Digitale Festung gegen Hacker

Service und Sicherheit bei den Versorgungsbetrieben Hann.Münden

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Das Allerheiligste: Blick in die Leitstelle der Versorgungsbetriebe Hann. Münden (VHM). Unser Bild zeigt Stefan Beer, Technischer Leiter und Prokurist der VHM, am Kontrolltisch.

„Nein. Ein klares Nein. Es gibt für Hacker keine Möglichkeit, von außen die Leitstelle anzugreifen.“ Und damit sei es auch nicht möglich, durch einen Cyberangriff die Versorgung der Stadt Hann. Münden lahmzulegen, sagt Stefan Beer, Technischer Leiter und Prokurist der Versorgungsbetriebe Hann. Münden (VHM).

Die Leitstelle der VHM mit der die Strom-, Wasser, und Gasversorgung für die Mündener Kernstadt und die Ortsteile gesteuert und kontrolliert wird, habe ein in sich autarkes und abgeschottetes Netzwerk. Es sei von außen nicht erreichbar, E-Mails können nicht empfangen werden. Die Schutzmaßnahmen würden vom Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik (BSI) gesetzlich vorgeschrieben, und sie würden regelmäßig überwacht, sagt Beer. Die Leitstelle dürfe nur von einem „klar definierten“ und überprüften Personenkreis betreten werden, der zudem zur Verschwiegenheit verpflichtet sei.

Die Leitstelle ist aber nicht nur digital eine Festung. Der etwa 20 Quadratmeter große Raum liegt im Inneren des VHM-Verwaltungsgebäudes, hat keine Außenfenster und die Scheiben, durch die Tageslicht aus dem Raum davor fällt, sind aus Panzerglas. Die Türen sind zudem besonders gesichert, und es gibt eine Alarmanlage. Eine Notstromversorgung ist ein weiteres Sicherheitselement, damit die Rechner ohne Unterbrechung versorgt werden. Jetzt, in Zeiten von Corona, haben die VHM für die Leitstelle sowie für alle anderen wichtigen Bereiche zwei Teams gebildet, die sich im Alltag nicht mehr begegnen, damit sie sich nicht anstecken können.

Seit 1986 betreiben die VHM eine Leitstelle, inzwischen hat sie sich zum digitalen Herzstück entwickelt, wo alle Informationen zusammenlaufen. Die Digitalisierung der Technik erleichtert sowohl die Kontrolle und die Steuerung, als auch die Fehlersuche. Vor allem aber, so Marc Pfütz, Kaufmännischer Leiter der VHM, profitierten davon die Kunden.

Über die Homepage der VHM und das Kundenportal, können sie von zuhause all das erledigen, wofür sie früher mit einem Mitarbeiter sprechen mussten. Zählerdaten können gemeldet werden, Abschläge verändert, An- und Ummeldungen sind online möglich. Und wenn erst überall die sogenannten intelligenten Zähler installiert sind, wird der Verbrauch automatisch gemeldet.

Schneller und einfacher sei auch die Fehlersuche, so Beer. Die Monteure im Außendienst können über ihre Rechner auf alle Informationen über das Leitungsnetz zugreifen. Früher mussten sie, wenn es irgendwo eine Panne gab, nach einer ersten Inspektion zurück in die Zentrale fahren, um sich auf großen Papierplänen über den Verlauf der Leitungen zu informieren.

Die Digitalisierung stößt aber auch an ihre Grenzen. Wird zum Beispiel irgendwo Gasgeruch gemeldet, muss jemand innerhalb von 30 Minuten vor Ort sein, es überprüfen und die ersten Maßnahmen einleiten.

„Das kann man digital über die Leitstelle nicht regeln“, sagt Beer.

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