Sprachlicher Firlefanz für Männer und Frauinnen

Der Schlauberger sorgte für Klugscheißereien

Schlaubergers Klugscheißereien: Reinhard Berger zusammen mit Hella Winnemuth in der kleinen Buchhandlung. Foto:  Eberlein

Hann. Münden. Der HNA-Kolumnist Reinhard Berger, auch bekannt als der Schlauberger, sorgte am Samstag für Klugscheißereien in der Mündener Buchhandlung Winnemuth.

Zwischen Belletristik, Sach- und Kinderbüchern saßen die Zuhörer in der kleinen Buchhandlung und lauschten aufmerksam dem sprachlichen Firlefanz, den ihnen der Schlauberger präsentierte.

Jeden Mittwoch, wenn sein erhobener Zeigefinger auf der Kulturseite auftaucht, hat er wieder einen faulen Zahn im Schreib- und Redefluss des Medienorgans gezogen. In der Zeitung findet man sie oder im Radio und Fernsehen: sprachliche Irrungen und Wirrungen sämtlicher Art. Und manchmal ist es auch einfach absoluter Schwachsinn, den man als aufmerksamer Leser und Zuhörer aufspüren kann. Vier Bücher, in denen Berger seine Ausbeute zusammengetragen hat, sind bereits auf dem Markt.

Vor dem Hann. Mündener Publikum zitierte er einige Goldkronen aus seinem aktuellen Werk „Klugscheißereien“, gleich einem Fortbildungskurs in Sachen Sprache. Denn wie schon der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber sagte: „Wir müssen den Kindern mehr Deutsch lernen“.

Bergers Ausführungen richteten sich jedoch nicht an Kinder und Kinderinnen, sondern an Lehrer und Lehrerinnen, Witwer und Witwerinnen sowie Männer und Frauinnen. Doch zunächst genug der neuen, gekünstelten Höflichkeitsanrede, das Thema Sport, und dabei vor allem der Fußball, liefert nahezu ständig neue Artikulationsfrakturen, denen Berger genau auf den Zahn fühlt. Paradebeispiel: Kicker Lukas Podolski, der in einem Interview erklärt, dass er vor dem Tor nicht denke, das tue er schließlich nie.

Kein Wunder, wenn neue Erkenntnisse der Evolutionsforschung zu dem Ergebnis kommen, dass es unter den Männern vermutlich mehr „Trottel“ gibt, als unter dem geschlechtlichen Pendent. Wie gut also, dass die Mehrheit der deutschen Frauen weiblich ist, wie der Altbundeskanzler Helmut Kohl seinerzeit feststellte. Doch auch als Mann kann man gut durchs sprachliche Leben kommen, wenn man das Rezept kennt, wie Mann kleinere und größere Rhetorikdefizite retuschiert.

Interview-Bastelkurs 

In einem kleinen Interview-Bastelkurs enthüllte Reinhard Berger die Geheimnisse des geistreichen Dialog-Satzbaus, ein Instrument, das in keinem sprachlichen Werkzeugkasten fehlen sollte und das quasi eins zu eins auf sämtliche Situationen angewandt werden kann.

Nachlesen kann man dies in „Schlaubergers Klugscheißereien“, erschienen im Wartberg Verlag, ISBN-13:9783831321957 oder auf Facebook. (zen)

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