Rechtslage

Getunte Fahrzeuge: Sicher unterwegs trotz Schrauberei

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Experten: Tüftler treffen sich regelmäßig auf Tour-Veranstaltungen und tauschen sich über ihre Leidenschaft des Auto-Tunings aus.

Münden. Leistung steigern und Tieferlegen: Die Möglichkeiten, ein Fahrzeug umzurüsten, sind vielfältig. Tüftler sollten aber die Rechtslage kennen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Hier lesen Sie die wichtigsten Tipps von der Deutschen Verkehrswacht (DWV) zum Tuning.

Was ist zu beachten, damit ein Fahrzeug ordnungsgemäß und sicher ist? 

Die rechtlichen Grenzen zeigt Paragraph 19 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) deutlich auf. Grundsätzlich erlischt die Betriebserlaubnis, „wenn Änderungen vorgenommen werden, durch die die in der Betriebserlaubnis genehmigte Fahrzeugart geändert wird, eine Gefährdung von Verkehrsteilnehmern zu erwarten ist oder das Abgas- oder Geräuschverhalten verschlechtert wird.“ Damit die Betriebserlaubnis und die eigene Sicherheit trotz Tuning erhalten bleiben, ist eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) oder eine Abnahme durch eine Prüfstelle notwendig.

Mit welchen Konsequenzen müssen diejenigen rechnen, die die Regeln brechen? 

„Fehlerhafte oder falsche Anbauten und Veränderungen am Fahrzeug können hohe Bußgelder und eine Stilllegung des Fahrzeuges nach sich ziehen“, erläutert Prof. Kurt Bodewig, Präsident der Deutschen Verkehrswacht (DVW).

Fernab vom Gesetz: Ist es gefährlich, entgegen der Vorschriften am Auto zu tüfteln?

Das Ein-, An- oder Umbauen von Fahrzeugteilen kann ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen. Es kann die Fahreigenschaften erheblich verändern und so den Fahrzeugführer und andere Verkehrsteilnehmer gefährden. Aufgrund der unterschiedlichen Bestimmungen für verschiedene Teile und Fahrzeugmodelle empfiehlt die DVW vorab ein Beratungsgespräch mit einem Experten.

Muss jedes neue Fahrzeugteil abgenommen werden?

Wenn das Fahrzeugteil eine Allgemeine Betriebserlaubnis hat, ist eine Abnahme der Montage nicht erforderlich - sofern die Auflagen und der Verwendungsbereich der ABE eingehalten werden.

Muss beim Umbau darüber hinaus noch etwas berücksichtigt werden?

Bei Teilen mit einem sogenannten Teilegutachten muss der Anbau von einer staatlich anerkannten Prüfungsorganisation wie GTÜ, DEKRA oder TÜV abgenommen werden. Die ausgestellte Anbaubescheinigung muss der Halter danach stets mitführen.

Einzelteile, die kein Teilgutachten haben oder die der Fahrer fernab des eigentlichen Verwendungsbereichs nutzen möchte, bedürfen einer sogenannten Einzelabnahme, die ausschließlich der TÜV ausführen darf. Im Anschluss an diese muss der Halter sich von der Kfz-Zulassungsstelle eine neue Betriebserlaubnis besorgen.

www.deutsche-verkehrswacht.de

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