Der Tag danach

Nach Schlägerei unter Flüchtlingen gab es eine klare Ansage

Hann. Münden. Am Tag nach der Schlägerei unter jungen Flüchtlingen in der ehemaligen Kurhessen-Kaserne ist wieder Normalität eingekehrt. „Es hat eine deutliche Ansage gegeben", sagt Heiko Keller, Pädagoge der Jugendhife Südniedersachsen, die die jungen Männer im Auftrag des Landkreises betreut.

Es sei ihnen gesagt worden, dass ihre Duldung auf dem Spiel stehe. Die Ansprache galt offenbar in erster Linie jungen Eritreern und Syrern.

Am Sonntag war es bei der Essensausgabe zum Streit und körperlichen Auseinandersetzungen gekommen. Mehr als 100 junge Flüchtlinge waren daran beteiligt. Zwei Männer wurden verletzt und ambulant im Krankenhaus behandelt. Die Situation war danach über Stunden aufgeheizt.

Gegen 18.40 Uhr stürzte ein 16-jähriger Flüchtling aus einem Fenster der Flüchtlingsunterkunft sechs Meter in die Tiefe. Dabei wurde er an einem Bein und am Rücken verletzt und kam in eine Klinik. Er hatte nach HNA-Informationen auf ein weggeworfenes Glas aus einem Fenster über ihm reagiert, geschaut und dabei das Gleichgewicht verloren. Die Polizei geht von einem Unglücksfall aus.

Der Landkreis Göttingen hält sich mit Äußerungen bedeckt. „Ausländerrechtlich müssen dafür die polizeilichen Ermittlungen abgeschlossen beziehungsweise Taten gerichtlich geahndet sein. Je nach Strafmaß würde eine Verurteilung in die Betrachtung des Aufenthaltsrechts einbezogen“, teilt Sprecher Ulrich Lottmann mit.

Die Jugendhilfe will in dieser Woche damit beginnen, in der Ex-Kaserne untergebrachte minderjährige Flüchtlinge in Wohnviertel in der Stadt zu verlegen. Das sollen Wohngemeinschaften sein, die aus bis zu drei Flüchtlingen aus einem gemeinsamen Herkunftsland bestehen. Derzeit sind an der Kurhessenstraße etwa 60 Männer untergebracht. Die hohe Anzahl bei den Tumulten ist damit zu erklären, dass an anderen Orten einquartierte Flüchtlinge zum Essen kamen. (awe)

Rubriklistenbild: © dpa

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