Fischerei

Schonzeit für Zander aufgehoben: Probleme für Fischereigenossenschaft 

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Hann. Münden. Das Land Hessen hat die Schonzeit für den Zander aufgehoben. Für die Mündener Fischereigenossenschaft bringt das Probleme mit sich. 

Dass Hann. Münden eine Grenzstadt ist, merkt man fast nicht. Außer, wenn Leute aus dem Nachbarbundesland am Fronleichnamstag nach Niedersachsen strömen, um ein Beispiel zu nennen.

Aber noch etwas unterscheidet beide Länder und das wird nun zum Problem: Beim Schutz des Zanders gibt es seit einiger Zeit unterschiedliche Ansichten: Das Land Hessen hat den Fisch zur invasiven und damit nichteinheimischen Art erklärt, die Schonzeit aufgehoben und die Tiere zur Ausrottung freigegeben. Niedersachsen will die Schonzeit aber beibehalten.

Für die Fischereigenossenschaft Hann. Münden ist das ein Ärgernis. „Es kann nicht sein, dass wir den Fisch für viel Geld neu besetzen, er in Hessen dann aber ohne Einschränkungen gefangen werden darf“, erklärt der Vorsitzende der Mündener Fischereigenossenschaft, Ronald Schminke. Dabei schade er gar nicht: „Im Gegenteil. Der frisst doch gerade invasive Arten und Bruträuber wie die Schwarzmundgrundel“, betont Schminke.

Zudem komme der Zander bereits seit über 200 Jahren in der Weser vor, so Schminke. Auch einige Fischerkollegen auf der hessischen Seite sehe das ähnlich. Die Fischereigenossenschaft Münden betreut auch Fanggebiete auf hessischer Seite.

Trotzdem möchten die Mitglieder die Schonzeit beibehalten. Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz teilte hierzu mit, dass man die Probleme nachvollziehen könne und die Verwertung der Fischereirechte die Möglichkeit einer Harmonisierung erlaubten.

Diese Harmonisierung bedeutet, dass dann die strengere Richtlinie, also die Weiterführung der Schonzeit in allen Fanggebieten der Fischereigenossenschaft, sowohl auf niedersächsischer, als auch auf hessischer Seite gilt. Das befürworten die Verantwortlichen der Mündener Fischereigenossenschaft. Dadurch sei es möglich, unterschiedliche Schonmaße anzuheben oder Schonzeiten auf einen gemeinsamen längeren Zeitraum auszudehnen.

Die Fischereigenossenschaft Hann. Münden möchte die Fische nun trotzdem im Rahmen der niedersächsischen Schonzeitregelung weiter schützen und die Schonzeit im hessischen Gebiet der Genossenschaft durchsetzen.

„Wir gehen sogar noch einen Schritt weiter und setzen bei uns wieder Zander nach“, betont Ronald Schminke von der Fischereigenossenschaft Münden. Das Niedersächsische Ministerium wisse Bescheid, allerdings hätte dieses keine Möglichkeit, die Schonzeit in Hessen auch außerhalb der Fangflächen der Mündener Genossenschaft weiter durchzusetzen, so Schminke.

Man könne daher nur an die Vernunft der hessischen Fischer appellieren. „Ganz viele Vereinsleute und Angler sehen es momentan ähnlich wie wir“, betont Ronald Schminke.

Die Schonzeit für den Zander liege aktuell in der Laichzeit der Tiere vom 15. März bis zum 31. Mai.

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