Wie wollt ihr leben?

Schüler machen sich zum ökologischen Fußabdruck Gedanken

Die Schüler lauschen der von Bildern und Videos begleiteten Präsentation. Foto: Kolenics

Hann. Münden. Schüler der Schule am Botanischen Garten und des Grotefend-Gymnasiums machen sich Gedanken zum ökologischen Fußabdruck. Denksnastöße gab die Multivision Fair Future.

Alles was ich zu viel habe, fehlt einem anderen - dies wurde rund 80 Schülerinnen und Schülern am Donnerstag, 1. Oktober, in der Aula der Schule am Botanischen Garten, mehr als bewusst.

Das Projekt: Jonas Laß vom Verein Multivision zeigte anderthalb Stunden lang durch verschiedene Beispiele, welche Probleme der viel zu große ökologische Fußabdruck Deutschlands verursacht, und was jeder Einzelne dagegen tun kann.

Die Schule am Botanischen Garten und das Grotefend Gymnasium nahmen mit Schülern der Klassenstufen fünf bis zehn an dieser Multimediashow des Vereins teil, die bereits an vielen Schulen in ganz Deutschland zu sehen war.

Das Problem: „Wenn alle so leben würden wie wir in Europa, dann bräuchten wir drei Erden“, erzählt Jonas Laß. Der Verbrauch an natürlichen Ressourcen in Deutschland übersteige die Möglichkeiten des Landes, diese zur Verfügung zu stellen, um mehr als das Doppelte. Neben dem ökologischen Fußabdruck waren auch der Treibhauseffekt, Nachhaltigkeit und Wirtschaftswachstum Themen der Präsentation.

Als Laß später die Schüler fragte, wer der Meinung sei, man müsse in Deutschland an der Lebensweise etwas ändern, gingen fast alle Hände in die Höhe, doch als es darum ging, was man tun könne, liesen die meisten ihre Hände zunächst wieder sinken.

Die Lösung?: In der anschließenden Diskussion kamen die Schüler auf die Idee, man könne die Überproduktion eindämmen und Müllberge dezimieren, indem man nur noch das kauft, was man wirklich braucht. Eine Jeans beispielsweise, die nur ungetragen im Schrank liegt, verbrauche in ihrer Produktion 11 000 Liter Wasser, so Laß. Es muss ja nicht immer das Allerneueste sein. Da stimmten auch die Schüler zu. Sie kamen zu dem Schluss, dass man auf diese Weise zudem viel Geld spart, das man anderweitig ausgeben kann. Außerdem müsse man so nicht so viel wegwerfen. Auch könnte man mehr Fair Trade Produkte kaufen und weniger Fleisch essen, ohne gleich Vegetarier zu werden. „Meine Schwester ist Vegetarierin und das Essen schmeckt wirklich lecker. Das kann man ruhig öfter essen“, sagt Antonia (12).

Kurzum man kann viele kleine Dinge in seinem Konsumverhalten ändern, um seinen eigenen ökologischen Fußabdruck zu verkleinern.

Das Ziel: Dauerhaft kann die Erde unserer ungebremsten Nutzung von Ressourcen nicht standhalten. Ein nachhaltiges Konsumverhalten ist ein guter Schritt in die richtige Richtung.

Wie sie dazu beitragen können, wissen die Schüler nun. „Es gab viele anschauliche Beispiele und so konnte man sich das sehr gut vorstellen“, erzählt Marianne (13). Sie werde in Zukunft nicht mehr so viel Fleisch essen und zu Hause auf Mülltrennung achten.

Es müsse erreicht werden, das die Gesellschaft nicht mehr auf wirtschaftlichem Wachstum beruht, so Laß. (tkx)

www.fairfuture.net

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