Urteil für den Nachmittag erwartet

Schlägerei: 41-Jähriger muss 750 Euro Strafe zahlen

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Hann. Münden. Wegen Geringfügigkeit und widersprüchlicher Zeugenaussagen wurde das Verfahren gegen einen 41 Jahre alter Mann aus Hann. Münden vom Vorsitzenden Richter eingestellt.

Der Mann sollte einen 46-jährigen Bekannten vor einem Mündener Lokal körperlich misshandelt haben.

Der Angeklagte erhielt die Auflage, dem Opfer 250 Euro Schmerzensgeld und 500 Euro an das Mütterzentrum in Hann. Münden zu zahlen.

Die Staatsanwaltschaft Göttingen warf dem Angeklagten vor, im September vergangenen Jahres den 46-Jährigen mit einer vulgären Aussage über seine Lebensgefährtin provoziert zu haben. Daraufhin soll es zwischen beiden Männern zu einer Schlägerei gekommen sein, in der der Angeklagte das Opfer mehrmals ins Gesicht geschlagen habe. Der Angeklagte berief sich auf Notwehr. Er gab zwar die Provokation zu, seiner Aussage nach soll aber das Opfer die körperliche Auseinandersetzung angefangen haben. Er habe nur versucht sich zu schützen.

Das 46-jährige Opfer widersprach der Schilderung: "Ich hab definitiv nicht angefangen. Das sag ich auch unter Eid aus." Er habe seinen ehemaligen Bekannten lediglich in den Schwitzkasten genommen, um ihn abzuwehren. Zwei blaue Augen und eine Risswunde am linken Ohrläppchen habe er von der Auseinandersetzung davongetragen.

Bei der Vernehmung von weiteren fünf Zeugen, die zur Tatzeit vor Ort waren, unterschieden sich die Antworten auf die Frage, wer der beiden Männer zuerst zugeschlagen habe. Einige beschuldigten den Angeklagten, andere gaben an, dass das Opfer dem Angeklagten den ersten Schlag verpasst habe. Wiederum andere sagten aus, dass an dem Abend alles sehr schnell gegangen sei und sie nicht sagen könnten, wer die Schlägerei angefangen habe.

Die unterschiedlichen Aussagen der Zeugen bewogen den Richter schließlich dazu, beiden Parteien, Staatsanwaltschaft sowie Angeklagtem, einen Vorschlag zu unterbreiten. Er bot allen Beteiligen an, das Verfahren gegen eine Geldauflage einzustellen. Nach einer kurzen Unterredung mit seinem Anwalt stimmte der Angeklagte zu.

Er muss die Auflage innerhalb von sechs Monaten erfüllen, ansonsten droht ihm ein erneutes Strafverfahren. Der Richter ermahnte ihn, die Zahlungen einzuhalten. Bei einer weiteren Verhandlung könnte es für ihn viel teurer werden und einen Eintrag ins Strafregister geben. Die Möglichkeit eines Freispruchs für ihn sehe er in diesem Fall nicht. (fis)

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