Schach wird bei jüngeren Spielern immer beliebter

Schachclub Hann. Münden profitiert von Corona-Krise

Norbert Niemeyer sitzt vor einem Schachbrett und überlegt seinen nächsten Zug. Er ist Vorsitzender des Schachclubs Münden.
+
Norbert Niemeyer vom Schachclub Münden wagt den nächsten Zug.

Schach ist in der Corona-Krise beliebt. Immer mehr Menschen interessieren sich für den Denksport. Davon profitiert auch der Mündener Schachclub. Könnte der Hype mit einer Netflix-Serie zu tun haben?

Hann. Münden – Schach, der Sport der Könige. Seit dem Beginn der Corona-Pandemie erzielt der Denksport eine immer größere Popularität. Onlinehändler berichten, dass Bretter und Spielfiguren ausverkauft seien, manche Medien bezeichnen die Utensilien schon als das „neue Klopapier“.

Schachclub Hann. Münden: Keine Mitgliedersorgen

Auch Norbert Niemeyer, Vorsitzender des Mündener Schachclubs 1925 (MSC) berichtet davon, dass sich immer mehr Menschen für den Denksport interessieren. „Vor allem Jüngere“, stellt er fest. Im Gegensatz zu anderen Sportarten ist Schach einfach am Computer spielbar, so Niemeyer. Der Rentner spielt selbst öfter gegen virtuelle und echte Gegner. „Natürlich ist es schöner von Angesicht zu Angesicht zu spielen“, sagt er. Wenn der Lockdown ende, sei man wieder auf wöchentliche Treffen vorbereitet. Diese fanden sonst immer donnerstags im Bürgertreff statt.

Spiele finden im Internet statt

Ab 17 Uhr für die Kinder, ab 18 Uhr trudelten langsam die Erwachsenen ein. Momentan kommen im Schachclub Münden 20 Mitglieder aus der Dreiflüssestadt und Umgebung am Brett zusammen. „Wir haben keine Nachwuchssorgen“, berichtet der Vorsitzende. Immer wieder würden Jüngere nachrücken. Es sei nie zu Früh, um mit Schach anzufangen, so der erfahrene Spieler. „Wenn man jung ist, ist oben die Festplatte noch frisch“, meint er und lacht. Daher sei es für ältere, erfahrene Spieler gefährlich, junge Spieler zu unterschätzen.

„Im Verein sind die verschiedensten Kategorien von Spielern. Hobbyspieler oder auch welche, die das Ganze schon sportlicher betreiben“, so der gelernte Fotograf. Kein Neuzugang brauche aber Angst zu haben, dass er gegen zu starke Gegner antreten muss. Zudem bietet der Verein auch kostenlose Übungsstunden an. Um Kinder vom Schachspielen zu begeistern, wurden vor dem Lockdown zahlreiche Schulen in der Region besucht. So die Grundschule Hermannshagen, die Grundschule am Königshof, in Veckerhagen und Schulen in Kassel. Niemeyer hofft, dass sie damit bald wieder beginnen können.

Ist eine Netflix-Serie der Grund für den Boom?

Aber warum ist Schach in der Krise so beliebt? Niemeyer hat eine Theorie: Erstens, durch den Schachweltmeister Sven Magnus Øen Carlsen aus Norwegen, der gerade einmal 30 Jahre alt ist. Zudem spiele die Serie „Das Damengambit“ auf und von der Streaming-Plattform Netflix eine große Rolle. Die Serie zeigt die Karriere einer jungen Schachspielerin. „Die Serie ist filmisch, aber auch schachtechnisch sehr gut“, berichtet Niemeyer.

Er selbst sei in den 1970ern zum Schach gekommen. Damals wurde gerade die Weltmeisterschaft zwischen dem US-Amerikaner Bobby Fischer und dem Russen Boris Spasski ausgetragen.

Dieses „Match des Jahrhunderts“ 1972 wurde vor dem Hintergrund des Ost-West-Konfliktes, dem Kalten Krieg, politisiert. Fischer besiegte Spasski. „Die Zeitungen waren damals voll von Artikel über Schach“, erzählt Niemeyer.

Kontakt

Telefonisch bei Norbert Niemeyer: Tel. 01 60/6 98 80 50 oder auf der Internetseite msc1925.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.