Schwärmen für die Stadt Hann. Münden

Hann. Münden. Verwegen und ungezähmt der General Tilly, in allen Gesundheitsfragen versiert Doktor Eisenbart, humorvoll und kess der Bursche Heinrich: Die „Stadtschwärmer" schlüpfen in verschiedene Rollen und erzählen Geschichten anstatt althergebrachte Stadtführungen anzubieten. Nicht mehr, sondern anders lautet die Devise hinter dieser neuen touristischen Marke.

Der Verein Erlebnisregion Hann. Münden stellte das Konzept am Donnerstag im Hotel Freizeit Auefeld vor.

Erlebnisangebot

Mit den Stadtschwärmern schaffe man ein Erlebnisangebot für verschiedene Interessenslagen, erläuterte Antje Jahn, Geschäftsführerin des Vereins. Die Ausgangslage war: Obwohl 40 gut ausgebildete Gästeführer mit dem Verein zusammenarbeiten, seien immer weniger Stadtführungen gebucht worden. Also habe man ein Alleinstellungsmerkmal gesucht. Einfach nur mehr Stadtführungen würden nicht mehr Gäste locken, das Konzept musste geändert werden.

Jahn zitierte eine Studie, die sich mit Kultur-Touristen befasst hatte, und beschrieb vier verschiedene Typen dieser Besuchergruppe: Die passionierten Spezialisten, die schon gut informiert sind und das Besondere suchen, die aufgeschlossenen Entdecker, die nichts vorab buchen, sondern spontan sind, die kenntnisreichen Traditionalisten, die viel Reiseerfahrung haben, und die pflichtbewussten Sehenswürdigkeitensucher.

Für jede dieser Gruppen haben die Stadtschwärmer etwas zu bieten. Und als fünfte Gruppe hat man auch an die Kinder gedacht, für die eigene Führungen konzipiert worden sind. Grundschüler hätten das Kinderangebot schon ausprobiert und seien begeistert gewesen, beschreibt es Jahn: „Die Kinder konnten hinterher aus der Stadtgeschichte Mündens erzählen, das zeigt, dass es angekommen ist.“ Die Führung „Prinzessinnentanz und Ritterglanz“ - für Kinder von drei bis acht Jahren - sei auch für Kindergeburtstage bestens geeignet, wirbt sie.

Die Stadtschwärmer sind demnächst auch abends unterwegs: Ab nächster Woche wird immer samstags ab 20.30 Uhr eine öffentliche Führung mit einer der illustren Personen angeboten. Viele Radtouristen kämen erst abends an, so Jahn, und wären durchaus interessiert daran, nach dem Abendessen noch etwas über die Stadt zu erfahren.

All das wird in einer neuen Broschüre, in Anzeigen und auf „Visitenkarten“ der Gästeführer, in Postkartenform, beworben. Rund 8000 Euro habe die Kampagne gekostet, an den Postkarten beteiligen sich die Gästeführer allerdings auch selbst. Diese wurden auch von ihnen individuell getextet.

Es sei einiges auf den Weg gebracht worden, sagte Bürgermeister Harald Wegner, zugleich erster Vorsitzender der Erlebnisregion Hann. Münden. Der neue Name des Vereins (früher: Touristik Naturpark Münden), der jetzt nicht mehr mit dem Naturpark Münden verwechselt werden kann, sei der erste Schritt gewesen. Zugleich signalisiere er, worum es geht: Man wolle sich für die Region aufstellen. (tns) Führungen auch auf: www.hann.muenden-tourismus.de

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