Für ungehinderten Abfluss

Fulda-Schleusen sinken in den Winterschlaf

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Wird abgelassen: Die Wehrklappe in Bonaforth sinkt bis auf die Sohle am Fuldagrund.

Bonaforth. Es ist ein untrügliches Zeichen: Weihnachten naht, die Zeit ist gekommen. Die Fulda-Schleusen in Bonaforth, Wilhelmshausen und Wahnhausen sinken in den Winterschlaf. 

Seit Donnerstag senkt das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Hann.Münden die beiden Wehrklappen pro Schleuse ab. Etwa zwei Tage dauert das, bis sie in der Fulda verschwunden sind.

April wieder hoch

„Damit wird der ungehinderte Abfluss der Fulda hergestellt“, sagt Rolf Summa vom WSA. Der Fluss wird nicht nur flacher, sondern auch schmaler - bis die Klappen Anfang April wieder auftauchen und damit sichtbar werden.

Sollte es im Winter Hochwasser geben, was nicht selten vorkommt, ist am Flussrand mehr Platz für die Fluten, sich auszudehnen. Das ist genau genommen ein leichter Hochwasserschutz. Gerade für Hann.Münden, der idyllischen Fachwerkstadt an Fulda, Werra und Weser, ist das nicht unbedeutend.

20 Tonnen pro Klappe

Per Knopfdruck werden die beiden Wehrklappen abgesenkt: Wasserbaumeister Sven Fritsch am Steuerstand in der Bonaforther Schleuse.

Schon oft drang Hochwasser in zahlreiche Keller ein und richtete Schäden in der Dreiflüssestadt an. Ein Allheilmittel kann das Absenken der Wehrklappen allerdings nicht sein, denn fällt zu viel Niederschlag oder schmelzen Schneeberge, drückt das Wasser nahezu unaufhaltsam in die Stadt. Da hilft auch der Winterschlaf der Schleusen nicht. 

Etwa 20 Tonnen wiegt eine Wehrklappe. Trotzdem ist es kinderleicht, den Koloss zu versenken. Wasserbaumeister Sven Fritsch drückt kurz einen Schalter am Steuerstand für das Wehr der 1989 gebauten Bonaforther Schleuse. „Zehn Zentimeter pro Stunde wird der Wasserstand abgesenkt, danach ist eine Stunde lang Pause“, erzählt der Schleusenexperte. Mit der dosierten Wasserabsenkung wolle man die Weser nicht zu schnell belasten, denn deren Wasserstand steigt, bis der Stau an den Fulda-Schleusen verschwunden ist.

Für den Schiffsverkehr hat das Kippen der Wehrklappen keinerlei Auswirkungen. Die Bootssaison ist längst beendet. Wäre das anders, könnte die festgesetzte Wassertiefe von 1,20 Metern nicht eingehalten werden. Von daher stört die Winterpause der Schleuse niemanden wirklich.

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