Schamanin in der Hann.Mündener Galerie Dreiklang stieß auf großes Interesse

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Eins mit den Klängen: Natalia Ducheva aus Jakutien am Tamburin, rechts Nataliya Kormakova.

Hann. Münden. Ein sehr außergewöhnliches Konzert von Natalia Ducheva aus Jakutien bekamen die Besucher am Samstagabend in der Mündener Galerie Dreiklang zu hören.

Die Meisterin im Obertongesang und Expertin der uralten Musikinstrumente wie Maultrommel, Tamburin, Tibetischer Schalen und Flach-Glocken lud die Hörer ein, mithilfe der erzeugten Schwingungen in sich einzutauchen und den Körper mit Energie zu füllen.

Schamane sei kein Beruf, sondern eine Gabe, erläuterten die Gastgeber, Nina Geling und Ekkahart Bouchon. Natalia Ducheva stamme aus einer Familie, deren Mitglieder über Generationen hinweg Schamanen seien. Sie habe sich gegen ihre Gabe gewehrt und sei erblindet - bis sie sich dazu bekannte Schamanin zu sein.

Etwas ganz anderes, als sie sonst zu hören bekommen, versprachen die Gastgeber den Besuchern. Eher auch eine Klangbehandlung als ein Konzert im herkömmlichen Sinne. „Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass starke Schmerzen durch eine Behandlung wie diese deutliche Besserung erfahren habe. Ich konnte zwar nicht wieder laufen wie ein junger Hirsch, aber ich konnte wieder gehen“, berichtete Ekkahart Bouchon.

Volles Haus in der Galerie Dreiklang: Grigori Bouchon agiert als Dolmetscher für Natalia Ducheva und Nataliya Kormakova.

Und dann begann die Vorführung: Erhellt nur durch vier am Boden stehende Kerzen, Einfalllicht aus einer leicht geöffneten Tür, begann die Schamanin. Während sie in anmutig wiegenden Bewegungen ihrer Musik folgte, folgte ihr der eigene schwebende Schatten an der Wand in doppelter Größe. Ducheva, eine zierliche Frau, barfuß in einem schlichten weißen Gewand, nahm eine ihrer verschiedenen Maultrommeln, schloss die Augen, imitierte die Geräusche des Windes, bevor die Klänge des Instrumentes einsetzten. Im Einklang mit ihrem Instrument variierte sie Geschwindigkeit und Lautstärke, ergänzte durch tierähnliche Stimmen gepaart mit Tönen ihres Kehlkopfes die Klang-Performance, während die zweite Schamanin Nataliya Kormakova duftenden Rauch im Raum verteilte.

Viele Konzertbesucher saßen versunken auf ihren Stühlen, die Augen geschlossen, die Hände auf den Oberschenkeln abgelegt, Handflächen nach oben und öffneten sich dem Zauber dieser sphärischen Klänge. Als Ducheva einen Part mit dem Tamburin begleitete erinnerte der Gesang an Indianergesänge, ergänzt von stöhnenden Lauten, schrillen und klagenden Akzenten. Und dann die Stille, die es nach dem Stück auszuhalten galt, bevor die Performance weiter ging. (ymh)

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