Herzogin aus Holz

Schlossplatz Hann. Münden: Bildhauer schnitzt Skulptur von Herzogin Elisabeth

Harald Wegener, Martin Schaub, Hartmut Teichmann und Eleonore Dehnert am Welfenschloss Hann. Münden
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Der Stamm ist angekommen: Harald Wegener, Martin Schaub, Hartmut Teichmann und Eleonore Dehnert am ersten Tag der Holzarbeiten vor dem Welfenschloss.

Eine Esche aus den Hann. Mündener Wallanlagen erhält einen neuen Standort in neuem Gewand: Am Schlossplatz schnitzt der Bildhauer Martin Schaub für die Initiative „Münden blüht und summt“ eine Statue der Herzogin Elisabeth aus dem Stamm des gefällten Baumes.

Hann. Münden - 2,10 Meter lang, 50 Zentimeter dick und ohne Rinde liegt der Stamm der Esche seit Mittwoch (11.08.2021) vor dem Welfenschloss. Dort arbeitet der Rotenburger Künstler an der Skulptur der Hann. Mündener Reformatorin. Bis zum 28. August soll das Kunstwerk fertiggestellt sein. Solange kann man ihm bei seiner Arbeit zusehen, Fragen zum Handwerk und zur Person Herzogin Elisabeth stellen.

Als Vorbild für seine Skulptur nutzt der Künstler eine historische Zeichnung der Regentin. Auf den Stamm zeichnet er Fixpunkte des Körpers auf (Kopf, Schultern, Hüften) und schnitzt in Anlehnung daran die Figur aus dem Holz. „Sie war eine modebewusste Frau, hatte Gefallen an Schmuck und Kleidern“, erzählt Schaub. Deshalb soll das Gewand verziert, die Skulptur bunt angemalt werden.

Seine Arbeit leistet der ehemalige Kunstlehrer kostenfrei. „Die Kunst ist mein Lohn“, sagt der Pensionär, der für die Zeit des Projekts in Hann. Münden übernachtet. Er arbeite gerne mit Holz. „Das liegt nahe, wenn man auf dem Dorf aufgewachsen ist.“ Er engagiere sich für die Kirche und interessiere sich für starke historische Frauen – deshalb habe ihn das Projekt zu Herzogin Elisabeth angesprochen. Beispiele seiner Arbeit sind im Altkreis Münden schon zu sehen: Drei Holzfiguren im Schaufenster der Kirchstraße 9, ein Relief der Stadt Hann. Münden im Historischen Rathaus, und ein großes Werk von Luther am Dorfeingang von Dankelshausen in Richtung Bühren.

Münden blüht und summt: Rohstoff Holz nutzen

Die Idee zu der Holzskulptur haben die Mitglieder von „Münden blüht und summt“ nach der Fällung des Baumes im vergangenen Jahr entwickelt, berichten Hartmut Teichmann und Eleonore Dehnert. Laut Informationen der Stadt war der Baum krank gewesen, trockene Äste stellten eine Gefahr für Fußgänger dar.

Die Gruppe hätte sich gewünscht, den Baum durch Sicherungen für Fußgänger erhalten zu können oder den Stamm als Totholz für Insekten am Wall liegenzulassen, wie die beiden berichten. In Zukunft sollten solche Optionen in Zusammenarbeit mit der Stadt geprüft werden. Nachdem der Baum gefällt wurde, setzten sie sich für die Weiterverwendung des Holzes ein. Wenn die Figur fertig ist, soll sie an den Wallanlagen vor dem Welfenschloss stehen. Die Initiative „Münden blüht und summt“ will dafür noch einen festen Wetterschutz organisieren, damit das Kunstwerk möglichst gut geschützt ist. (Kim Henneking)

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