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Hann. Münden sagt „Glückwunsch Sesamstraße“

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Von: Petra Siebert

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50 Jahre Sesamstraße, das wird auch im Altkreis gefeiert: Katharina Schüßler und die sechsjährige Yara mit dem Krümelmonster aus der Sesamstraße.
50 Jahre Sesamstraße, das wird auch im Altkreis gefeiert: Katharina Schüßler und die sechsjährige Yara mit dem Krümelmonster aus der Sesamstraße. © Petra Siebert

Hann. Mündener blicken zum 50. Geburtstag auf die beliebte Kinderserie zurück.

Altkreis Münden – „ Die Sesamstraße ist für mich eine der schönsten und pädagogisch wertvollsten Fernsehserien für Kinder überhaupt“, sagt Brunhilde Ulbricht zum Jubiläum, ehemalige Leiterin der Schule am Botanischen Garten. Spielerisch, mit Witz und Charme würden Vorschulkinder unter anderem das Zählen und das Alphabet lernen.

„Die drolligen Figuren, beispielsweise Ernie und Bert, charakterlich total verschieden, erklären in lustiger, motivierender Art und Weise das Zusammenleben, die Umwelt und vieles mehr“, so Ulbricht. Sowohl ihre Kinder als auch Enkelkinder hätten keine Sendung ausgelassen. Die einprägsame Titelmelodie plus Text behalte man bis ins hohe Alter. „Ich kann sie heute noch mitsingen“, berichtet die Pädagogin. Die aus der Serie hervorgegangene Buchreihe „Wieso, weshalb, warum“ habe an Attraktivität und Aktualität bis heute nichts verloren. „Glückwunsch Sesamstraße, weitere 50 Jahre“.

Mündener: „Bin mit der Sesamstraße groß geworden“

„Ich bin Baujahr 1968 und bin mit der Sesamstraße groß geworden“, erzählt Sven Peinemann aus Münden. „Habe mich als Kind immer auf die Sendung gefreut, es gab ja bei den damals drei Programmen, und das ohne Fernbedienung, nicht so viele Kindersendungen“.

Besonders hätten ihn das Krümelmonster, Oscar und Kermit der Frosch zum Lachen gebracht. Das Krümelmonster mit seiner Gier nach Keksen so dass die Krümel geflogen sind. Der ewig schlecht gelaunte Oscar in seiner Mülltonne, einfach der Lacher. Und das Multitalent Kermit der Frosch, der ewig Pech hatte aber immer gute Laune verbreitete.

Sesamstraße von heute deutlich anders

„Wenn ich mir die Sesamstraße heutzutage anschaue, kann ich teilweise nur mit dem Kopf schütteln“, kritisiert Peinemann. Aus Oscar sei wegen der Diskriminierung des Namens Rumpel geworden und dann sei auch noch das arme Krümelmonster auf Diät gesetzt worden, vermutlich weil die Kinder zu dick würden. Grundsätzlich sei es auch besser, wieder nur drei Programme einzuführen, damit die Kinder an die frische Luft kommen würden.

„Ich bin ein Sesamstraßenkind und meine Favoriten waren Bibo und Tiffi“, erinnert sich der Mündener Thomas Kock. Er habe die Sendungen sehr unterhaltsam und spannend gefunden und habe die Inhalte in sich aufgesogen. „Ich denke, von den Handlungen wurde mein Sozialverhalten positiv beeinflusst, was mir bis heute erhalten geblieben ist“. Dass Kindern in der Sesamstraße zu Wissen verholfen und eine gute Wertevermittlung weiter gegeben wurde, stellt Katharina Schüßler, Leiterin der Kita Kunterbunt am Wittenborn, fest. „Ich halte die Sendung für pädagogisch wertvoll, verglichen mit den Sendungen, die heute für Kinder ausgestrahlt werden“. Sie selber habe die Sesamstraße als Kind gucken dürfen und da seien Tiffy und Samson die Lieblinge gewesen.

Noch heute seien ihr Melodie und Text „der, die, das - wer, wie, was - wieso, weshalb, warum, wer nicht fragt, bleibt dumm“ im Kopf. „Beeindruckt hat mich der Händler Schlemihl, der stets einen langen Mantel trug und versucht hat, mit etwas dubios anmutenden Geschäftspraktiken seine Partner über den Tisch zu ziehen. So erinnere ich mich, dass er mal die Ziffer Acht verkaufen wollte“.

Über Generationen begleitet

Angela Franke aus Münden ist Mutter von zwei „Sesamstraßenkindern“ der Anfänge. „Diese Sendungen habe ich meinen Kindern mit ruhigem Gewissen eingeschaltet. Oft haben wir diese zusammen angeschaut, ich war aber auch froh, wenn meine Kinder mal alleine vor dem Fernseher saßen und ich alltäglichen Arbeiten nachkommen konnte“. Denn damals sei es noch nicht üblich gewesen, dass alle Kinder die Kita besuchen konnten. Das sei den berufstätigen Frauen vorbehalten gewesen. (Petra Siebert)

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