Nachhaltige Produkte

Schüler als Unternehmer: Neuntklässler verkaufen Tische aus alten Schultafeln

Nachhaltig: Paul (von links), Mika, Mia und Jonas stellen mit ihren Mitschülern Tische aus alten Schultafeln und Dekorationen aus Beton her.
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Nachhaltig: Paul (von links), Mika, Mia und Jonas stellen mit ihren Mitschülern Tische aus alten Schultafeln und Dekorationen aus Beton her.

Neuntklässler der Drei-Flüsse-Realschule lernen die Berufswelt kennen. Ihre Produkte sollen vor allem nachhaltig sein.

Neuntklässler der Drei-Flüsse-Realschule in Hann. Münden sammeln praktische Berufserfahrung – zumindest für zwei Schulstunden pro Woche: Gemeinsam mit Schulleiter Andreas de la Chaux haben sie eine echte Schülerfirma gegründet.

Die Produkte sollen vor allem eines sein: nachhaltig. Deshalb stellen die Realschüler recycelte Tische aus alten Schultafeln und selbst gemachte Dekorationen aus Beton her.

Die Schüler wollen Müll vermeiden

„Wir wollen Müll vermeiden“, sagt Schülerin Mia. Mitschüler Mika gibt ihr recht: „Mit unseren Produkten leisten wir einen Beitrag zum Schutz unserer Zukunft“, meint der 15-Jährige.

Doch bei dem Projekt geht es um mehr als um Umweltschutz: „Die Schüler lernen das reale Wirtschaftsleben in der Praxis kennen“, erklärt de la Chaux. Der Unterricht geht weit über das Pauken von Büchern hinaus. Die Schüler produzieren, vermarkten und verkaufen ihre Produkte.

Andreas de la Chaux, Schulleiter der Drei-Flüsse-Realschule.

Unternehmen funktioniert wie eine Aktiengesellschaft

Jeder hat eine andere Aufgabe. Neben einem Vorstand gibt es eine Finanz-, eine Marketing- und eine Produktionsabteilung. „Das Unternehmen funktioniert wie eine Aktiengesellschaft“, sagt Jonas. Freunde und Verwandte konnten nach der Firmengründung Anteilsscheine für 10 Euro pro Stück kaufen. Das Geld wurde für die Materialien reinvestiert.

Zu den Anteilseignern gehört die Sparkasse Münden. Die Bank verwaltet zudem das Konto der jungen Unternehmer.

Jeder Schüler erhält seinen Lohn - Stundenlohn von 50 Cent

„Ich halte das Projekt für sehr sinnvoll. Die Schüler erleben das reale Wirtschaftsleben hautnah mit“, sagt Gabriele Schuster von der Sparkasse Münden. Bei der Konto-Einrichtung galten die gleichen Regeln wie für jedes andere Unternehmen – und am Monatsende erhält jeder Schüler seinen Lohn. Pro geleistete Arbeitsstunde gibt es 50 Cent.

Gabriele Schuster von der Sparkasse Münden.

Projekt ist ein Lernprozess

Die Schüler müssen sich wie jeder Unternehmensgründer schwierigen Herausforderungen stellen. „Beim ersten Tisch wurde die alte Schultafel noch angeschraubt. Dann haben wir gemerkt, dass die Tafeln innen hohl sind. Nun kleben wir die Schiefertafeln an, damit sie nicht kaputtgehen“, erklärt Paul. Und die meisten Betondekorationen werden nicht mehr angemalt. 

„In Natura kamen sie bei den Kunden viel besser an“, sagt Mia. Das Projekt ist ein echter Lernprozess. Drei Tische sind bisher hergestellt. Ein Exemplar steht in der Grundschule Hermannshagen. „Unsere Zielgruppe sind vor allem Kitas und Schulen“, sagt Wayne. Doch der Kundenstamm soll noch erweitert werden. Kaufinteressenten können sich im Internet weiter informieren: drei-fluesse-tafeltische.jimdosite.com

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