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Schleppertreffen lockte zahlreiche Besucher nach Lippoldshausen

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Von: Christian Mühlhausen

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Blick aus der Vogelperspektive auf das Schlepper-Treffen der Traktorfreunde Lippoldshausen am vergangenen Wochenende.
Blick aus der Vogelperspektive auf das Schlepper-Treffen der Traktorfreunde Lippoldshausen am vergangenen Wochenende. © Christian Mühlhausen

In Lippoldshausen fand am vergangenen Wochenende das große Schlepper-Treffen statt. Organisator der Veranstaltung sind die Traktor-Freunde Lippoldshausen, die von Trecker-Freunden von weit weg besucht wurden.

Lippoldshausen – Monatelang haben sie darauf hingearbeitet, am Wochenende konnte das große Schlepper-Treffen der Traktor-Freunde Lippoldshausen anlässlich dessen 30-jährigen Bestehens endlich über die Bühne gehen, nachdem es zuvor coronabedingt zwei Jahre lang verschoben wurde. Und es hat sich gelohnt: „Wir sind sehr zufrieden, unsere Erwartungen sind mehr als übertroffen worden“, resümiert Vereinsvorsitzender Markus Lütjerodt am späten Sonntagnachmittag.

Das Dorf war übers Wochenende in der Hand von Oldtimer-Treckern aus Südniedersachsen, Nordhessen und Westthüringen: Rund 200 Schlepper aller Fabrikate warteten auf dem Festplatz auf interessierte Besucher, etliche Oldtimer-Besitzer brachen auch auf zu kleinen Rundtouren oder testeten die Leistungsfähigkeit ihrer Fahrzeuge, in dem sie dicke Holzstämme über den Acker zogen. Einer von ihnen war Daniel Göbel aus Imbsen, der seinem 45 PS starken Lanz Bulldog, Baujahr 1938, so einiges abverlangte. Mit dem unverkennbarem Kolbenschlag des alten Lanz und einer tiefschwarzen Rauchfahne aus dem Auspuff zog der Schlepper selbst den dicksten Stamm übers Feld.

Viele Trecker aus Lippoldshausen dabei

Göbel war mit einer ganzen Delegation an Oldtimerfans aus Imbsen zu dem befreundeten Verein nach Lippoldshausen gekommen: Zu einer kleinen Platzrunde ließ sich auch Dirk Lütjerodt hinreißen. Mit dem vierjährigen Nachbarsjungen Dorin auf dem Beifahrersitz steuerte er seinen 20 PS starken Deutz 2505, Baujahr 1967, über den Platz. Vor 20 Jahren entdeckte er den alten Schlepper als Scheunenfund bei einem Verwandten in Albshausen. Besonders viele Trecker kamen direkt aus Lippoldshausen.

Rund 100 Trecker jüngeren und älteren Datums gibt es nach Angaben der Traktorfreunde im Dorf. Und wenn schon mal ein Schleppertreffen im Ort ist – das vierte seit Gründung des Vereins im Jahr 1992 –, sollen die Trecker auch zu sehen sein und bekommen von ihren Eigentümern Ausgang. Rund 50 Helfer, auch über die Vereinsmitglieder hinaus, waren am Wochenende in verschiedenen Schichten im Einsatz, um die Gäste zu bewirten und das Fest organisatorisch zu betreuen.

Auch Pkw waren dabei: Heike Lauenstein, Daniel Niewöhner und Lars Rotzsche an einem Ford Baujahr 1931.
Auch Pkw waren dabei: Heike Lauenstein, Daniel Niewöhner und Lars Rotzsche an einem Ford Baujahr 1931. © Christian Mühlhausen

Dreschmaschine und Kartoffelschleuder im Einsatz

Besonders gut angenommen wurden die Maschinenvorführungen. So trieb ein Lanz Bulldog eine alte Dreschmaschine des Vereins an, in die Manuel Göbel und Jannik Gers Getreidebündel einwarfen, aus denen dann das Getreide ausgedroschen wurde. Und Herbert Göbel steuerte zielsicher die Kartoffelschleuder durch die eigens fürs Fest angebauten Kartoffeln, die von Besuchern anschließend eingesammelt wurden. Der Erlös aus dem Kartoffelsackverkauf kommt dabei dem Verein zugute.

Mögen die Arbeit mit alten Maschinen: Manuel Göbel (von links), Herbert Göbel und Markus Lütjerodt.
Mögen die Arbeit mit alten Maschinen: Manuel Göbel (von links), Herbert Göbel und Markus Lütjerodt. © Christian Mühlhausen

Interessiert aufgenommen wurden auch die Ausführungen von Lars Rotzsche. Der gebürtige Hedemündener ist ein Oldtimerexperte und ließ die alten Schlepper nacheinander vorfahren, um den Besuchern etwas zu Geschichte, Eigentümer und Marke zu sagen. Über sein Oldtimer-Netzwerk motivierte Rotzsche auch andere Oldtimer-Eigentümer zum Besuch des Festes. Und nicht nur Trecker kamen, sondern auch Lkw, Motorräder und Autos. So wie der Ford A, Baujahr 1931, von Heike Lauenstein und Daniel Niewöhner aus Salzkotten. Per Achse fuhren sie ihr über 90-jähriges Schätzchen von Westfalen aus nach Lippoldshausen. Ihr in vielen Stunden Handarbeit restaurierter Ford ist etwas ganz besonders, denn eigentlich wurden diese in den USA gefertigt, dieser aber 1931 in Kopenhagen montiert. Das Fordwerk in Köln, von wo diese Autos später kamen, öffnete dann erst 1934.

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