Verkehrsbefragung in Hann. Münden

Schüler halten Autofahrer an: "Wo wollen Sie hin?"

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Einmal kurz anhalten, bitte: Wie hier auf der Göttinger Landstraße hielt die Polizei Verkehrsteilnehmer an, damit die Schüler in den Warnwesten die Fahrer befragen konnten. 

Hann. Münden. „Ein paar Autofahrer sind direkt umgedreht, als sie die Polizei gesehen haben“, verriet Joude Siyedo Bouzan.

Die Schülerin aus Hann. Münden befragte am Mittwoch im Auftrag des Landes Niedersachsen Verkehrsteilnehmer auf der Bundesstraße 3. Die gestellten Fragen waren allerdings kein Grund zum Umdrehen – und die Polizeibeamten regelten lediglich den Verkehr drum herum.

Hintergrund der Aktion war eine Analyse der Verkehrssituation auf der B 3, die ein Verkehrsplanungsbüro aus Hannover im Auftrag der Landesverkehrsbehörde und Hessen-Mobil ausführt. „Wir fragen die Fahrer wo sie herkommen, wo sie hinwollen und was der Anlass der Fahrt ist“, erklärte Horst Windmüller vom Planungsbüro PGT. Außerdem wurde notiert, ob die Fahrer ihren Hauptwohnsitz in Hann. Münden haben und wie viele Personen im Fahrzeug saßen. Die Befragungen blieben vollkommen anonym. „Die Behörden ziehen daraus wichtige Erkenntnisse, die beispielsweise bei der Einrichtung von Umleitungen von Bedeutung sein können“, sagte Windmüller. Hann. Münden stehe wegen der Autobahnnähe und dem Engpass Weserbrücke unter besonderer Belastung.

Die Befragungen am Vor- und Nachmittag – jeweils vier Stunden – übernahmen Schüler des Grotefend-Gymnasiums Münden. Für die acht Stunden gab’s zudem 70 Euro. „Wir haben vier Befragungspunkte eingerichtet, dort wird jeweils von 6 bis 10 und von 15 bis 19 Uhr befragt“, erklärte Windmüller. „Dadurch erreichen wir 50 Prozent des Tagesverkehrs und haben ein repräsentatives Bild davon, wer die Straße wie nutzt.“

Schülerin Joude Siyedo Bouzan war eine von 18 Jugendlichen, die den Reisenden Fragen stellten. „Im Berufsverkehr waren einige schon gestresst, vielleicht waren sie zu spät dran“, berichtete die 17-Jährige. „Aber der Großteil war nett und höflich. Niemand wurde länger als eine Minute befragt“, versicherte die Hann. Mündenerin. Die Mithilfe der Polizei sei sehr wichtig gewesen. „Die hatten immer den Überblick.“

Kameras zählten die Autos

Noch vor den Sommerferien soll es zwei weitere Befragungen im Raum Göttingen geben, später ist der B 3-Abschnitt in Hessen an der Reihe. In Hann. Münden wurden gestern bis zu 15 000 Fahrzeuge angehalten und ihre Fahrer befragt, genaue Zahlen liegen erst später vor, wenn die Aufnahmen zweier Videokameras ausgewertet wurden. „Die Qualität ist allerdings so schlecht, dass keine Personen oder Kennzeichen zu erkennen sind, nur die Fahrzeuge“, sagte Svea Coerdt vom Planungsbüro aus Hannover.

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