Seit 13. Januar 1920

100 Jahre Strom in Hann. Münden 

+
Der Haushalt im Wandel: Die Aufnahme entstand im Juli 1921 anlässlich des Handwerkertages und zeigt auf der linken Seite das Kochen auf Kohleofen mit Ofenrohr und rechts die moderne Art mit elektrischer Energie sowie Strommasten.

Dass der Strom eben nicht einfach nur aus der Steckdose kommt, macht ein ganz besonderes Jubiläum deutlich: Seit 100 Jahren liefern die Versorgungsbetriebe Hann. Münden Strom in die Region.

Start war am 13. Januar 1920 in Hermannshagen – zehn Tage später wurde dann das gesamte Ortsnetz in Hann. Münden in Betrieb genommen.

Am Mittwoch, 14. Januar 1920, hieß es dazu in den Mündenschen Nachrichten: „In elektrischer Beleuchtung erstrahlten gestern zum ersten Mal eine Anzahl Häuser des Stadtteils Hermannshagen. Hoffentlich wird nunmehr auch den übrigen Bewohnern unserer Stadt recht bald diese Wohltat zuteil“.

Bis zum Jahr 1931 wurde das elektrische Leitungsnetz auf 50 Kilometer Länge ausgebaut. Heute gibt es 99 Kilometer Mittelspannungsleitungen, 340 Kilometer Niederspannungs- und Hausanschlussleitungen und 59 Ortsnetzstationen, teilen die Versorgungsbetriebe auf HNA-Anfrage mit. 120 Millionen Kilowattstunden Strom werden so in jedem Jahr verteilt. Die auffälligste Änderung dürfte sein, dass es heute keine Freileitungen mehr zur Versorgung der Gebäude gibt, sondern diese über Stationen an das 230 Volt-Netz angeschlossen hat.

Der Haushalt im Wandel: Die Aufnahme entstand im Juli 1921 anlässlich des Handwerkertages und zeigt auf der linken Seite das Kochen auf Kohleofen mit Ofenrohr und rechts die moderne Art mit elektrischer Energie sowie Strommasten.

In der Anfangszeit wurde der Strom, der durch Wasserkraft an der 1914 in Betrieb genommenen Edertalsperre produziert wurde, über Freileitungen bis nach Münden geliefert. Einfach war die Versorgung damals nicht in allen Belangen: So belegen Aufzeichnungen, dass es 1919 Probleme gab, erfahrene Elektromonteure zu finden, die in der Lage waren, die ordnungsgemäße Installation der Hausanschlüsse zu überprüfen. Im Mai 1943 kommt es infolge der Zerstörung der Sperrmauer an der Edertalsperre zu Stromausfällen in Münden.

1984 wurde vom Rat der Stadt die Errichtung eines Blockheizkraftwerkes im Rahmen der neuen kommunalökologischen Energieversorgungskonzeption beschlossen. Die Inbetriebnahme erfolgte 1987. Der ökologische Gedanke bleibt bis heute bestehen. So „kann jeder Hausbesitzer seine eigene kleine Energiewende starten, mit Sonnenstrom vom eigenem Dach mit MÜNDENsolar. Denn eine Photovoltaikanlage kann auf nahezu jedem Dach installiert werden. Die kleinste Anlage bei der Solarstrom-Lösung der VHM benötigt gerade mal eine freie Dachfläche von etwa 28 Quadratmetern“, teilt VHM-Geschäftsführer Jens Steinhoff mit.

Außerdem werden zum 100-jährigen Stromjubiläum 5100 Roteichen auf 10 000 Quadratmetern Mündener Stadtwald gepflanzt, wie der kaufmännische Leiter der VHM, Marc Pfütz, berichtet.

Weitere Meilensteine in 100 Jahren Stromversorgung waren 1998 die Übernahme der Versorgung in Gimte und Bonaforth, 1999 die Gründung der Versorgungsbetriebe Hann. Münden GmbH sowie der Anschluss des Wasserkraftwerkes an der Kasseler Schlagd und ab 2010 der Stromverkauf außerhalb des eigenen Netzgebietes. 2016 erfolgte dann die Übernahme der Stromversorgung der Ortsteile Bursfelde, Glashütte, Hemeln, Hedemünden, Laubach, Oberode, Lippoldshausen, Wiershausen, Mielenhausen und Volkmarshausen durch die VHM.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.