Früher Herbst durch Parasiten

Schädliche Miniermotten setzen Kastanien weiter zu

Kastanienmimiermotten sitzen auf einem Blatt.
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Die Kastanienmimiermotte sorgt für das verfrühte Absterben der Blätter und macht die Bäume anfällig für andere Schädlinge.

Es wird Herbst in der Region Hann. Münden – für die Kastanienbäume gilt das schon seit Wochen. Wie in den Vorjahren leidet sie unter dem Befall der Kastanienminiermotte. Mit der Aktion „Rettet die Kastanien“ macht die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) darauf aufmerksam.

Laut der SDW sei das vollständige Aufsammeln des Laubs der beste Schutz. Nur, wo das gemacht werde, seien die Kastanien noch grün, denn erst nach dem ersten Frost setzt der Laubfall gesunder Kastanien ein.

Doch viele Kastanien vor allem in Städten seien schon seit August braun und haben ihre Blätter verloren. Die SDW ruft daher alle Baumliebhaber auf, in den kommenden Wochen nach vollständigem Blattfall das Kastanienlaub zu sammeln. Denn die letzte der jährlich drei Generationen der Kastanienminiermotte überwintere in den Kastanienblättern. Werden diese vernichtet, überleben weniger Motten den Winter.

Wichtig sei es, dass das Laub in Extrasäcken gesammelt und anschließend verbrannt werde – eine Zusammenarbeit mit den Kommunen sei dabei sinnvoll, heißt es von der SDW. Die Kastanienminiermotte ist ein winzig kleiner Schmetterling, der aus dem Balkan eingewandert ist und sich hier ohne natürlichen Gegenspieler ungehemmt vermehren konnte.

Durch die Miniermotte verlieren die Kastanien seit Jahren ihre Blätter bereits im Spätsommer. Die durch zahllose Fraßstellen in den Blättern verminderte Photosynthese und die so verkürzte Vegetationszeit führen dazu, dass die geschwächten Bäume anfälliger gegen Pilze, Bakterien und anderen Schädlinge werden. Es habe sich auch ein sogenannter Sekundärschädling, das Bakterium Pseudomonas syringae, auf den Kastanien stark verbreitet. Es verstopfe die Leitungsbahnen für Wasser und Nährstoffe und die Kastanien sterben ab.

Verluste gebe es bundesweit. Deshalb sei es umso wichtiger, dass man den Kastanien beim Überleben helfe. Allein das gewissenhafte Laubsammeln und Verbrennen könne die Überlebenschance der Bäume erhöhen.

Die Kommunen in der Region gehen mit dem Thema unterschiedlich um, das Thema Verbrennen ist allerdings bei keiner eine Option. „Einsammeln und entsorgen über die Grüne Tonne, beziehungsweise ausnahmsweise kostenlose Anlieferung auf der Deponie“, sagt Bernd Grebenstein, Bürgermeister der Gemeinde Staufenberg.

Die Gemeinde selbst habe kaum eigene Kastanien in ihrem Verantwortungsgebiet und wenn ständen sie zu 95 Prozent im Verbund mit anderen Laubbäumen, das Laub könne man also gar nicht voneinander trennen.

Im Gebiet der Stadt Dransfeld gibt es vereinzelt Kastanien, sagt Stadtrat Mathias Eilers. „Die größten Bäume stehen vor der Kirche und in der Nordstraße.“ Daneben gebe es vereinzelt welche im Privatbesitz. „Von Seiten der Stadt gibt es keine generelle Empfehlung, dieses Laub der Bäume zu verbrennen. Grundsätzlich ist das Verbrennen von Gartenabfällen untersagt. Gerade das Verbrennen von Laub ist in der Regel mit einer extremen Rauchentwicklung und mit einem unsauberen Feuer verbunden. Von daher empfehlen wir den Eigentümern die Entsorgung ihrer Gartenabfälle über die sich in Dransfeld befindende Kompostanlage“, sagt Stadtrat Eilers. Von der Stadt Hann. Münden gab es keine Stellungnahme zu dem Thema.

Infos: sdw.de/projekte/rettet-die-kastanie/index.html

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