Keine Sanierung nötig

Pflasterschäden auf alter Mündener Werrabrücke nur oberflächlich

Schäden auf der alten Werrabrücke: Die KDM plant, die Oberfläche nach der Winterpause instand zu setzen. Für weitergehende Sanierungsarbeiten wäre das Land Niedersachsen als Eigentümer der Brücke zuständig. Foto: Sangerhausen

Hann. Münden. Die Schäden an den Pflastersteinen der alten Werrabrücken sind nur oberflächlich. Sie werden laut den Kommunalen Diensten nach der Winterpause repariert.

Eine Sanierung sei nicht nötig.

Die Putzaktion vom vergangenen Samstag brachte es an den Tag: Nachdem der Schmutz weg ist, sieht man deutlich, wo auf der alten Werrabrücke in Hann. Münden das Fugenmaterial Frostschäden davongetragen hat. An manchen Stellen sind die Pflastersteine selbst abgebrochen. Hier und da ist der Gehweg bereits provisorisch mit grobem Asphalt geflickt, damit sind die schlimmsten Stolperfallen entschärft.

Reparatur haute nicht hin 

Eigentlich hätten die fehlenden oder beschädigten Pflastersteine bereits im Herbst vergangenen Jahres fachgerecht ausgetauscht werden sollen, erklärt die städtische Pressesprecherin, Julia Bytom, auf HNA-Anfrage. Doch wegen der langfristigen Erkrankung des zuständigen Mitarbeiters und den umfangreichen Arbeiten an anderen Stellen in der Stadt - Philosophenweg, Dielengraben - hatte es mit der Reparatur vor der Winterpause nicht mehr geklappt.

Nun müsse man bis zum 31. März abwarten: Bis dahin ist die Stadt zum Winterdienst verpflichtet, egal, wie frühlingshaft und sonnig das Wetter zwischendurch schon sein mag.

Die Oberflächensanierung sei aufwändig: Bei jedem Steinaustausch müsse etwa ein Quadratmeter Fläche aufgenommen werden, damit die Steine wieder haltbar eingepasst werden können. Für diese Oberflächeninstandhaltung sind die Kommunalen Dienste Münden (KDM) zuständig.

Eine Generalsanierung der alten Werrabrücke falle jedoch nicht in den Zuständigkeitsbereich der Stadt, da die Brücke der Stadt nicht gehöre. Das historische Bauwerk ist im Besitz des Landes Niedersachsen. Als der Verkehr noch mitten durch die Stadt floss, war sie Teil der Landesstraße nach Lutterberg, erinnert der städtische Denkmalpfleger Burkhardt Klapp.

Schäden bekannt 

Das Land hatte die Brücke Ende der 1980er-Jahre aufwendig sanieren lassen. Dass das Bauwerk heute Schäden aufweise, sei bekannt, sagt Reinhard Wege, Leiter des Fachgebietes „konstruktiver Ingenieurbau“ bei der Landesbehörde für Straßen- und Verkehrswesen in Bad Gandersheim. Aber diese Schäden seien nicht gravierend.

Das Landesamt überprüfe die Brücke alle drei Jahre: Im Wechsel finde jeweils eine Hauptprüfung und eine einfache Prüfung statt. Die jüngste Hauptprüfung war 2011, voriges Jahr war die einfache Prüfung an der Reihe.

Die an der Brücke zu sehende Verwitterung sei normal. Das über 700 Jahre alte Bauwerk sei aber stabil. Die Unterbauten stammten aus dem Jahr 1260.

Dennoch fanden die Prüfer bislang keinen Grund, für die Brücke eine Lastbegrenzung auszusprechen. (tns)

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