Prozessauftakt: Schlägerei vor dem Penny-Markt

Hann. Münden. Ein 23-jähriger Hann. Mündener musste sich am Mittwoch vor dem Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Er soll im Januar dieses Jahres einen ehemaligen Arbeitskollegen vor dem Penny-Markt in der Innenstadt mit Schlägen und Tritten im Gesicht sowie im Brustbereich verletzt haben. So lautete die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft. Zu einem Urteil kam Richter Dr. Wilfried Kraft noch nicht. Da zwei Zeugen nicht anwesend waren, wird die Verhandlung am Montag, 7. September, fortgesetzt.

Der Angeklagte wies die gegen ihn erhobenen Vorwürfe von sich. Als er an jenem Tag aus dem Penny gekommen sei, habe der vermeintlich Geschädigte, ein 44 Jahre alter Mann aus Hann. Münden, der zugleich als Nebenkläger auftrat, ihn grundlos mit einem Würgegriff von hinten umfasst. Daraufhin habe er sich gewehrt, auch mit einem Schlag. Dabei sei er selbst zu Boden gegangen und habe den Tritt einer dritten Person gespürt. „Die habe ich nicht gesehen“, sagte der Angeklagte. Er aber habe nicht zugetreten. Schon während ihrer gemeinsamen Zusammenarbeit habe der Nebenkläger ihm öfter gedroht, „ihn fertig zu machen.“ Kurz vor dem Vorfall sei der 44-Jährige entlassen worden und habe ihn dafür verantwortlich gemacht.

Der 44 Jahre alte Hann. Mündener bestätigte, dass er kurz vor der Auseinandersetzung seinen Job verlor. „Ich wurde an der Arbeit vom Angeklagten provoziert und erniedrigt und habe ihn an diesem Tag gefragt, ob er weiß, was er getan hat“, sagte er. Daraufhin habe der 23-Jährige ihn ins Gesicht geschlagen. „Ich habe versucht, mich zu wehren und mich wegzubewegen, doch er ist immer wieder auf mich losgegangen.“ Auch, so die Aussage des Zeugen und Nebenklägers, sei er zwischenzeitlich gestürzt und linksseitig vor die Brust getreten worden.

Folgen des Angriffs seien blaue Flecken, eine Rötung im Brustbereich, Kratzwunden, Schmerzen und Übelkeit gewesen. Dass der 44-Jährige dem Angeklagten in seiner Aussage auf dem Polizeirevier vorgeworfen hatte, er habe die Beleidigung „Scheiß-Kanacken-Schwein“ ausgesprochen, fiel ihm erst nach einem Hinweis der Staatsanwältin ein.

Nicht wiedererkannt 

Eine 51-jährige Zeugin erklärte, dass der Angreifer ein Deutscher gewesen sei und der Angegriffene Migrationshintergrund gehabt habe. Sie identifizierte den Angeklagten allerdings nicht zweifelsfrei, nur den Nebenkläger als angegriffene Person. Sie bestätigte Schläge, Tritte und, dass der Angreifer die Beleidigung „Hurensohn“ verwendete.

Sie erinnerte sich nicht daran, dass das Opfer auf dem Boden liegend getreten wurde. Ihre 22-jährige Tochter gab an, dass die Rollen von Täter und Opfer klar verteilt gewesen seien. Sie erkannte den Angeklagten als Angreifer wieder. Zudem wollen beide gehört haben, dass er dem 44-Jährigen „Was hast du zu mir gesagt?“ zu Beginn der Auseinandersetzung zurief.

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