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Schulstart ohne Masken- und Testpflicht: Im Landkreis fanden Schuleingangsuntersuchungen statt

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Von: Hannah Köllen

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3231 Schüler wurden im Landkreis für das kommende Schuljahr angemeldet. Archivbild
3231 Schüler wurden im Landkreis für das kommende Schuljahr angemeldet. Archivbild © Philipp Schulze/dpa

Heute beginnt in Niedersachsen wieder die Schule. Im Landkreis Göttingen starten 3231 Kinder ihre Schullaufbahn. Im Vorfeld haben die Kinder an der obligatorischen Schuleingangsuntersuchung teilgenommen.

Landkreis Göttingen – Heute geht in Niedersachsen die Schule wieder los. Im Landkreis Göttingen wurden 3231 Kinder für das Schuljahr 2022/23 zur Schule angemeldet, sagt Dominik Kimyon, Pressesprecher der Stadt Göttingen. Zum Schulstart gilt an den Schulen in Niedersachsen keine Test- und Maskenpflicht.

Die Kinder müssen an einer Schuleingangsuntersuchung teilnehmen, so schreibe es das Niedersächsische Schulgesetz vor, sagt Kimyon. Die Testverfahren und Untersuchungen dienten „zur Feststellung der Schulfähigkeit oder zur Feststellung, ob eine Schülerin oder ein Schüler auf sonderpädagogische Unterstützung angewiesen ist“, sagt Kimyon.

Bei der Untersuchung, die in den vier Standorten des Gesundheitsamtes für die Stadt und den Landkreis Göttingen angeboten wird, werden der Impfstatus, die Hör- und Sehfähigkeit sowie sprachliche, motorische und kognitive Fähigkeiten überprüft. Ergeben sich aus der Untersuchung Auffälligkeiten beim Kind, wird eine Überprüfung des Defizits empfohlen. Die am häufigsten festgestellten Defizite treten im motorischen, sprachlichen oder kognitiven Bereich auf. Auch sozial-emotionale Verhaltensauffälligkeiten werden häufig attestiert.

Alle Kinder haben Termin für Untersuchung angeboten bekommen

Im Schuljahr 2018/19 wurde durch die Schuleingangsuntersuchung bei 5,4 Prozent der Kinder im Landkreis eine sonderpädagogische Überprüfung empfohlen. Damals wurden 2604 Kinder eingeschult. Für die vergangenen drei Schuljahre können laut Kimyon aufgrund nicht vollständiger Zahlen und noch nicht vorgenommener statistischer Auswertungen noch keine Angaben gemacht werden.

Für das aktuelle Schuljahr haben nach Angaben von Kimyon alle Kinder mindestens einen Termin für eine Schuleingangsuntersuchung angeboten bekommen. Wenn ein Kind in die Schule kommt, aber noch keine Schuleingangsuntersuchung durchlaufen hat, liegt das laut Kimyon daran, dass manche Eltern auch bei der dritten Einladung zur Schuleingangsuntersuchung nicht erscheinen.

43 Schulanfänger an Grundschule Hermannshagen

An der Grundschule Hermannshagen werden für das heute beginnende Schuljahr 43 neue Schülerinnen und Schüler erwartet. „Beim überwiegenden Anteil der Kinder wird die Einschulung mit dem Hinweis auf kleinere Einschränkungen empfohlen“, sagt Schulleiter Stefan Eckhardt. Das sei dann beispielsweise der Hinweis auf einen Seh- oder Hörtest oder dass das Kind mehr Sport treiben sollte. „Bei 10 bis 15 Prozent der Kinder werden gravierende Auffälligkeiten festgestellt“, sagt Eckhardt.

In den vergangenen beiden Jahren habe sich nicht pauschal jedes Kind einer Schuleingangsuntersuchung unterziehen müssen. „Die Gesundheitsämter waren ja bekannterweise beschäftigt“, sagt Eckhardt. Lediglich Kinder, bei denen eine Auffälligkeit vermutet wurde, wurden zur Untersuchung geschickt.

„Kinder sind unruhiger und unstrukturierter“

„Seit Corona finden die Untersuchungen nicht mehr an unserer Schule, sondern ausschließlich beim Gesundheitsamt statt“, sagt Niina Kistner, Schulleiterin an der Grundschule Königshof in Hann. Münden.

„Grundsätzlich sind die Kinder heute unruhiger und unstrukturierter“, sagt Schulleiter Eckhardt. Das liege vor allem daran, dass sie während der Pandemie-Zeit keine Selbstkontrolle erlernt hätten. Das unruhigere Verhalten der Kinder im Unterricht kann auch Niina Kistner bestätigen.

Kinder werden später eingeschult

„Die Eltern haben in den vergangenen beiden Jahren viel großzügiger Gebrauch von der Möglichkeit gemacht, ihr Kind noch ein Jahr länger im Kindergarten zu behalten – einfach, weil sie das Gefühl hatten, das Kind sei vielleicht noch nicht bereit für die Schule“, sagt Kistner. An der Grundschule am Königshof starten heute 52 Kinder ihre Schullaufbahn.

Die Test- und Maskenpflicht ist aufgehoben. „Die Regeln sind für uns verpflichtend, auch wenn sich das Kollegium vor allem eine Maskenpflicht in bestimmten Situationen, beispielsweise im Eins-zu-eins-Kontakt mit den Schülern, wünschen würde“, sagt Schulleiter Eckhardt. Viele Lehrkräfte würden die Maske in der Schule aufbehalten.

Freiwillige Tests möglich

Sowohl Schülern als auch Lehrern werden in Zukunft an jeder Schule zwei Tests pro Woche zur freiwilligen Nutzung zur Verfügung gestellt. „Wir haben die Kinder schon vor den Ferien mit den ersten Tests ausgestattet, sodass sie sich direkt zum Schulstart testen können, wenn sie es denn möchten“, sagt Schulleiterin Kistner.

„Vor den Ferien hat sich rund ein Drittel der Kinder regelmäßig freiwillig getestet“, sagt Kistner. Auch an der Grundschule in Hermannshagen hätten vor den Ferien rund 40 Prozent der Kinder die Tests in Anspruch genommen. „Ich denke, dass das Angebot auch jetzt weiterhin gut angenommen wird“, sagt Eckhardt.

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