmbesteigung ist aber leider nicht möglich.

Förderung

Die Vermessung 2007 wurde von der Stadt Hann. Münden als Untere Denkmalschutzbehörde, dem Heimat- und Geschichtsverein Sydekum zu Münden e.V., der Sparkasse Münden, dem Ortsrat Hemeln und der Familie von Stockhausen unterstützt.

Ernst von Stockhausen bedankte sich bei allen Förderern, die die Sanierung „großzügig mit getragen“ haben. Eine Zahl, wie hoch die Kosten letzten Endes waren, wollten die Eigentümer nicht nennen.

Gute dokumentierte Geschichte

Eine erste urkundliche Erwähnung der Bramburg stammt aus dem Jahr 1224 (andere Lesart 1222).

Früher war es eine große Anlage gewesen – mit Stallungen und mehreren Gebäuden. Den Kern der Burg bildete ein viereckiges ungefähr 40 mal 25 Meter großes Plateau. Zu sehen sind am Rand noch Reste der Ring- und Futtermauern.

Auch Spuren von Gebäuden, Kellern, Schuttwälle und Reste der Außenmauer sind erhalten geblieben. Der Rundturm der Burg, der heute noch steht, ist rund 22 Meter hoch.

Die Mauer ist 3,50 Meter dick, der Durchmesser des Turms liegt bei etwa 9,7 Metern.

Der alte Zugang des Turms liegt auf einer Höhe von 7,5 Metern – dort diente damals eine Hängebrücke als Zugang, wie Renate von Stockhausen berichtet. „Es ist bedauerlich, dass ein neuer Eingang in die Turmmauer eingeschlagen wurde“, sagte sie. Dieser erst in den 1870er-Jahren durchbrochene Zugang ins Verlies ist wieder zugemauert worden, ist aber noch zu sehen.

Eine Holzdecke hätte sich über dem Untergeschoss des romanischen Mauerwerkes befunden. Außerdem erheben sich darüber ein weiteres Geschoss und ein Kreuzgewölbe.

Mitte des 20. Jahrhunderts, wurde neben dem Turm eine kleine Gastwirtschaft eingerichtet, doch auch von dieser ist heute nichts mehr zu sehen.

„Das war früher so, dass man nach dem Sonntagsspaziergang in die Waldschänke eingekehrt ist“, sagt von Stockhausen.

Seit Beginn des 14. Jahrhunderts sind die von Stockhausens als Burgmannen auf der Bramburg bezeugt – später auch als Pfandnehmer und Lehns- und Amtsinhaber.

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