Kunstprojekt zum Klimaschutz

Schiffbau für die Umwelt

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Weidenzweige mitgebracht: „Wie ein Regenbogen!“ kommentierte ein Mädchen aus dem St. Matthäus-Kindergarten, als Künstler Andrzej Dzierzbicki den Weidenzweig zum Halbkreis bog. Den Bezug zur Natur, den Dzierzbickis Kunstprojekt mit den Weidenschiffen hat, erfassten die Kinder intuitiv. 

Hann. Münden. So ein Schiff, das kann ganz schön schaukeln. Da ist es gut, wenn man nicht alleine darin sitzt und sich aneinander festhalten kann.

Diakonin Susanne Rieke-Scharrer schlug den symbolischen Bogen vom Kunstprojekt zum Kirchenschiff, bevor am Donnerstag der Künstler Andrzej Dzierzbicki in der Blasius-Kirche Weidenstecklinge an die Kinder der drei evangelischen Kindertagesstätten (Kitas) verteilte.

Diese „Stöcker“ pflanzten die Kinder an ihren Kindergärten ein.

Die Erde sei schon vorbereitet, erzählten sie. Die Stecklinge sollen wachsen, bis die Weiden im kommenden Jahr für die nächste Phase des Projektes gebraucht werden: Den Bau eines neuen Weidenschiffes. Es sind nicht irgendwelche Zweige, sondern sie stammen vom „Mutterschiff“, das im Kasseler Stadtteil Wolfsanger liegt. Aus der Fulda an Land gezogen und festgewachsen liefert es nachwachsendes Material für weitere Schiffe. Das Kasseler Schiff, zwölf Meter lang, ist 2011 entstanden.

Bei dem Projekt geht es um Ökologie, Klima, Kunst und ganz viel Miteinander (siehe weiterer Artikel). Ökologisch korrekt war Künstler Dzierzbicki übrigens mit dem Fahrrad aus Kassel nach Münden gekommen. Den Kontakt hatte Pastor Andreas Risse geknüpft, der privat in einer Kita in Kassel das Projekt kennengelernt hatte. Das sei doch wie gemacht für die „Wasserstadt“ Hann. Münden. Ab dem 22. März, dem Weltwassertag, soll 21 Tage ein Schiff auf dem Tanzwerder in Hann. Münden gebaut und zu Wasser gelassen werden. Die Kinder sind dabei, weitere Interessierte können mitmachen.

Kunst, Vernetzung und Klimaschutz

Das Weidenschiff-Projekt hat viele Facetten: Es geht Andrzej Dzierzbicki um Kunst, um Klimaschutz und um Vernetzung. Das Boot, die Flüsse und die gemeinsame Arbeit vieler Menschen am Projekt bieten da Symbolik in vielen Facetten. Im Hinblick auf die Umweltverschmutzung und den Klimawandel stehe „uns das Wasser bis zum Hals. Also bauen wir ein Boot“, sagte Andrzej Dzierzbicki in Hann. Münden. Um ein anderes Bild zu benutzen: Alle auf der Erde sitzen im selben Boot, wenn es um die Umwelt geht. Dass alles miteinander vernetzt ist aber, das verliert man schnell aus dem Blick. Dzierzbicki will darauf wieder aufmerksam machen. Er arbeitet unter anderem mit der Uni Kassel zusammen. Die Flüsse selbst bilden bereits ein Netzwerk. Auf ihnen und an ihnen entlang entwickelt sich mit dem Projekt die Vernetzung – hier zwischen Kassel und Hann. Münden. Aber auch die Menschen, die am Projekt beteiligt sind, bilden ein Netzwerk. Im Weidenschiff werden Ringe aus Zweigen verbaut. Solche Ringe könne jeder herstellen, auch im Sitzen. Jeder Ring steht für die Runde, in der alle teilnehmen, aber auch für das Unendliche und den ganzen runden Globus. So bietet das Projekt, das bereits in verschiedenen Städten läuft und immer weiter fortgesetzt werden soll, eine vielschichtige Symbolik, die dazu anregt, die Umwelt und die Mitmenschen ins Bewusstsein fließen zu lassen.

Hintergrund
Mitbauen am Weidenschiff

Wer im kommenden März am Weidenschiff in Hann. Münden mitbauen möchte, der kann sich an eine der Leiterinnen der drei evangelischen Kitas wenden, die auch Fragen beantworten:

• Kita St. Blasius, Leiterin Claudia Zemke, Tel.: 05541/ 32959,

• Kita Aegidien, Leiterin Kathrin Berg, Tel.: 05541/ 2697,

• Kita Matthäus, Leiterin Angelika Görk, Tel.: 05541/ 72710

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